09. Dezember 2005. Die „Perspektiven der Reedereiwirtschaft im Landkreis Leer“ sind das Thema eines neuen Positionspapiers, das Landrat Bernhard Bramlage jetzt öffentlich vorstellte. Die als Broschüre aufgemachte Expertise wurde im Auftrag des Landkreises von der NORD/LB Norddeutsche Landesbank zusammen mit dem Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung erstellt. „Vor dem Hintergrund der weltweit steigenden Bedeutung der maritimen Wirtschaft ergeben sich neue Chancen und Herausforderungen, gerade für die sonst wirtschaftlich eher schwachen Regionen an der deutschen Küste“, beschreibt Bramlage den Anlass für das Positionspapier.
Die Entwicklung der Reedereiwirtschaft im Landkreis Leer sei hoch dynamisch. Leer ist bundesweit bezogen auf die Zahl der bereederten Schiffe der zweitgrößte Standort der Seeschifffahrt. Von hier aus werden fast 400 Schiffe bereedert, die weltweit unterwegs sind. Dazu gehören große Containerschiffe ebenso wie Gastanker und Spezialschiffe für Schwertransporte und die Polarforschung.
„Die Reedereiwirtschaft prägt das wirtschaftliche Image dem Landkreis Leer wie kaum eine andere Branche und ist darum für die zukünftige Entwicklung des Landkreises Leer von entscheidender Bedeutung“ betont Landrat Bramlage. Nach den Worten von Dr. Arno Brandt von der Norddeutschen Landesbank kann sich Leer gegenüber anderen Standorten vor allem durch eine Spezialisierungsstrategie behaupten. Es komme zunehmend darauf an, die besonderen Stärken und Kompetenzen des Standortes zu nutzen und weiter zu entwickeln.
Im Vordergrund der Studie steht eine ökonomische Analyse des Reedereistandortes Leer. Dabei werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Beziehungen im Netz der maritimen Verbundwirtschaft ausgebaut werden können: Beispielsweise durch noch stärkere Zusammenarbeit zwischen Reedereien und Hafenunternehmen oder durch die Ausweitung des Spektrums maritimer Dienstleistungen.
Besondere Bedeutung schreibt die Studie dem Potenzial der Seefahrtschule in Leer (Institut für Seefahrt und Fachschule) zu. Die Ausweitung der Ausbildungskapazitäten wird als wichtigste Investition in die Zukunft des Standortes Leer genannt, die vor allem für den weiteren Ausbau der besonders zukunftsträchtigen Spezialschifffahrt eine entscheidende Rolle spiele.
Landrat Bramlage sieht darin eine Bestätigung des Engagements der örtlichen Reedereiwirtschaft und des Landkreises Leer für die Seefahrtausbildung vor Ort. Die in Leer vorhandene enge Kooperation zwischen Seewirtschaft und Fachhochschule werde sich als entscheidender Erfolgsfaktor für die Zukunft und weitere Entwicklungen des Standortes Leer als Standort der maritimen Verbundwirtschaft erweisen.
Nicht zuletzt sieht Dr. Brandt aber auch im künftigen JadeWeserPort in Wilhelmshaven neue Perspektiven für die Reedereiwirtschaft. Daraus könnten sich neue Anstöße für die Entwicklung hafenbezogener Dienstleistungen auch für den Standort Leer ergeben. Und schließlich sieht das Positionspapier weitere Wachstumsimpulse durch die Entwicklung von Offshore-Windenergieanlagen vor der niedersächsischen Küste. Die Leeraner Reeder sehen dabei ihre Chancen vor allem auch im Bereich von besonderen Dienstleistungen, die im Rahmen von Aufbau, Wartung oder Reparatur der Offshore-Anlagen erforderlich werden.
Die neue Broschüre kann kostenlos beim Amt für Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung in Leer, Friesenstraße 34/36, 26789 Leer, oder unter der E-Mail-Adresse andrea.collmann@lkleer.de bezogen werden.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle: Dieter Backer
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