Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 31. Mai 2005

Nachrichten aus der wöchentlichen Dienstberatung des Oberbürgermeisters

Magdeburg.

Verpachtung der Bördelandhalle

Mit einem Grundsatzbeschluss soll der Stadtrat der Verpachtung der Bördelandhalle an einen Dritten zustimmen und den Oberbürgermeister beauftragen, einen entsprechenden Pachtvertrag auszuhandeln. Bedingung ist, dass der Stadt und ihren Eigengesellschaften aus der Verpachtung keine finanziellen Belastungen entstehen und das Nutzungskonzept dem seinerzeit in den Förderbescheiden von Bund und Land festgelegten Bedingungen entspricht. Nach Beratung in den zuständigen Ausschüssen muss der Stadtrat entscheiden.

 

"Am Salbker See" e.V. wird

Träger der freien Jugendhilfe

Der Verein "Am Salbker See" e.V. soll als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt werden. Der Verein betreibt im Süden Magdeburgs drei Kindertageseinrichtungen, die Übernahme einer weiteren Einrichtung wird derzeit vorbereitet. Über die anerkennung als Träger der freien Jugendarbeit muss der Jugendhilfeausschuss entscheiden.

 

Straßennamen

Eine Erschließungsstraße im künftigen Wissenschaftshafen (ehemals Handelshafen) soll den Namen "Joseph-von-Fraunhofer-Straße" tragen. Der Vorschlag greift eine anregung des Fraunhofer-Institutes auf, dass dort einen weiteren Standort errichtet. Joseph von Fraunhofer (1787 bis 1826) war Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer. Als Glasschleiferlehrling wurde er vom Geheimen Rat Joseph von Utzschneider gefördert und trat in dessen Optisches Institut ein. Hier übernahm er im Alter von 22 Jahren bereits die Leitung der Glasherstellung. Er entwickelte neue Schleifmaschinen und Glassorten für optische Gläser. Am bekanntesten dürften seine Forschungen und Experimente zur Beugung von Licht an optischen Gittern und die nach ihm benannten Fraunhoferschen Linien im Spektrum des Sonnenlichts sein. 1823 wurde er in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen und Professor des physikalischen Kabinetts der Akademie. 1824 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt München ernannt, wo er 1826 starb.

 

Der Messe- und Veranstaltungsplatz am Kleinen Stadtmarsch soll künftig den namen "Messeplatz Max Wille" tragen. Mit dazu vorliegende Drucksache folgt einem Antrag der PDS-Fraktion, der bereits im Stadtrat diskutiert wurde. Max Wille wurde am 20. August 1861 in Magdeburg als Sohn des Handelsmannes Karl Wille geboren. Bereits 1884, dem Jahr seiner Eheschließung, war er selbst als Handelsmann tätig. Ab 1886 zunächst als Spielwarenhändler, 1917 zudem als Marktreisender und später als Verbands-beamter und Verbandsleiter. Max Wille starb am 3. Januar 1926 in Magdeburg. In den Nachrufen zu seiner Person wird er als 1. Vorsitzender des "Reichsverbandes ambulanter Gewerbetreibender", Sitz Berlin sowie Gründer und Ehrenvorsitzender des "Verein selbständiger Gewerbetreibender, Markt- und Meßreisender, Magdeburg 1885" gewürdigt.

Über beide Benennungen muss der Stadtrat abschließend entscheiden.

 

Umbau des Museums und

Neubau des Tunnels werden teurer

Der Umbau des Kulturhistorischen Museums (2. Bauabschnitt) verteuert sich um rund 645.000 Euro. Davon werden 43.800 Euro erst nach Vorlage einer Deckungsquelle freigegeben. 250.000 Euro hat der Finanz- und Grundstücksausschuss bereits mit einer früheren Drucksache bestätigt. Die höheren Kosten resultieren v.a. aus Preiserhöhungen für Materialien (ca. 160.000 Euro), Planungsmängeln und Auflagen des Brandschutzes. Außerdem wurden Maßnahmen aus dem nächsten Bauabschnitt vorgezogen - insbesondere die Anlage einer Fluchttreppe.

