Stadtjubiläum Magdeburg 12hundert
Die Highlights der Woche vom 12. bis 18. September 2005
1200 Jahre ist es her, dass Magdeburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Wenn das kein Grund zum Feiern ist ...
... und das tut die Stadt ein ganzes Jahr mit rund 250 großen und kleinen Veranstaltungen. Und weil zu einem so runden Jubiläum Gäste gern gesehen sind, laden wir Besucher aus nah und fern ein, mit uns gemeinsam zu feiern. Dies sind die Veranstaltungen der kommenden Woche:
HIGHLIGHT MAGDEBURG 12HUNDERT:
Am 12. September, 10 bis 15 Uhr, Alter Markt
10. Treffen der Fahrbibliotheken Sachsen-Anhalts in Magdeburg
Die Fahrbibliothek der Stadtbibliothek Magdeburg feiert ihren 30. Geburtstag, und da lädt sie sich natürlich Gäste ein. Zehn der unterschiedlichsten Bibliotheken auf Rädern werden erwartet. Auf dem Alten Markt werden sie nach einem Buskorso durch die Stadt zur Besichtigung bereit stehen. Zum Geburtstagsprogramm mit Spiel, Spaß und Basteln sind alle herzlich eingeladen. Theo Tintenklecks und seine Freunde haben für die Kinder ein tolles Programm mit Musik rund ums Lesen vorbereitet. Außerdem finden Lesungen mit Magdeburger Autoren in den Stadtteilbibliotheken, der Fahrbibliothek und der Kinderbibliothek für Schülerinnen und Schüler der Magdeburger Schulen statt: Ingrid Hahnfeld in Sudenburg, Hans-Joachim Krenzke in der Fahrbibliothek und der Kinderbibliothek der Zentralbibliothek, Hanns H.F. Schmidt im Flora-Park und Rainer Schulze in Reform.
Info: Stadtbibliothek, Tel.: (0391) 5 40 48 49 , http://stadtbibliothek.magdeburg.de
Am 12. September, 15 Uhr, Forum Gestaltung, Brandenburger Straße 9/10
Meine Stadt - Geschichten von schreiblustigen Magdeburgern
Zum 12hundert-Jubiläum Magdeburgs veranstaltete das Literaturhaus einen Schreibwettbewerb zum Thema "Magdeburger sehen ihre Stadt". Aufgerufen waren Kinder der Grundschulen, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sowie Erwachsene, maximal zwei Seiten über ihr Verhältnis zur Heimatstadt zu schreiben. Nun erfolgt am 12. September um 15 Uhr die Auswertung.
Info: Literaturhaus e.V., Tel. (0391) 4 04 49 95, www.literaturhaus.de.md
Am 12. September, 19 Uhr, Forum Gestaltung
Briefe von Jurek Becker und "Jakob, der Lügner"
Jurek Becker, 1937 in Lodz geboren und 1997 verstorben, wurde bekannt durch seine Romane "Jakob der Lügner", "Der Boxer" und durch seine Drehbücher "Liebling Kreuzberg". Die nun veröffentlichte Sammlung von Briefen reicht von 1969 bis 1996, in denen sich das Werden eines Schriftstellers, seine politische Haltung zwischen den Systemen, seine Bekanntschaften und Freundschaften, wachsender Erfolg und die unablässige Schärfung seines ironischen Talents ablesen lassen. Christine Becker und Frank Beyer stellen den im Suhrkamp-Verlag erschienenen neuen Band "Ihr Unvergleichlichen" - aus dem Briefwechsel Jurek Beckers" vor. Gegen 21 Uhr wird der Film "Jakob, der Lügner" gezeigt (Regie: Frank Beyer, DDR 1975).
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro
Info: Literaturhaus e.V., Tel.: (0391) 4 04 49 95, www.literaturhaus.de.md
Am 12. September, 19.30 Uhr, Fotoareal 12hundert
Vernissage der Fotoausstellung "interSHOPs" von Anja Schlamann
Am 12. September findet im Fotoareal 12hundert die Vernissage der Fotoausstellung "interSHOPs" von Anja Schlamann statt. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper wird die Ausstellung um 19.30 Uhr eröffnen. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Rolf Sachsse von der Hochschule Saarbrücken hält die Laudatio.
