Magdeburg.
Bürgermeister Bernhard Czogalla hat heute im Gesellschaftshaus das erste Exemplar der "Magdeburger Bischofschronik" an Bischof Dr. Gerhard Feige übergeben. Die im Verlag Janos Stekovics erschienene Publikation wurde vom Leiter des Magdeburger Stadtplanungamtes Dr. Eckhart W. Peters herausgegeben. Das Buch ist ab sofort im Fachhandel zum Preis von 28 Euro erhältlich.
Der Text der "Magdeburger Bischofschronik" folgt dem handschriftlich signierten Text von Hermann Michaëlis aus dem Jahre 1917, der bisher in dieser deutschen Fassung nicht herausgegeben wurde. Nur wenige Teile der Magdeburger Bischofschronik sind bisher veröffentlicht worden. Als Vorlage für seine Übersetzung benutzte Michaëlis höchstwahrscheinlich die 1883 von Wilhelm Schum editierte lateinische Ausgabe: Schum, Wilhelm (Hrsg.), Gesta archiepiscoporum Magdeburgensis, in; Monumenta Germaniae historica, scriptores 14, Hannover 1883. (Ein Exemplar dieser Ausgabe ist im Altbestand der Stadtbibliothek zu finden). Schum hat bei seiner lateinischen Ausgabe verschiedene Quellen berücksichtigt.
In einer ausführlichen Einleitung gibt der Autor neben interessanten Einschätzungen der Entstehungsgeschichte der Magdeburger Bischofschronik auch Hinweise zur Gründung Magdeburgs. Die maschinengeschriebene Einleitung ist mit den handschriftlichen Literaturhinweisen und den Randbemerkungen ungekürzt übernommen worden. Die zeitgemäßen Interpretationen und auch der durch den Zeitgeist geprägte Sprachgebrauch wurde nicht geändert, jedoch offensichtliche Fehler korrigiert. Das trifft z.B. für die Nummerierung der 41 Bischöfe sowie für den Hauptteil zu, der aus dem Lateinischen übersetzt wurde.
Eine neue Interpretation oder Korrektur der lateinischen Übersetzung aus der Zeit des Ersten Weltkrieges wurde nicht vorgenommen. Die Orthographie wurde heutigen Regeln angeglichen, auch die Zeichensetzung wurde vorsichtig modernisiert. Unverändert blieben selbstverständlich Wortwahl, Satzbau und Diktion.
Sicherlich wird die Übersetzungstätigkeit einen größeren Zeitraum beansprucht haben, so dass auch ein Wandel des Zeitgeistes denkbar wäre. Die große Frage, warum das fertige Manuskript nicht in den 20er Jahren gedruckt wurde, konnte trotz intensiver Recherchen zu Hermann Michaëlis von den Herausgebern nicht gelöst werden.
Um das Buch für den Leser anschaulicher zu gestalten, sind Holzschnitte zu den Erzbischöfen aus dem Buch "Geschichte der Sachsen und Nidersachsen" von Johannes Pomarius, Magdeburg 1559, übernommen worden. Diese Abbildungen wurden durch Siegel der Erzbischöfe ergänzt, die die Magdeburger Museen und das Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt dankenswerterweise zur Verfügung gestellt haben.
Abgerundet wird die Magdeburger Bischofschronik durch ein Grußwort von Bischof Dr. Gerhard Feige sowie durch die folgenden Beiträge:
- Hermann Michaëlis - eine Spurensuche
(Eckhart W. Peters / Sabine Ullrich)
- Die Magdeburger Bischofschronik als Quelle für den Historiker
(Michael Kleinen)
(Eckhart W. Peters)
Die Recherchen zum Buch wurden unterstützt durch das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek, das Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, das Kulturhistorische Museum und das Stadtarchiv Braunschweig. Die Zeitleiste der Magdeburger Geschichte wurde von Ingelore und Constanze Buchholz zusammengestellt. Herzlicher Dank gilt dem Siedlungswerk St. Gertrud, der Volksbank Magdeburg eG und der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH für die finanzielle Unterstützung.