10. März 2005. Alte Bleileitungen im Haushalt sind auch heute noch eine Ursache für eine Trinkwasserbelastung in Deutschland. Dies haben verschiedene Untersuchungen in jüngster Zeit gezeigt. Das Land Niedersachsen bietet daher jetzt für einen begrenzten Zeitraum eine kostenfreie Möglichkeit für junge Frauen und Familien mit Kindern an, ihr Wasser auf Blei untersuchen zu lassen.
Die Blei-Untersuchungs-Aktion ist Teil eines Projektes, um den Austausch von Bleileitungen zu beschleunigen. Die Aktion soll dazu beitragen, die Bleiaufnahme insbesondere von Säuglingen und Kleinkindern zu reduzieren. Wissenschaftliche Studien aus den letzten Jahren haben die Vermutung bestätigt, dass eine erhöhte Bleibelastung negative Auswirkungen auf die Intelligenz, das Lernvermögen und die kindliche Entwicklung haben kann. Die Trinkwasserverordnung schreibt seit Ende 2003 einen verschärften Grenzwert von 0,025 mg/l (entspricht 25 Mikrogramm je Liter) vor, der nicht überschritten werden darf. Im Jahre 2013 wird dieser Wert auf dann 0,01 mg/l gesenkt werden. Noch vorhandene Rohre aus Blei müssen spätestens bis zu diesem Zeitpunkt gegen Installationen aus anderen Materialien ausgetauscht werden, da sich der Grenzwert sonst kaum einhalten lässt.
Hier besteht Handlungsbedarf für die Hausbesitzer, da sie nach der Übergabe des Wassers durch die Wasserversorger für die Qualität verantwortlich sind. Die Frist bis zum Inkrafttreten des neuen Grenzwertes sollte daher von den Hausbesitzern unbedingt zur Planung und Durchführung einer erforderlichen Sanierung genutzt werden. Eine Sanierung der Hausinstallation kann dabei auch über das Programm „Wohnraum Modernisieren“ der KfW Förderbank mit zinsverbilligten Darlehen finanziert werden (Programm Nr. 141; Informationen unter www.kfw.de).
An der kostenfreien Blei-Untersuchungs-Aktion können Familien mit Kindern und junge Frauen aus Niedersachsen teilnehmen. Mitmachen an der begrenzten Aktion können dabei ausschließlich Privathaushalte, die in vor 1974 errichteten Gebäuden leben, da ab diesem Zeitpunkt keine neuen Bleileitungen mehr verbaut worden sind. Sonstige Interessentinnen und Interessenten können gegen Kostenerstattung teilnehmen.
Für interessierte Personen aus dem Landkreis Leer ist Anlaufstelle das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung in Leer an der Jahnstraße. Nach Beratung können die Probenahme-Sets einschließlich der Probenflasche abgeholt werden. Die Teilnehmer entnehmen dann entsprechend der beiliegenden schriftlichen Anleitung eine Probe ihres Leitungswassers und schicken diese per Post an das Niedersächsische Landesgesundheitsamt. Dort werden die Wasserproben dann auf ihre Bleikonzentration hin untersucht. Bei auffälligen Befunden kann das Gesundheitsamt die Betroffenen beraten und unterstützen. Auch zahlreiche andere staatliche und private Labore können zu den jeweiligen Konditionen und Preisen eine Untersuchung von Blei im Trinkwasser durchführen.
Vielen Eltern ist das gesundheitliche Risiko durch eine Bleibelastung nicht bewusst oder sie haben keine Kenntnisse über das Material ihrer Hausinstallation, so dass die Notwendigkeit eines Austausches gar nicht erkannt wird. Hier kann die Blei-Untersuchungs-Aktion eine wichtige Unterstützung geben.
Auskunft zum Thema Blei im Trinkwasser und zur Blei-Untersuchungs-Aktion geben die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Leer: Hermann Ehlers (Telefon 0491 / 926 1116) und Otto Uilderks (Telefon 0491 / 926 1114). Im Internet gibt es Informationen unter "www.nlga.niedersachsen.de".
Landkreis-Leer ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.
Landkreis Leer
Bergmannstraße 37 D-26789 Leer Telefon: +49 (0) 491 / 926-1254 Telefax: +49 (0) 491 / 926-1200 E-Mail: pressestelle@landkreis-leer.de |