Magdeburg.
Bürgermeister Bernhard Czogalla und das Magdeburger Bündnis gegen Rechts (BgR) protestieren gemeinsam gegen einen Aufmarsch der NPD in Magdeburg-Rothensee am kommenden Samstag. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Anmeldung durch die NPD hatte Bürgermeister Bernhard Czogalla vergeblich versucht, ein Verbot des Aufmarsches zu erwirken.
"Die Demonstration der NPD richtet sich vor allem gegen das städtische Asylbewerberheim in Rothensee. Ich fordere deshalb alle friedliebenden Magdeburgerinnen und Magdeburger auf, sich am Samstag einzureihen in eine Menschenkette, um zu zeigen, dass Ausländerfeindlichkeit und Hass in unserer Stadt keine Chance haben", ruft Bürgermeister Bernhard Czogalla zum Protest auf.
Für kommenden Sonnabend, den 6. August, planen neonazistische Gruppen unter dem Motto "Rothensee eine Zukunft geben" eine ausländerfeindliche Demonstration gegen das Rothenseer Heim für Asylbewerber und Asylbewerberinnen.
Das Bündnis gegen Rechts und die Stadtverwaltung bereiten gemeinsam Protestaktionen vor, um das Heim zu schützen. Die Aktionen beginnen am Sonnabend um 10.00 Uhr an der Reformationskirche Rothensee (Turmstraße, Ecke Akazienstraße) mit einer Andacht. Im Anschluss ist eine Demonstration zur Windmühlenstraße geplant, wo ab 10.30 Uhr eine Menschenkette gebildet werden soll. "Alle Magdeburgerinnen und Magdeburger, die sich dem friedlichen Protest gegen Intoleranz und Ausländerhass anschließen wollen, sollten sich in die Menschenkette einreihen", ruft Bürgermeister Bernhard Czogalla zur Teilnahme auf.
Zudem plant die NPD am Nachmittag Wahlkampfaktionen in der Magdeburger Innenstadt. Dass Naziparolen in Magdeburg kein Gehör finden, sollen die Nazis auch hier zu spüren bekommen. "Unter dem Motto ‚Magdeburg ist bunt - nicht braun"‘ wird die Stadt sowohl in Rothensee als auch im Zentrum wiederum Transparente gegen Fremdenfeindlichkeit und für Weltoffenheit anbringen", kündigt Bürgermeister Bernhard Czogalla an.
Das Bündnis gegen Rechts wird Informationsstände organisieren. Mit dem Button "Gegen Nazis Courage zeigen", erhältlich an einem Stand am MVB-Haus auf dem Breiten Weg/Ecke Ernst-Reuter-Allee, können Bürgerinnen und Bürger ihren Protest und ihre Ablehnung persönlich zeigen.
Darüber hinaus verweisen Stadtverwaltung und Bündnis gegen Rechts darauf, dass beide Demonstrationswege der Neonazis - in Rothensee und in der Innenstadt - wichtige Gedenkorte für Opfer des NS-Regimes berühren. Das BgR hofft, dass in Sachsen-Anhalt künftig solche Orte grundsätzlich durch Verbote vor rechtsextremistischen Demonstrationen geschützt werden.