Magdeburg.
Ein Jahr nach dem Start der Sanierungsarbeiten hat Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper heute den Schlüssel zum frisch sanierten Literaturhaus in der Buckauer Thiemstraße an die künftigen Nutzer übergeben. Wolfgang Domhardt und Dr. Gisela Zander nahmen den Schlüssel für den Verein Literaturhaus Magdeburg e.V. entgegen.
"Dies ist nicht irgendein Haus, nicht nur ein beliebiger Teil Magdeburger Stadtkultur, es ist ein Stück städtischer Literaturgeschichte, literarischen Lebens in der Vergangenheit und Gegenwart und - so hoffe ich - auch in der Zukunft", sagte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper anlässlich der Wiedereröffnung des Traditionshauses. "Der Stadtteil Buckau, der sich seit 1990 in einem gewaltigen Umbruch befindet, erhält heute eine Perle zurück, um die wir die Buckauer nur beneiden können. Inzwischen ist die Kultur das Markenzeichen für diesen Umbruch im Stadtteil geworden: das Gesellschaftshaus, das Puppentheater, das Thiem20, das Volksbad, das Literaturhaus - welch geballte Kraft an künstlerischer Kreativität und an Vielfalt."
Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper dankte den Vereinen, die seit 1990 in das Literaturhaus hineingewachsen sind und die Literatur in die Region tragen. Dies sind:
- die Literarische Gesellschaft Magdeburg e.V.
- die Immermann-Gesellschaft Magdeburg
- die Goethe-Gesellschaft Magdeburg
Förderverein der Schriftsteller Sachsen-Anhalt e.V.
der Förderverein der Schriftsteller e.V.
und die Schreibwerkstätten für alle Generationen.
Hintergrund:
Am 6. Dezember 2001 fasste der Stadtrat den Grundsatzbeschluss zur Sanierung und Verbesserung der bedarfsgerechten Nutzung des Literaturhauses, im September 2004 bestätigte der Stadtrat die HU-Bau. Am 1. Juni 2005 begann die Sanierung.
Die Baumaßnahmen umfassten im Einzelnen:
- die Verbesserung der Nutzungsbedingungen durch die Vergrößerung des Hauptveranstaltungsbereiches im Erdgeschoss
- die Sanierung eines Mehrzweckraumes im Obergeschoss
- die Neuordnung von Büroflächen
- die barrierefreie Erschliessung des Gebäudes
- die Verbesserung des Brandschutzes
- den Einbau von Sanitäranlagen in ausreichender Anzahl für Besucher und Personal
- die Instandsetzung der maroden Bausubstanz (u.a. Sanierung der Decken, Einbau neuer Fußböden, Ersatz von Fenster und Türen )
- die Erneuerung der gesamten haustechnischen Anlagen
- den Abbruch maroder Bauteile
Insgesamt flossen 1.323.000,00 € in die Sanierung des Literaturhauses. Davon wurden 661.500,00 € aus dem Förderprogramm EFRE sowie 441.000,00 € aus der Städtebauförderung bereit gestellt. 220.500,00 € stellte die Stadt aus dem eigenen Haushalt zur Verfügung.
Das sanierte Literaturhaus wird den nutzenden Vereinen für kulturelle und literaturbezogene Zwecke übergeben. Es ist der Ort, wo Sammlungs- und Archivarbeit zu Autoren aus der Region geleistet wird. Außerdem finden hier Autorenlesungen, Buchvorstellungen, Literaturverfilmungen, Schreibwerkstätten für alle Altersgruppen, besonders für Kinder und Jugendliche sowie Dauer- und Sonderausstellungen zu literarischen Themen wie Buchkunst und Grafik statt. Die im Literaturhaus ansässigen Vereine arbeiten dabei mit regionalen und überregionalen Literaturvereinen zusammen.