Einkaufen gehört zum alltäglichen Geschäft. Die uns vertrauten Verkaufswelten haben eine Vielfalt entwickelt, die wir im eiligen Alltag unserer Gewohnheiten nicht mehr bewusst wahrnehmen. In der Stadt Magdeburg werden die verschiedensten Waren vom Ein-Mann-Unternehmen über Familienbetriebe bis hin zu Großmärkten in den Randlagen präsentiert. Während wir uns ganz selbstverständlich des Angebots bedienen, begeben wir uns in die Atmosphäre des Handels, ohne dabei die uns umgebenden Verkaufsräume als Orte unserer Kultur zu begreifen. Wir konzentrieren unseren Blick auf die Dinge, die wir meinen erwerben zu müssen. Der Raum tritt dabei zurück und verblasst in Unschärfe.
Die Fotografin Anja Schlamann dagegen stellt mit ihrer Ausstellung "interSHOPs" diese scheinbar banalen Alltagssituationen in den Fokus, veranschaulicht das Unscheinbare, lenkt in ihren Fotografien die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das oftmals nicht Gesehene.
Die Welt des Verkaufs als eine Welt sortierter Gewohnheiten und Vertrautheiten wird eingefangen und in harmonische Bildkompositionen gebracht. Die Fotografien gehen über eine rein sachlich darstellende Abbildung hinaus, sie transformieren eine Stimmung, einen Ausdruck. Weniger der Vorgang des Verkaufs tritt uns aus den Fotografien entgegen als vielmehr die individuelle Präsentation und Organisation des Handels sowie der Überfluss, der uns im Bild gefangen nimmt.
Durch die Abbildung einzelner Verkäufer werden die erfassten Räume aus ihrer Strenge herausgehoben und biografisch aufgeladen. In der klaren Trennung von Raum, Detail und Porträt gibt die Fotografin dem Menschen eine Eigenständigkeit. Auf den ersten Blick verborgen, offenbart sich uns nun neben der Verkaufswelt ein Einblick in die individuelle Arbeits- und Lebenswelt der gezeigten Personen und damit auch in unser Alltagsleben. Der Betrachter der Bilder kann die gezeigten Räume durchwandern, die Wechselwirkungen mit Details und gezeigten Portraits entdecken. Dabei wird er in der Szenerie gefesselt. Er wird eingeladen, auf den Fotografien seine gewohnte Umgebung neu zu sehen, Kleinigkeiten zu entdecken und Schönheiten wahrzunehmen.
Die Ausstellung "interSHOPs" ist bis zum 10. Oktober im Fotoareal 12hundert in der Regierungsstraße 37e (ehemaliger Intershop) zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, sonnabends/sonntags von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Info: Büro 12hundert, Tel.: (0391) 53 53 92 00; www.12hundert.magdeburg.de sowie Anja Schlamann, www.schlamann.com
14. September, 19 Uhr, Neues Rathaus, Konferenzraum III
Im Stadtarchiv gefunden: "Die historische Entwicklung Cracaus und der Friedrichstadt sowie des Elbübergangs"
Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Johannes Nestler.
Info: Stadtarchiv Magdeburg, Tel. (0391) 5 40 27 27; www.magdeburg.de/stadtarchiv
Am 17. September, 11 Uhr, Steubendenkmal, Harnack-/Ecke Hegelstraße
275. Geburtstag von Friedrich Wilhelm von Steuben
Feierliche Kranzniederlegung anlässlich des 275. Geburtstages von Friedrich Wilhelm von Steuben, anschließend Umzug mit einer American Marching Band über Hegelstraße und Breiten Weg zum Domplatz. Um 12 Uhr findet anlässlich des Steuben-Jubiläums ein Konzert auf dem Domplatz statt.
Info: Steuben- Schurz-Gesellschaft e.V.
Vom 17. September bis 8. Oktober, Forum Gestaltung, Brandenburger Str. 9/10
Ausstellung zum Projekt "Geschichten-Schatz-Kammer"
Magdeburger Schüler gingen auf Spurensuche in den verschiedensten Epochen. Was sie zusammentrugen, zeigt die vielfältige Ausstellung im Forum Gestaltung.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9.30 - 17 Uhr, Sa/So nach Anmeldung. Bei Gruppen wird um Anmeldung gebeten. (Eintritt frei)
Info: Jugendkunstschule Haus KLE, Tel.: (0391) 6 21 38 87
Am 17. September, 19 Uhr, Volksbad Buckau
Eröffnung der Ausstellung "tRAUMgeBILDe 2005"
Das Soziokulturelle Zentrum "Volksbad Buckau" lädt am Sonnabend, dem 17. September, um 19 Uhr zur Eröffnung der Ausstellung "tRAUMgeBILDe 2005" ein. Präsentiert werden rund 900 Postkarten von 500 MailArtisten (Postkünstlern) aus 35 Ländern, die im Zeitraum März bis August 2005 als Ergebnis des gleichnamigen MailArt-Projektes eintrafen. Das Volksbad Buckau und der Schönebecker Thomas Westermann, Initiator des Projektes und selbst leidenschaftlicher MailArtist, brauchten sich über leere Briefkästen also nicht zu beklagen.
