Magdeburg.
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr.Lutz Trümper hat die "Erklärung deutscher Bürgermeister zur Abschaffung von Atomwaffen" unterzeichnet. Mit der Erklärung werben Oberbürgermeister und Bürgermeister zahlreicher deutscher Städte für die Aufnahme von Verhandlungen zur Abschaffung von Atomwaffen.
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Die Initiative "Bürgermeister für den Frieden" wurde im August 1985 durch die
Bürgermeister der japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki aus Anlass des
40. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf diese Städte ins Leben gerufen. |
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Magdeburg gehörte - neben Dresden und Ostberlin - zu den Städten, die der
Bewegung bereits zu DDR-Zeiten beigetreten waren und ist bis heute Mitglied. |
Die Initiatoren starten regelmäßig Aktionen, um den Erhalt des Friedens auf der Welt zu fördern und die Verbreitung von Atomwaffen einzudämmen. Im Oktober 2003 hat die internationale Nichtregierungsorganisation "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden) die Kampagne "2020 Vision" (zu deutsch: atomwaffenfrei bis 2020) gestartet. Mayors for Peace ruft ihre momentan 562 Mitgliedsstädte in 108 Ländern auf, die Kampagne zu unterstützen, um sich so in die Verhandlungen über Atomwaffen einzumischen. Sie werden dabei von Friedensgruppen auf der ganzen Welt sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene unterstützt.
Weitere Informationen:
www.magdeburg.deuergerportalstaedtepartnerschaften
www.atomwaffenfrei.de
Anlage:
Erklärung deutscher Bürgermeister zur Abschaffung von Atomwaffen
Erklärung deutscher Bürgermeister zur Abschaffung von Atomwaffen
Unterstützung für die Aufnahme von Verhandlungen zur Abschaffung von Atomwaffen
1.
Eingedenk der Tatsache, dass so lange wie Atomwaffen existieren, Städten der Welt die
sofortige Zerstörung in einer Größenordnung droht, die die Erfahrungen von Hiroshima und
Nagasaki aus dem Jahre 1945 weit überschreitet; und
2.
eingedenk der Tatsache, dass ein Atomkrieg viele Städte zerstören, ein unbeabsichtigter
Raketenabschuss mehrere Städte zerstören, der Einsatz von Atomwaffen durch Terroristen
eine Stadt zerstören würde; und
3.
eingedenk der Tatsache, dass ein Atomangriff das Rathaus auslöschen und alle
Notmechanismen und Dienste und jegliche Stadt-"Planung" für eine solche Katastrophe
völlig sinnlos machen würde; und
4.
eingedenk der Tatsache, dass die vorderste Verteidigungslinie gegen atomare Gefahren der
Nichtverbreitungsvertrag (NVV) ist, der sich momentan in seiner siebten Überprüfungsphase
befindet, mit dem planmäßigen Treffen aller Vertragsparteien kommenden Mai, um sicher zu
stellen, dass der Vertrag eingehalten wird; und
5.
eingedenk der Tatsache, dass alle anderen Massenvernichtungswaffen durch internationale
Vereinbarungen verboten worden sind und unter internationaler Kontrolle
beseitigt werden, und die Nuklearwaffenstaaten des NVV sich zur Führung von
Verhandlungen über atomare Abrüstung in gutem Glauben verpflichtet haben; und
6.
eingedenk der Tatsache, dass der internationale Gerichtshof 1996 einstimmig erklärt hat, dass
alle Staaten verpflichtet sind "in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum
Abschluss zu bringen, die zu atomarer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und
effektiver internationaler Kontrolle führen"; und
7.
eingedenk der Tatsache, dass die Weltkonferenz der Bürgermeister für den Frieden eine
internationale Kampagne gestartet hat, die die NVV-Überprüfungskonferenz 2005 auffordert,
Verhandlungen über die Eliminierung von Nuklearwaffen aufzunehmen, die bis 2010
abzuschließen und bis 2020 vollauf auszuführen sind, auch als Vision 2020 bekannt; und
8.
eingedenk der Tatsache, dass Massenvernichtungswaffen keinen Platz in einer zivilisierten
Welt haben,
9.
sei deswegen jetzt beschlossen, dass die US-Konferenz der Bürgermeister den US-
Präsidenten auffordert, eine Entscheidung der NVV-Überprüfungskonferenz 2005 zu
unterstützen, Verhandlungen über das Verbot und die Eliminierung von Atomwaffen und
atomwaffenbezogenem Materialien zu beginnen und
10.
sei darüber hinaus beschlossen, dass die US-Konferenz der Bürgermeister solange in dieser
Frage engagiert bleibt bis unsere Städte nicht mehr unter der Bedrohung atomarer
Vernichtung stehen.
In Übereinstimmung mit dem Beschluss der US-Konferenz der Bürgermeister
fordere ich die deutsche Regierung auf,
• sich auf der Überprüfungskonferenz des NVV im Mai 2005 für die sofortige Aufnahme
von Verhandlungen zum Verbot und zur Abschaffung von nuklearen Waffen und
Material aktiv einzusetzen,
• Verhandlungen über den Abzug der US-Atomwaffen von deutschem Boden zu
beginnen und
• die nukleare Teilhabe Deutschlands aufzugeben.
Ich werde diese Anliegen so lange verfolgen, bis die Atomwaffengefahr von
unseren Bürgerinnen und Bürgern genommen ist.
Dr. Lutz Trümper
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg 27. Juni 2005