Magdeburg.
In Magdeburg fand gestern eine gemeinsame Konferenz des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit und der Landeshauptstadt Magdeburg zum Thema Jugendarbeitslosigkeit statt. In mehreren Vorträgen und drei Workshops diskutierten Vertreter der Landkreise, der Arbeitsagenturen und Arbeitsgemeinschaften, von Bildungsträgern und Wirtschaftsverbänden über Strategien zur Verbesserung der Chancen Jugendlicher auf dem Arbeitsmarkt. Dabei waren sich die Experten einig: "Die vorhandenen Akteure und Programme müssen stärker vernetzt werden, um effizienter zu wirken."
Der Workshop 1 befasste sich insbesondere mit Möglichkeiten der Prävention. Im Ergebnis ihrer Diskussion formulierten die Teilnehmer den Leitsatz "Für Jeden ein Angebot". Das bedeutet, "dass aus den Angeboten verschiedener Akteure - Schulen, Wirtschaft, Jugendhilfe, Arbeitsförderung - jeweils auf den einzelnen hilfebedürftigen Jugendlichen ein individuelles Angebot maßgeschneidert werden muss", fasst Magdeburgs Sozialbeigeordnete Beate Bröcker, die diesen Workshop leitete, das Ergebnis zusammen. Dabei komme den Schulen besondere Bedeutung zu. Außerdem müsse die Förderung auf eine verlässliche Basis gestellt werden, um Kontinuität zu ermöglichen.
Für den Weg ins Berufsleben sei ein stärkerer Praxisbezug schulischer Ausbildung notwendig. Zu diesem Ergebnis kamen auch die Teilnehmer des Workshops 2, die sich mit Möglichkeiten der Integration in das Berufsleben befasst haben. Sie waren sich einig, dass dafür vor allem die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft intensiviert werden muss, damit Jugendliche konkrete Vorstellungen über Berufsprofile und Anforderungen im Arbeitsalltag entwickeln können. Dies kann die Entscheidung für den "richtigen" Beruf erleichtern.
Im Arbeitskreis 3, der spezielle Probleme der Ausbildung und des Einstiegs in das Berufsleben behandelte, diskutierten die Teilnehmer u.a. über die Wirksamkeit von Teilqualifizierungen. Im Ergebnis kamen sie zu der Erkenntnis, dass allein Handlungskompetenzen, die durch eine breit angelegte berufliche und allgemeine Ausbildung erworben werden, langfristig tragfähig sind. Darauf müssten die jeweils fachspezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten aufsetzen, denn nur so könnten die Auszubildenden die in Zukunft notwendige Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt erwerben.