Landkreis Leer - 25. April 2006. Seit inzwischen mehr als einem Jahr arbeiten 40 langzeitarbeitslose Menschen im Landkreis Leer als Erntehelfer. Jeder von ihnen hat ein festes Arbeitsverhältnis mit Tariflohn. Das Zentrum für Arbeit geht damit das von Politik und Wirtschaft viel diskutierte Thema „Kombilohn“ von seiner praktischen Seite durchaus erfolgreich an. Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze auch in Bereichen zu schaffen, wo es sie bisher für deutsche Langzeitarbeitslose kaum gab, nennt Landrat Bernhard Bramlage als einen der Gründe, warum der Landkreis Leer mit dem Zentrum für Arbeit selbst die Verantwortung im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit übernommen hat.
Seit Jahren werden als Erntehelfer und in Baumschulen größtenteils polnische Mitarbeiter beschäftigt, die sich nur in der Saison in Deutschland aufhalten. Ursache ist die geringe Entlohnung als Folge geringer Gewinne. Um trotzdem sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in diesen Bereichen zu schaffen, sichert das Zentrum für Arbeit langzeitarbeitslosen Menschen im Landkreis Leer ein tarifvertraglich abgesichertes Entgelt und einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu. Den schließt der Arbeitnehmer nicht direkt mit der Firma, für die er später tätig ist, sondern mit der unter anderem dafür gegründeten Beschäftigungsgesellschaft „Leewerk“.
„Leewerk“ regelt für jeden Mitarbeiter die persönliche Einsatzzeiten in einem Betrieb, der nach Bedarf und damit flexibel auf den Mitarbeiter zugreifen kann. Das Gehalt, das der Betrieb zahlt, wird vom Zentrum für Arbeit bis zum Tariflohn aufgestockt, so dass unter dem Strich ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz entsteht. In Zeiten, in denen der Betrieb den Mitarbeiter nicht braucht, sorgt „Leewerk“ für die weitere Qualifizierung des Mitarbeiters, und mancher Betrieb hat motivierte Arbeitskräfte auch schon über den Bereich der Saisonarbeit hinaus für andere Tätigkeiten eingesetzt.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle: Dieter Backer
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