Magdeburg.
Heute hat Magdebrugs Beigeordneter für Stadtentwicklung, bau und Verkehr, Werner Kaleschky einen weiteren Scheck für die Wiederaufstellung der historischen Rolandfigur vor dem Alten Rathaus entgegen genommen. Die Stadtsparkasse Magdeburg sponsert das Vorhaben mit 10.000 EURO. Matthias Geraldy und Jens Eckhardt übergaben den symbolischen Scheck an die Vorsitzenden des "Freundeskreis historischer Roland", Stadtrat Falko Balzer und Stadtratsvorsitzender Jens Ansorge.
Am 2. Dezember 2004 hatte der Stadtrat mehrheitlich für die Schaffung und Aufstellung einer neuen Rolandfigur vor dem Rathaus auf dem Alten Markt plädiert. Die Figur soll in Anlehnung an die bei Johannes Pomarius in seiner im Jahr 1588 erschienenen "Chronik der Sachsen und Niedersachsen" abgebildeten Darstellung des letzten bekannten Magdeburger Rolands ausgeführt werden, dort "Colossus Magdeburgensis" genannt. Diese Figur war 1631 bei der Erstürmung Magdeburgs zerstört worden.
Mit der Wiedererrichtung eines Rolands wäre Magdeburg nicht nur um eine bedeutende Sehenswürdigkeit reicher, sondern das Standbild könnte darüber hinaus als Ausdruck der mit der Wende wiedergewonnenen städtischen Autonomie und des damit verbundenen neuen Selbstbewusstseins der Bürgerschaft angesehen werden.
Der Stadtrat beschloss, das Projekt über Spendengelder zu realisieren. Insgesamt 75.000 Euro sind dafür notwendig. Mit der aktuellen Spende der Stadtsparkasse ist das Spendenkonto auf 50.000 Euro angewachsen. Weitere Spenden sind deshalb willkommen, denn der Roland soll noch im Jubiläumsjahr aufgestellt werden. Wer das Vorhaben unterstützen möchte, kann seine Spende an die Landeshauptstadt Magdeburg, Konto-Nr. 14000101 bei der Stadtsparkasse Magdeburg (BLZ 810 532 72), Verwendungszweck: 0.56000.050006.9 "Magdeburger Roland", einzahlen.
Hintergrund
Die erste Erwähnung einer Rolandfigur kann für Magdeburg bereits für das Jahr 1419 belegt werden, wahrscheinlich ist jedoch schon im 13. Jahrhundert ein erster Roland errichtet worden. Damit gehört Magdeburg zu den ältesten Rolandstädten überhaupt.
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde der letzte Magdeburger Roland bei der Erstürmung der Stadt im Jahre 1631 zerstört. Glücklicherweise ist diese Figur in ihrem Aussehen überliefert. In der 1588 erschienenen Chronik der Sachsen und Niedersachsen des Johannes Pomarius ist sie in Form eines Holzschnittes abgebildet und wird dort mit Colossus Magdeburgensis' bezeichnet. Aus Anlass der Sanierung des Alten Rathauses, die 2005 abgeschlossen sein wird, hatte sich die Idee herausgebildet, in diesem Zusammenhang auch einen Roland nach historischem Vorbild zu errichten.
Der gewählte Standort vor dem Nordflügel des alten Rathauses entspricht fast exakt demjenigen, an dem von 1933 bis 1940 der hölzerne und recht martialisch wirkende sogenannte Kriegs- oder Nagelroland von 1915 gestanden hatte, dessen Spur sich 1945 verliert und der ursprünglich zur Unterstützung von Kriegerwitwen und Kriegswaisen des Ersten Weltkrieges hergestellt worden war.
Der "Freundeskreis historischer Roland", der sich für die Wiederaufstellung der historischen Rolands engagiert, ist ein Zusammenschluss von Stadträten und Mitarbeitern der hauptamtlichen Verwaltung sowie anderen Interessierten. Mitglieder sind u.a. Jens Ansorge (Stadtratsvorsitzender) und Falko Balzer (Stadtrat) als Vorsitzende des Freundeskreises, Werner Kaleschky als Schirmherr des Freundeskreises, Herr Kilz (Architekt), Rainer Riegg (Metallbau Riegg), Dr. Eckhart Peters (Stadtplanungsamt).
Durch die Künstlerin Martina Seffers aus Niederndodeleben wurde ein Modell gefertigt, welches als Vorgabe für die später ca. 4.80 m hohe Roland-Sandsteinfigur dienen soll. Die Fertigstellung soll noch in diesem Jahr erfolgen.