Magdeburg.
In der Landeshauptstadt Magdeburg ist die Hochwassersituation weiterhin angespannt, aber stabil. Der Pegel an der Strombrücke zeigt aktuell 6,20 m und wird voraussichtlich erst zu Wochenbeginn langsam sinken. "Aktuell bereiten wir uns auf das kommende Wochenende vor", fasst Einsatzleiter Holger Platz die Ergebnisse der heutigen Beratung des Stabes für außergwöhnliche Ereignisse zusammen. "Bis zum Abend wird die Sandsackreserve aufgestockt und wir halten zum Wochenende zusätzliches Personal in Bereitschaft, um jederzeit sofort einsatzbereit zu sein."
Die Lage an den Deichen von Elbe und Umflut ist weiterhin stabil, bisher waren keine Maßnahmen an Sickerstellen notwendig. "Aufgrund des anhaltend hohen Wasserdrucks auf die Deiche werden die Sickerstellen und Vernässungen in den nächsten Tagen wahrscheinlich zunehmen", so Holger Platz. "Die Deichwachen sind über kritische Stellen informiert und behalten diese besonders im Blick. Natürlich sind wir auch für Hinweise aus der Bevölkerung dankbar, unser Bürgertelefon nimmt sie entgegen und leitet sie an den Einsatzstab weiter."
Das Bürgertelefon der Stadt ist auch über das Wochenende unter 540 77 77 täglich von 8.00 bis 19.00 Uhr geschaltet.
Das Betreten und Befahren der Deich bleibt untersagt. Polizei und Stadtordnungsdienst kontrollieren und haben inzwischen auch Bußgelder verhängt. "Wir werden auch am Wochenende die Einhaltung des Verbotes kontrollieren, um die Deiche vor unnötigen Belastungen zu schützen", kündigt Holger Platz an. Feuerwehr und Polizei warnen außerdem dringend davor, die überfluteten Bereiche zu Betreten oder zu befahren. Aufgrund der hohen Fließgeschwindigkeit der Elbe und ihrer gefluteten Seitenarme besteht Lebensgefahr.
Da die Wasserstände nicht weiter gestiegen sind, war es heute nicht erforderlich, weitere Sandsäcke im Stadtgebiet zu verbauen. Feuerwehr und Hilfskräfte haben deshalb die Sandsackreserve ausgebaut, bis zum Abend werden 20.000 Sandsäcke eingelagert. Derzeit sind 580 Hilfskräfte verfügbar, zum Wochenende wurden weitere Hilfskräfte aus der Stadtverwaltung sowie von AQB und GISE gewonnen.
Sogar aus der Verwaltungsgemeinschaft Sülzetal waren bereits 20 Hilfskräfte in Magdeburg im Einsatz. "Die Verwaltungsgemeinschaft hat auch für das kommende Wochenende Unterstützung zugesagt", teilt Einsatzleiter Platz mit. "Dafür möchten wir uns sehr herzlich bedanken, falls erforderlich nehmen wir das Angebot gern an." Freiwillige Helfer aus der Bevölkerung sind derzeit nicht erforderlich, sollte sich das ändern, wird der Einsatzstab umgehend einen entsprechenden Aufruf veröffentlichen.
An der Furtlake und am Seitengraben der Berliner Chaussee wurden heute die Prallhänge mit Metallplatten gesichert, damit die Böschungen durch das abgepumpte Wasser nicht beschädigt werden. Dort kontrollieren Umweltamt und Landesbetrieb für Hochwasserschutz täglich die Wasserstände der Bäche und Gräben sowie die Entwicklung der Grundwasserstände. Zur Entlastung der Grundwassersituation wurde heute ein Graben ausgebaggert. "Dort haben wir gestern Hinweise von einem Anwohner erhalten und bei einem Vor-Ort-Termin entschieden, zu baggern", erklärt Einsatzleiter Holger Platz, der dem Bürger ausdrücklich für seine schnelle Information dankt.
Aktuelle Prognosen für den Pegel Magdeburg/Strombrücke
- April 2006 6,20 m
- April 2006 6,20 m
- April 2006 6,15 m
- April 2006 (6,10 m - ungesichert)
11. April 2006 (6,00 m - ungesichert)
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.magdeburg.de.