Neben den zahlreichen Einsendungen aus Deutschland traf Post aus 21 weiteren europäischen Ländern ein, darunter stark vertreten England, Frankreich, Holland, Italien, Spanien und die Schweiz. Die längsten Reisen unternahm die Post aus Argentinien, Australien, Brasilien, Indonesien, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neu Seeland, Taiwan, Uruguay, den USA und Venezuela.
Zur Geschichte der "tRAUMgeBILDe": 1985 und 1995 ging das Foto des ehemaligen Galerie-Flures des Ernst-Thälmann-Kulturhauses in Magdeburg (heute AMO) schon einmal als gedruckte Postkarte auf Reisen. Unter dem Titel "tRAUMgeBILDe" war auch damals dazu aufgerufen worden, TRÄUME, RÄUME, BILDER und GEBILDE auf dem Flurbild zu gestalten und sich mit dieser Postkarte an einer Ausstellung zu beteiligen (siehe Web-Galerie unter www.traumgebilde.net).
Wer die ideenreichen und farbenfrohen Postkarten des Projektes 2005 betrachten möchte, ist zur Ausstellungseröffnung herzlich eingeladen. Das Programm gestalten Bernd Götz (Szenische Improvisation), Ludwig Schumann (Gespräch) und "Simmervier" (Musik). Die Bilder sind im Internet vorläufig nicht zu sehen, dafür aber noch bis zum 10. November im Volksbad Buckau. (Öffnungszeiten: Montag 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr, Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 12 und von 13 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung).
Info: Soziokulturelles Zentrum "Volksbad Buckau", Karl-Schmidt-Str. 56, Tel. (0391) 4 05 60 11, E-Mail: volksbad.buckau@t-online.de , weitere Information: www.traumgebilde.net
Bis 18. September, ehemalige Straßenbahnhalle "ARTDepo", Große Diesdorfer Straße
V. Internationales Kunstfestival Magdeburg 2005 "Zeitreise, Spuren im Werden"
Als Veranstalter gibt der Kunstverein Gala e.V. durch unterschiedlichste Kunstprojekte
zahlreichern Künstlern aus Ost- und Westeuropa eine Plattform. (Geöffnet Mo-So von 10 bis 20 Uhr)
Info: Kunstverein Gala, Tel.: 03 91/7 27 29 77, www.kunstfestival.com
Laufende Ausstellungen:
Bis 9. Oktober, Festung Mark
"Weiblichkeit - Sinnlichkeit - Fruchtbarkeit" - ein Kunstprojekt von Sabine Kunz
Im Jubiläumsjahr Magdeburg 12hundert zeigt die Künstlerin Sabine Kunz bis zum 9. Oktober 2005 in der Festung Mark ihr Kunstprojekt "Weiblichkeit - Sinnlichkeit - Fruchtbarkeit".
Korrespondierend mit dem Gesamtprojekt findet in der Johanniskirche bis zum 1. Oktober die Ausstellung "Weiblichkeit - Sinnlichkeit - Fruchtbarkeit" statt. Am 25. September um 15.00 Uhr führt Sabine Kunz in der Festung Mark zum Projekt und zur Ausstellung ein Künstlergespräch durch.
Zur Einführung ein Auszug aus dem Begleittext von Jörg Riemke: "48 farbige Holzschnitte, 2,40 Meter hoch, ordnen sich, zusammengefügt zu einem Wald von Stelen, zwischen denen der Betrachter wandeln kann, über sich die Fahnen mit den Abdrucken der großen Holztafeln. Der beeindruckende Innenraum der Festung Mark ... verbindet sich mit dem Kunstwerk von Sabine Kunz zu einer Einheit. Eine Vielzahl von klaren einfachen Formen und Farben mit großer Eindringlichkeit, Archetypen des kollektiven Unbewussten, eröffnen stetig neue Sinnzusammenhänge: Äpfel und Birne bilden zusammen eine Frucht, aber die Birne hat keine Kerne. Die Geborgenheit des Embryos im Bauch, der ein Apfel ist. Der Baum der Erkenntnis. Teufel. Schlange. Die große Mutter. Europa, die den Stier bei den Hörnern packt ... Alles Geschehen ist in der Natur eingebettet. Hier ist die Kraft, die sich stets erneuert. Den Zugang und somit eine Antwort kann nur jeder für sich finden."
