Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 31. März 2006

Beseitigung von Barrieren bleibt wichtigste Aufgabe

Behindertenbeauftragter legt Jahresbericht 2005 vor

Magdeburg.

Zum achten Mal legt Magdeburgs Behindertenbeauftragter Hans-Peter Pischner einen Jahresbericht über die wichtigsten Probleme von Menschen mit Behinderungen vor. Rückblickend auf das Jahr 2005 gibt er einen umfangreichen Überblick nicht nur über die Tätigkeit des Beauftragten, sondern auch über die Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen und den Ämtern der Stadtverwaltung, den Verkehrsbetrieben und anderen Einrichtungen. Darüber hinaus werden Entwicklungen auf kommunaler, aber auch auf landes- und bundespolitischer Ebene beleuchtet. Seit dem 28. März können interessierte Bürgerinnen und Bürger den Jahresbericht im Internet unter www.magdeburg.de lesen.

In seinem Bericht stellt der städtische Behindertenbeauftragte vor allem die Barrierefreiheit in den Mittelpunkt, das heißt die allgemeine Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Gebäuden, Verkehrseinrichtungen und Kommunikationsmitteln ohne fremde Hilfe. Barrierefreiheit gilt für Hans-Peter Pischner nicht nur für Bauvorhaben oder im öffentlichen Nahverkehr, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt, beim Zugang zu Informationen und in den Köpfen der Menschen: "Denn die Beseitigung von Barrieren erleichtert das Leben aller Bürgerinnen und Bürger."

Für 2005 zieht der Behindertenbeauftragte insgesamt eine positive Bilanz:

2005 hat der Stadtrat mit dem Beschluss einer Dringlichkeitsliste wichtige Impulse zur Verbesserung der Barrierefreiheit in Magdeburg gesetzt. Darin werden zum Beispiel öffentliche Gebäude, insbesondere Schulen, und die Verkehrsanlagen aufgelistet, die aus Sicht des Behindertenbeauftragten dringend barrierefrei gestaltet werden müssen.

Auf Beschluss des Stadtrates wurden 2005 die Voraussetzungen für eine barrierefreie Sanierung der Grundschule "Lindenhof" und der Sekundarschulen "Thomas Müntzer" und "Wilhelm Weitling" im Rahmen des Ganztagsschulprogramms IZBB geschaffen. Die beiden Sportschulen in Cracau werden teilweise barrierefrei vom Land saniert. Die freie Waldorfschule wurde bereits barrierefrei umgebaut.

Im Jubiläumsjahr 2005 wurden das Alte Rathaus, das Gesellschaftshaus und das Schauspielhaus der Öffentlichkeit übergeben, mit wesentlichen Verbesserungen hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit und Nutzbarkeit für behinderte Menschen. Derzeit setzt sich der Behindertenbeauftragte dafür ein, dass auch das künftige Justizzentrum und das neue Stadion barrierefrei und behindertenfreundlich gestaltet werden.

Auch im Bereich des ÖPNV sieht der Behindertenbeauftragte positive Entwicklungen. Die MVB haben im letzten Jahr acht neue Niederflurbusse angeschafft, die bereits vom Werk aus mit einer ausklappbaren Rampe für Rollstuhlfahrer ausgerüstet sind. Die Niederflurfahrzeuge der Straßenbahnen sollen vorerst mit manuell bedienbaren Rampen ausgestattet werden. Außerdem wurden weitere akustische Ampeln für Blinde und Sehbehinderte errichtet. Dadurch sind jetzt im Stadtgebiet 92 der 201 Ampelübergänge mit solchen Signalen versehen.

Für problematisch hält es der Behindertenbeauftragte, dass es zu wenig barrierefreie Wohnungen gibt, obwohl der Bedarf an solchen Wohnungen wächst.

In Magdeburg leben derzeit 18.822 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung. Die Zahl hat sich gegenüber dem Jahr 2004 nicht wesentlich geändert. Von den 18.822 Schwerbehinderten sind 59,5 % älter als 65 Jahre und nur 1,9 % unter 18 Jahren alt. Von der Gesamtzahl der behinderten Menschen sind weniger als 3.000 berufstätig. Fast 1.000 Betroffene sind arbeitslos, davon annähernd 60 % langzeitarbeitslos. 2005 wurde bei der Landeshauptstadt die Pflichtquote für behinderte Beschäftigte mit 5,99 % übererfüllt.

Die beiden Werkstätten für Behinderte der Pfeifferschen Stiftungen und des Lebenshilfewerkes ziehen für das Jahr 2005 ebenfalls eine positive Bilanz. Zum einen konnten sie eine wachsende Anzahl an beschäftigten bzw. zu betreuenden behinderten Menschen verzeichnen und zum anderen ihre Angebote innerhalb der Werkstätten ausbauen. Verglichen mit ihrer geplanten Kapazität sind sie dennoch zurzeit erheblich überbelegt.

Zu den Schwerpunkten, mit denen sich Betroffene im vergangenen Jahr an den Behindertenbeauftragten wandten, gehörten vor allem Fragen des Schwerbehindertenrechts, die Suche nach geeignetem Wohnraum sowie Arbeit und soziale Probleme.

Zusammenfassend vermerkte Pischner, dass sich vor allem die Bereiche positiv entwickelt haben, für die die Stadt unmittelbar verantwortlich und zuständig ist. "Darauf kann weiter aufgebaut werden und ich kann nur an alle Verantwortlichen in der Kommunalpolitik und der Verwaltung appellieren, die bisherige Praxis fortzusetzen und die Belange der Menschen mit Handicap bei allen Planungen und Aktivitäten von vornherein einzukalkulieren", so Pischner

 

 

 

 

 




[Drucken]


Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
Telefon: (03 91) 5 40 27 69
FAX: (03 91) 5 40 21 27
E-Mail: presse@magdeburg.de
URL: www.magdeburg.de

Die Pressestelle "Landeshauptstadt Magdeburg" ist Mitglied bei presse-service.de [http://www.presse-service.de/]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren. presse-service.de