Landkreis Leer | Presseinformation

Grenzüberschreitende Kooperation der Länder im Krisenfall:

Heute Beginn der Tierseuchenübung

Gemeinsame Presseinformation des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) und des Landkreises Leer als Teil des gemeinsamen Krisenzentrums zusammen mit den Landkreisen Ammerland, Aurich, Wesermarsch und der Stadt Emden

16. November 2005. Im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung anlässlich des Geflügelpest-Ausbruchs bei Tieren in verschiedenen Drittländern wird deutlich: Kooperierende, grenzüberschreitende Tierseuchenübungen sind notwendig, um für einen Krisenfall gewappnet zu sein. „Tierseuchen kennen keine Grenzen, alle Beteiligten müssen daher sofort miteinander handeln können“, sagte Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen während der heutigen Pressekonferenz zur Tierseuchenübung in Leer: „Es geht bei dieser Übung vor allem darum, alle Möglichkeiten bei dem ersten Anzeichen eines Tierseuchenausbruchs koordiniert einzusetzen.“

Die EU schreibt es vor: Alle zwei Jahre muss im Rahmen einer Übung geprobt werden, ob die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Ernstfall funktioniert. Im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (das Ministerium selbst führt dabei die Sitzungen des Landeslenkungsstabes in Hannover durch) findet daher von heute an eine zweitägige Maul- und Klauenseuche (MKS)-Übung in Leer mit den Veterinärbehörden der Landkreise Leer, Ammerland, Aurich, Wesermarsch sowie der kreisfreien Stadt Emden statt. Organisiert und begleitet wird die Übung von der Task-Force Veterinärwesen des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES).

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gemeinsamen Krisenzentrums wird es heute und morgen darauf ankommen, von Anfang bis Ende den Ernstfall durchzuproben: Abklärung eines MKS-Verdachts, Aktivierung des Krisenzentrums, Entnahme von Blutproben "kranker" Tiere, die an die Bundesforschungsanstalt für Tiergesundheit, Friedrich-Loeffler-Institut, Insel Riems, geschickt werden, sowie die Simulation der Impfung umliegender Bestände.

Auch „Schreibtischarbeit“ ist wichtig. So wird es darauf ankommen, spezielle EDV-Programme richtig anzuwenden. Anhand eines Tierseuchen-Nachrichten-Systems kann innerhalb kürzester Zeit in das gesamte Bundesgebiet übermittelt werden, welche Seuche wo ausgebrochen ist, wie viele Tiere betroffen sind und welche Maßnahmen in Angriff genommen werden müssen.

„Als größte potentielle Gefahr für Klauentiere und als eine der wirtschaftlich bedeutendsten Tierseuchen der Welt erfordert die MKS schnelles Handeln. Für die Veterinärbehörden bedeutet das, jederzeit ohne Einschränkungen einsatzbereit zu sein“, sagt Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des LAVES.

„Um in einem Ernstfall eine Tierseuche wirksam zu bekämpfen, haben wir mit einem gemeinsamen Krisenzentrum benachbarter Landkreise eine breite und effektive Abwehrfront geschaffen“, sagt der Leeraner Landrat Bernhard Bramlange. Die Übung biete allen Beteiligten jetzt eine gute Chance, auch gemeinsam auszuprobieren, ob alles wie geplant funktioniere.

Bei der Tierseuchenübung handelt es sich um eine gemeinsame Aktion von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden. Länderübergreifend soll es zur besseren Vorbereitung auf künftige Krisenfälle kommen. Daher war bereits Anfang des Jahres zwischen den jeweiligen Landwirtschaftsministern eine vertiefte Zusammenarbeit auf allen Gebieten des Krisenmanagements vereinbart worden.

Eine weitere MKS-Tierseuchenübung von allen anderen Landkreisen und kreisfreien Städten Niedersachsens findet am 24. November statt. Schwerpunkte werden dort unter anderem sein:


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