Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 01. Juni 2005

Rahmenvertrag zum Hochwasserschutz unterzeichnet:

Ergebnisse der Hochwasserstudie Ostelbien werden jetzt umgesetzt!

Der Beigeordnete für Umwelt, Kommunales und Allgemeine Verwaltung, Holger Platz und die Vorsteherin des Unterhaltungsverbandes Ehle/Ihle, Erika Krüger haben heute im Gemeindehaus Pechau den Rahmenvertrag zur Umsetzung der Maßnahmen der "Hochwasserstudie Ostelbien" unterzeichnet.

Erst im Mai hatte der Stadtrat eine entsprechende Drucksache zur Umsetzung der Hochwasserstudie beschlossen und den Oberbürgermeister beauftragt, dazu einen Rahmenvertrag mit dem zuständigen Unterhaltungsverband zu schließen. "Dieser Vertrag ist unabdingbare Voraussetzung für die Umsetzung der Empfehlungen der Gutachter zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in den ostelbischen Stadtgebieten", begründet Holger Platz den schnellen Vertragsschluss. "Wir ziehen damit notwendige Konsequenzen aus den vergangenen Hochwassern und setzen die erforderlichen Maßnahmen schrittweise um", erläutert der zuständige Beigeordnete das weitere Vorgehen.

Insgesamt will die Stadt in den nächsten Jahren für die Verbesserung des Hochwasserschutzes und zur Vorbeugung von Schäden durch erhöhte Grundwasserstände rund 7,5 Mio. Euro investieren. Hinzu kommen ca. 1 Mio. Euro für Planungskosten. "Das ist ein gewaltiger Kraftakt, der uns über Jahre beschäftigen wird", blickt der Beigeordnete voraus.

 

Hintergrund

Im Herbst 2003 hatte die Stadt eine Studie zur Hochwasser-Situation in den ostelbischen Stadtteilen Magdeburgs in Auftrag gegeben. Nachdem die Untersuchungsergebnisse - sie lagen im Mai 2004 vor - zunächst mit den zuständigen Fachbehörden diskutiert wurden, wurde eine Drucksache zur Umsetzung in die Fraktionen und Ausschüsse des Stadtrates eingebracht.

Die beauftragten Unternehmen hatten für den ostelbischen Teil Magdeburgs besonders die Gefährdung durch Drängwasser - bei Hochwasser auf der Landseite des Deiches emporquellendes Grundwasser - untersucht

 

"Im Ergebnis kommt die Studie zu dem Schluss, dass das ostelbische Stadtgebiet vor hohen Grundwasserständen in ihrer Entstehung im Prinzip nicht geschützt werden kann", zitiert Holger Platz, Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung eine Kernaussage der Studie. "Allerdings gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, nach Abfluss des Hochwasserscheitels die Grundwasserstände schneller abzusenken, um Situationen wie in den ersten Monaten des Jahres 2003 zu vermeiden." Damals hatten erhöhte Grundwasserstände zu Überflutungen in den Siedlungen entlang der Berliner Chaussee geführt.

Unter anderem folgende Handlungsschwerpunkte empfehlen die Gutachter, um den Hochwasserschutz zu verbessern und Gefährdungen durch hohe Grundwasserstände zu reduzieren:

  1. Im Bereich der Furtlake muss der Abfluss des Wassers aus dem Polder verbessert werden, um erhöhte Grundwasserstände abzusenken. Dazu empfiehlt die Studie den Ausbau der vorhandenen Gräben und der Furtlake sowie die Anlage weiterer Gräben. Darüber hinaus sollte am Steingrabensiel ein Schöpfwerk gebaut werden.
  2. Im Bereich Zipkeleben/Pechau sollte die Entwässerung besser gewährleistet werden. Dazu empfiehlt die Studie den Ausbau der Altgewässer zwischen Pechau und dem Lieschenkolk sowie den Neubau eines Grabens vom Lieschenkolk bis zum Zipkeleber See. Außerdem sollte am Zipkeleber See ein Siel errichtet werden.
  3. Das Fließverhalten der alten Elbe (Kreuzhorst) muss verbessert werden.

Alle Maßnahmen werden vom Unterhaltungsverband Ehle/Ihle ausgeführt. Die Finanzierung erfolgt aus dem städtischen Haushalt.

 

 

Für Rückfragen:

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