Magdeburg.
Wussten Sie, dass die Wähler zur Reichstagswahl im Jahr 1920 die Stimmzettel noch selbst mit ins Wahllokal bringen mussten? Oder erinnern Sie sich noch an die "Fliegende Wahlurne", mit der ältere und kranke Bürger zu DDR-Zeiten zu Hause aufgesucht wurden, damit ja keine Stimme verloren geht? Anlässlich des Stadtjubiläums hat das Amt für Statistik, das in der Stadtverwaltung für allgemeine Wahlen zuständig ist, eine kleine Broschüre rund um die Wahlen seit der Zeit des "Norddeutschen Bundes" bis zur ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl 1990 herausgebracht.
Dass das Heft mitten in den Vorbereitungen zur Bundesttagswahl im September erscheint ist eher Zufall. "Wir haben es als Beitrag zum Stadtjubiläum erstellt", so der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung, Holger Platz, der zugleich Kreiswahlleiter ist. "Die Geschichte der Wahlen spiegelt auch ein Stück Geschichte der Stadt Magdeburg."
"Allgemeine, freie und gleiche Wahlen sind erster Ausdruck der Demokratie und Grundstein der Freiheit eines Staates", erinnert Holger Platz an scheinbare Selbstverständlichkeiten. "Der Blick in die Geschichte lehrt, dass dies nicht immer so war und dass das Wahlrecht ein kostbares Gut ist."
Mit Texten, Bildern und Zahlen versucht das Heft "Von Wahlmännern und fliegenden Wahlurnen" die Atmosphäre rund um die Wahlen in mehr als einem Jahrhundert lebendig werden zu lassen. Das Heft umfasst 36 Seiten und ist gegen eine Schutzgebühr von 3 Euro im Amt für Statistik, Julius-Bremer-Str. 10 erhältlich.