Auch die Kosten für den Neubau des Tunnels am Universitätsplatz erhöhen sich. Hier rechnet das zuständige Tiefbauamt mit einer Verteuerung um 1,99 Mio. Euro, wobei 1,077 Mio. Euro durch Zuschüsse des Landes aus dem GVFG-Programm gedeckt werden könnten. Ein entsprechender Förderantrag wurde bereits gestellt. Die höheren Kosten resultieren v.a. aus der erforderlichen Bohrpfahlgründung. Sie war - entgegen den ursprünglichen Annahmen - notwendig, weil der Tunnel in einem alten Steinbruch verläuft, dessen Felshorizont nicht einheitlich ist. Dies war erst während der Aushubarbeiten sichtbar. Die geänderte Gründung führte zu höherem Materialbedarf, u.a. bei Beton und Betonstahl. Zugleich haben sich die Materialkosten, insbesondere für Stahl, in den letzten zwei Jahren drastisch erhöht.

Über die Erhöhung des Kostenrahmens für beide Vorhaben muss der Stadtrat - nach Behandlung der Drucksachen in den zuständigen Ausschüssen - entscheiden.

 

Analyse der Nahversorgung in MD als Broschüre

Das Stadtplanungsamt hat die Standort- und Versorgungsstrukturen des Einzelhandels in magdeburg analysiert und die Ergebnisse in einer Broschüre veröffentlicht. Magdeburg verfolgt seit nunmehr 10 Jahren mit dem Märktekonzept eine Politik, welche der wirtschaftlichen Notwendigkeit des Einzelhandels Rechnung trägt, sowie auch dem planerischen Ansatz, für möglichst breite Bevölkerungsschichten die wohnortnahe Versorgung im mittelbaren und unmittelbaren Umfeld zu gewährleisten. Über eine laufende Marktbeobachtung liegen für Magdeburg zeitnah die Informationen zu Verkaufsflächen und zu Standorten des Einzelhandels vor. Auf der Grundlage dieser Bestandserfassung der GMA, Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung, ist eine Abgrenzung von Nahversorgungslagen erfolgt, die eine städtebaulich sinnvolle Weiterentwicklung des Nahversorgungsnetzes in Magdeburg ermöglichen. In der vorliegenden Broschüre sind diese Informationen textlich und graphisch zusammengefasst. Die Nahversorgungsanalyse beleuchtet vor dem Hintergrund des sich weiter verschärfenden Konkurrenzdrucks und des fortschreitenden Konzentrationsprozesses die Versorgungsmöglichkeiten für alle Stadtteile. Die Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung mit den Produkten des täglichen Bedarfes wird weiterhin maßgeblich von einer restriktiven Haltung zur Genehmigung von Handelsstandorten an nicht integrierten, überwiegend auf Autokunden orientierten Standorten abhängen. Dies betrifft in erster Linie die Discounter ab 700 m² Verkaufsfläche, die zunehmend ein Interesse haben, ihre Standorte aus den Wohngebieten an die Hauptverkehrsstraßen zu verlagern. Neben der Bewertung der vorhandenen Bestandslagen werden jedoch auch Möglichkeiten für zusätzliche Standorte aufgezeigt, die aus Sicht des Stadtplanungsamtes einer Ergänzung durch weitere Märkte bedürfen. Hiermit sollen Grundlagen geschaffen werden, weitere mögliche Investitionen nach Magdeburg zu ziehen.

Die Broschüre "Nahversorgung inder Landeshauptstadt magdeburg. Standort- und Versorgungsstrukturen" ist im Stadtplanungsamt, An der Steinkuhle 6 erhältlich.

 

 

Für Rückfragen:

Michael Reif, Tel.: 540 27 17

Die öffentlichen Dokumente aus der Sitzung sind ab morgen im Ratsinformationssystem unter www.magdeburg.de verfügbar.




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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
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