Magdeburg.
Magdeburgs Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Werner Kaleschky hat heute den Moritzplatz wieder für die Öffentlichkeit frei gegeben. 390.000 Euro flossen in die Sanierung und Neugestaltung des zentralen Platzes in der Neustadt, zu dessen ersten Adressen der - ebenfalls frisch sanierte - Moritzhof zählt.
Der Moritzplatz entstand einst als napoleonische Neugründung der Neustadt. Als "Kleiner Marktplatz" in Verlängerung des Großen Marktplatzes (heute Nikolaiplatz) war er einer von vier Plätzen in der Neuen Neustadt. An seiner Stirnseite befanden sich das Königliche Amtsgericht und Gefängnis, später Untersuchungshaftanstalt der Stasi, heute Gedenkstätte für die Opfer politischer Gewaltherrschaft. Der Moritzplatz ist wesentliches Element der die Neue Neustadt prägenden regelmäßigen Stadtstruktur und zeigt sich heute noch in der Tradition der klassischen, von Grün geprägten Schmuckplätze.
"In der Vergangenheit hatten die Bewohner des Stadtteils die fehlende Nutzbarkeit öffentlicher Räume insbesondere für Kinder und Jugendliche im westlichen Randbereich der Neuen Neustadt kritisiert", erinnert sich Magdeburgs Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Werner Kaleschky. "Mit der Neugestaltung sollte der Platz deshalb seiner besonderen öffentlichen Rolle für die westliche Neustadt als gemeinschaftliche Bühne wieder gerecht werden können."
Bei der Sanierungsplanung wurden deshalb die Ergebnisse eines Bürgerforums vom April 2004 ebenso berücksichtigt wie denkmalpflegerische Zielstellungen und vorhandene städtebauliche Defizite. Eine generationsübergreifende Nutzung der öffentlichen Fläche wurde als eine wesentliche Zielstellung aus der Bürgerschaft formuliert und bei der Neugestaltung umgesetzt.
Aus denkmalpflegerischer Sicht sollte die Transparenz und Großzügigkeit des Platzes ebenso wie das umlaufende Straßen- und Gehwegsystem erhalten und teilweise wiederhergestellt werden. Aus städtebaulicher Sicht musste für die Müllcontainer an der westlichen Straßenkante eine angemessene Lösung gefunden und der Platzraum eingefasst werden.
Die Sanierung und Umgestaltung des Moritzplatzes begann im November 2005. Dabei wurden u.a. versenkbare Abfallcontainer installiert, großzügige Sitzgelegenheiten geschaffen und ein Wassertisch als erlebbares und bespielbares Element neu errichtet. Es gibt Rasenflächen, einen Bouleplatz, Satellitenwiegen zum Verweilen und eine Till-Eulenspiegel-Pumpe. Erneuert wurden die Telefonzellen (in Form neuer Telefonsäulen) und Fahrradständer. Während der Bauarbeiten wurde eine Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg gefunden, die im Baufeld entfernt werden musste.
Für die Sanierung und Umgestaltung des Moritzplatzes wurden insgesamt 390.000 Euro bereitgestellt, davon 260.000 Euro aus dem Förderprogramm " Die Soziale Stadt". Die Sanierung wurde ausschließlich durch Firmen aus Magdeburg und Umgebung geplant und umgesetzt.
Bereits Anfang Juni war der Moritzhof nach mehrjähriger Sanierung als Stadtteilkulturzentrum für die Neue Neustadt wieder eröffnet worden. Seit Oktober 2004 war im Moritzhof gebaut worden - umfangreiche Sanierungen machten den denkmalgeschützten Bauernhof ganzjährig für die Stadtteilkultur nutzbar. Träger ist der Verein ARTist! e.V., der hier Konzerte, Ausstellung und Filmvorführungen organisiert.
"Mit dem sanierten Moritzplatz hat die Neue Neustadt ein Schmuckstück gewonnen, das zum Verweilen einlädt und der Kultur einen würdigen Rahmen bietet", sagte Magdeburgs Baubeigeordneter heute anlässlich der Einweihung des Platzes. "Ich wünsche den Neustädtern viel Freude an diesem Kleinod und hoffe, dass sie den Platz mit Leben erfüllen - so wie sie es sich in den Bürgerversammlungen gewünscht haben."