Landkreis Leer | Presseinformation

Pressemitteilung der Hospiz-Stiftung Leer:

Hospiz in Leer soll nächstes Jahr gebaut werden

01. September 2006. Die Hospiz-Stiftung Leer hat für den Bau des ersten stationären Hospizes für Ostfriesland ein Grundstück gefunden: Mitten in der Stadt Leer und trotzdem ruhig und mit Platz für einen kleinen Park. Das knapp 5000 m² große Areal liegt auf dem Gelände der Gärtnerei Stöhr zwischen Heisfelder Straße und Mörkenstraße.

Mit dem Bau des Hospizes soll schon im nächsten Jahr begonnen werden. Rund zwei Millionen Euro sind für Grundstück und Hospiz veranschlagt. Eine halbe Million Euro sind schon auf dem Konto, weitere Spenden sind zugesagt. Die Hospiz-Stiftung appelliert an weitere Spender, das wichtige Vorhaben durch eine Spende oder eine Zustiftung zu unterstützen.

Hospiz-Stiftung Leer Spendenkonto Nr.: 593 400 Sparkasse Leer-Weener (BLZ 285 500 00)

Die Hospiz-Intitiative Leer hegt schon lange den Wunsch, für Ostfriesland ein stationäres Hospiz zu errichten, ein Haus, in dem Sterbende in der letzten Zeit ihres Lebens begleitet und unterstützt werden. Durch veränderte Lebensverhältnisse in vielen Familien gibt es dafür einen immer größer werdenden Bedarf. In Gesprächen zwischen der Vorsitzenden der Hospiz-Initiative, Gretel Bluhm-Janssen, und dem Leeraner Landrat Bernhard Bramlage wurden erste konkrete Pläne für eine Verwirklichung des Vorhabens geschmiedet. Als Vorstand der danach gegründeten Hospiz-Stiftung konnte der Leeraner Reeder Alfred Hartmann gewonnen werden.

Zunächst wurde das Martin-Luther-Haus in der Leeraner Altstadt für den Umbau zum Hospiz ins Auge gefasst. Nach eingehender Untersuchung durch Gutachter sah sich die Hospiz-Stiftung aber nicht in der Lage, das Projekt dort zu realisieren. Zuviel Geld war für Sanierung, Umbau und Unterhaltung nötig. Wegen der Einschränkungen durch den Denkmalschutz ließen sich die Anforderungen an ein Hospiz auch nur mit großen Schwierigkeiten verwirklichen. Ein Hospiz braucht Atmosphäre, vor allem viel Licht. Das lässt sich mit einem neuen Gebäude in einem großen Garten nun viel leichter umsetzen.

Das neue Hospiz wird acht Plätze haben und ist zudem erweiterungsfähig. Wenn alles klappt, soll im Frühjahr 2007 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Vorplanungen für das Gebäude stammen von einem Oldenburger Architektenbüro, das mit dem Hospizbau bereits Erfahrungen hat. Das Büro hatte auch für das ursprünglich im Martin-Luther-Haus geplante Hospiz die interessantesten Planungsvarianten vorgelegt. Für den späteren Betrieb des Hospizes soll eine gemeinnützige Betreibergesellschaft gegründet werden. Durch den Hospizbetrieb werden in Leer in der Anfangsphase mindestens zehn zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

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Hintergrund:

Hospiz für ein Leben bis zuletzt und ein Sterben in Würde

Menschliche Fürsorge umfasst das ganze Leben, von seinem Beginn bis zum Ende. Sterbenden sollte daher genauso viel Fürsorge zuteil werden wie Neugeborenen.

Wenn man Menschen fragt, wo sie am liebsten sterben möchten, dann antworten die meisten: zu Hause, im Kreise meiner Angehörigen, in meiner vertrauten Umgebung.

Leider ist dies aus den verschiedensten Gründen nicht immer möglich. Manchmal gibt es keine Familie, die in dieser Situation hilfreich zur Seite stehen könnte. Immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft leben über weite Strecken ihres Lebens allein. Viele Paare bleiben kinderlos. Im Alter besteht häufig die Situation, dass ein Partner „übrig“ bleibt, für den dann niemand mehr sorgen kann. Oder die erwachsenen Kinder sind durch Berufstätigkeit, Kindererziehung und Haushalt sowieso schon an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angekommen. Die demographische Entwicklung lässt erwarten, dass dieser Trend sich noch verstärken wird.

Bisher gibt es in Ostfriesland kein stationäres Hospiz. Das soll sich jetzt ändern. Mit dem Hospiz soll ein Haus geschaffen werden, in dem sich schwerkranke Menschen wie zu Hause fühlen können. Ein Ort mit Wärme und Geborgenheit für alle – auch für Angehörige, Freunde und Gäste. Aber auch ein Ort, an dem quälende Beschwerden palliativ-medizinisch kompetent behandelt werden.

Um diesen Plan zu verwirklichen, haben die Hospizinitiative Leer e.V., der Landkreis Leer sowie die lutherische, reformierte und katholische Kirche eine Stiftung gegründet. Damit wurde das erste finanzielle Fundament gelegt. Die Hospizinitiative brachte 120.000 Euro ein, der Landkreis Leer beteiligte sich mit 25.000 Euro, die lutherische, reformierte und katholische Kirche mit jeweils 5.000 Euro. Als Vorstand der Stiftung konnte der Leeraner Reeder Alfred Hartmann gewonnen werden.

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Funktionen:

Vorsitzende der Hospiz-Initiative Leer: Diplom-Psychologin Gretel Bluhm-Janssen

Vorstand der Hospiz-Stiftung: Reeder Alfred Hartmann

Vorsitzende des Kuratoriums der Hospiz-Stiftung: Diplom-Psychologin Gretel Bluhm-Janssen

Stellvertreter: Landrat Bernhard Bramlage


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