Info: Sabine Kunz, Tel. (0177) 6 94 95 50
Bis 15. Oktober im Forum Gestaltung, Brandenburger Straße 9/10
"ABGESTEMPELT" - Judenfeindliche Postkarten im Dritten Reich
Bis 15. Oktober ist im Forum Gestaltung die Ausstellung "Abgestempelt" zu sehen. Es ist eine sehr besondere Exposition mit 300 Ansichtskartenmotiven, vielfach zwischen 1880 und 1945 per Post versendet. Allen Postkarten gemein ist ihr judenfeindlicher Grundton. "Abgestempelt" wurden die jüdischen Mitbürger; Spott, Häme und Hass fanden damals ungehinderte Verbreitung. Antisemitismus und Rassenhass bestimmten viele gesellschaftliche Bereiche. In der Ausstellung wird bewusst, wie vergiftet das Klima war, bis der latent schwelende Judenhass mit Deportation und Massenmord in Hitlers Todesfabriken seinen grausigen Höhepunkt fand.
"Abgestempelt" ist eine nachdrücklich mahnende Erinnerung an das schlimmste Kapitel deutscher Geschichte. Die Ausstellung wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Museum für Kommunikation und dem Jüdischen Museum Frankfurt/Main erarbeitet.
Die Ausstellung ist bis zum 15. Oktober zu sehen (täglich 10-18 Uhr, Saal des Forums Gestaltung; Eintritt frei)
Info: Büro 12hundert, Tel. (0391) 53 53 92 00, www.12hundert.magdeburg.de und Vision.24 Lust auf Zukunft, Tel. (0391) 8 86 41 97, www.forum-gestaltung.de
Bis 15. Oktober, Kulturzentrum Mikrokosmos, Gr. Diesdorfer Straße 249
Ausstellung: "Les Français à Magdebourg". Kunst, Musik, Film, Literatur und französische Lebensart
In der Ausstellung stellen drei französische Künstler, Willy Ronis, Anne Gorouben und Yves Charnay, exemplarisch die deutsch-französische Beziehung in Magdeburg dar. Neben der Ausstellung dieser drei mit Magdeburg verbundenen französischen Künstler finden bis 25. September zahlreiche Lesungen, Vorträge und Konzerte zu diesem Thema im Kulturzentrum "Mikrokosmos" statt.
Info: Geöffnet Mo-Sa von 16 bis 20 Uhr, So von 14 bis 18 Uhr; Kunstverein derART e.V., Tel.: 03 91/ 7 31 33 22; www.derart-ev.org
Bis 31. Oktober, Technikmuseum
"Innovation und Unternehmertum" und "Der Breite Weg"
Die Ausstellung "Innovation und Unternehmertum - Frühes Ingenieurwesen in Magdeburg" im Technikmuseum in der Dodendorfer Straße präsentiert die Anfänge der Industrialisierung in Magdeburg. Im Mittelpunkt der Exposition steht die Geschichte der "Gründerväter" Samuel Aston, Ernst Rudolf Wolf, Hermann Gruson, Eugen Polte, Bernhard Schäffer und Christian Friedrich Budenberg. Zu den Exponaten zählen u.a. eine Lokomobile und Manometertechnik von Schäffer & Budenberg.
Weiterhin ist gleichfalls im Technikmuseum die Ausstellung "Der Breite Weg - ein verlorenes Stadtbild" zu sehen. Sie lässt die einstmals schönste Barockmagistrale Deutschlands auf rund 50 Meter Länge als aufwändige Fotorekonstruktion im Maßstab 1:35 wieder auferstehen.
Geöffnet Di.-So. von 10 bis 17 Uhr. Eintritt: 2 Euro
Info: Technikmuseum, Tel.: (03 91) 6 22 39 06, www.technikmuseum-magdeburg.de
Bis 31. Dezember, Flurgalerie des Büro- und Tagungscenters Magdeburg
Fotoausstellung: "Magdeburg - eine Stadt in der Veränderung"
Themen der Exposition des Arbeitskreises Fotografie sind u. a. Magdeburg von Gotik bis Moderne, die Johanniskirche als Magdeburgs älteste Stadtkirche (Fotoreportage), Magdeburger Denkmäler und Skulpturen sowie die Magdeburger in ihrer Stadt. Zu sehen in der Flurgalerie des Büro- und Tagungscenters in der Rogätzer Str. 8; geöffnet Mo.-So. von 10 bis 19 Uhr. Eintritt frei.
Info: Arbeitskreis Fotografie, Tel.: (0391) 7 39 28 05
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