Magdeburg.
Unter dem Motto "work-life-balance" hatten Stadtverwaltung und Stadtsparkasse Ende August einen Wettbewerb zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgelobt, der sich speziell an Unternehmen wandte. Heute ehrte OB Dr. Lutz Trümper die Sieger. "Auch wenn wir nur drei besonders gelungene Ideen auszeichnen, haben am Ende alle gewonnen", erklärte das Stadtoberhaupt anlässlich der Preisvergabe. "Denn von den eingereichten Ideen können wir viele zur Nachahmung empfehlen."
Die Initiatoren sind sich einig: Im kommenden Jahr gibt es eine Neuauflage des Wettbewerbs. "Mit dem erstmalig in der Landeshauptstadt initiierten Wettbewerb haben wir Projekte für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Magdeburger Unternehmen öffentlich machen können", fasst die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Beate Bröcker das Ergebnis des Wettbewerbs zusammen. "Wir haben dabei viele Unterstützer gefunden, die uns zu einer Neuauflage des Wettbewerbs im nächsten Jahr auffordern, um anhaltend und intensiv zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beizutragen."
Insgesamt hatten sich die folgenden sieben Unternehmen am Wettbewerb beteiligt und ihre Ideen und Projekte für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie eingereicht:
- Magdeburger Treuhand Steuerberatungsgesellschaft mbH,
- SKL Motor GmbH,
- Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Magdeburg e.V., Projekt: Babysitterservice,
- Abtshof Magdeburg GmbH,
- Hochschule Magdeburg-Stendal, Projekt: Kinderzimmer
- New Delphi, Projekt: Kids Mobil,
- GERO AG
Der dritte Preis geht an die Abtshof Magdeburg GmbH, die mit ihrer Bewerbung nachweisen konnte, dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Unternehmen besonderen Stellenwert genießt. Neben abgestimmte Modellen zur Arbeitszeitverlagerung werden leistungssportliche Aktivitäten der Mitarbeiter unterstützt und zusätzliche Freizeit für Familie, Ehrenamt und soziales Engagement geschaffen.
Die Magdeburger Treuhand Steuerberatungsgesellschaft mbH erhält den zweiten Preis. Sie gewährt ihren Mitarbeitern einen zusätzlichen Behördentag zum Grundurlaub und flexible Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitgestaltung. Das Unternehmen hält engen Kontakt zu Mitarbeitern in der Elternzeit und hat ein Paten-Konzept für neue Mitarbeiter entwickelt.
Die GERO AG ist Sieger des Wettbewerbs 2006. "Hier überzeugte uns insbesondere der ganzheitliche Ansatz, originelle Lösungen - z.B. das Modell ‚Halbe Krankschreibung‘ und die Öffnung von Angeboten über das Unternehmen hinaus, speziell die ‚Dachkinderstube‘", fasst Beate Bröcker die Einschätzung der Jury zusammen. In der unternehmenseigenen Dachkinderstube können Kinder stundenweise betreut werden, während die Eltern ihrer Arbeit nachgehen. Dort werden - unter Anleitung von Erzieherinnen oder betreut durch eigene Mitarbeiter - Hausaufgaben erledigt oder Kinder beaufsichtigt. Das Unternehmen ermöglicht Mitarbeitern mit Familie Heimarbeit oder gewährt ihnen zinsgünstige Darlehenmit Kinderbonus - z.B. bei der Bildung von Wohneigentum.
Hintergrund
Mit dem Wettbewerb "worf-life-balance" wurden Ideen und Projekte gesucht, die die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie unterstützen, die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter fördern oder eine gesunde Lebensweise anregen. Die besten Ideen werden prämiert. Dafür stellt die Stadtsparkasse Magdeburg für die drei Wettbewerbsieger 2.500 EUR, 1.500 EUR und 1.000 EUR zur Verfügung.
Work-life-balance bedeutet eine neue, intelligente Verzahnung von Arbeits- und Privatleben vor dem Hintergrund einer sich dynamisch verändernden Arbeits- und Lebenswelt. Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten und Sitz in Magdeburg konnten sich an diesem Wettbewerb beteiligen.
Der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen ist immer stärker auf die Innovationsfähigkeit, Kreativität, Qualifikation und Flexibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen.
Das macht eine verbesserte Abstimmung zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben erforderlich. Work-life-balance ist deshalb in erster Linie als ein Wirtschaftsthema zu verstehen. Betriebliche work-life-balance-Maßnahmen zielen darauf ab, erfolgreiche Berufsbiographien unter Rücksichtnahme auf private, soziale, kulturelle und gesundheitliche Erfordernisse zu ermöglichen.
"Der Gewinn durch work-life-balance resultiert aus Vorteilen für die Unternehmen, für die einzelnen Beschäftigten sowie einem gesamtgesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen. Nicht nur eine verbesserte betriebliche Wettbewerbsposition, sondern auch die Effekte einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, von zusätzlichen Freiräumen für ein ehrenamtliches, politisches oder soziales Engagement sowie einer gesundheitsorientierten Lebensführung strahlen positiv auf die gesamtwirtschaftliche und die gesellschaftliche Entwicklung aus", betont die Sozialbeigeordnete der Landeshauptstadt Magdeburg.
Work-life-balance-Maßnahmen bieten den Unternehmen die Chance, die Produktivität der Beschäftigten zu steigern, indem sie die Arbeitsmotivation erhöhen und Fehlzeiten ebenso wie die Personalfluktuation verringern. Die Identifikation der Belegschaft mit dem Unternehmen wird gestärkt, die Kundenorientierung verbessert, Verlusten im Bereich der qualifizierten Fachkräfte vorgebeugt. Die Personalrekrutierung wird durch positive Imageeffekte erleichtert. Außerdem erhöht sich die Akzeptanz des Unternehmens in der Öffentlichkeit.
Ein ganz zentraler Aspekt ist die Balance von Familie und Beruf. Integrierte work-life-balance-Konzepte beinhalten bedarfsspezifisch ausgestaltete Arbeitszeitmodelle, eine angepasste Arbeitsorganisation, Modelle zur Flexibilisierung des Arbeitsortes, Führungsrichtlinien sowie weitere unterstützende und gesundheitspräventive Leistungen für die Beschäftigten. Mit ihrem betrieblichen und personalpolitischen Handeln leisten die Unternehmen selbst einen aktiven Beitrag zur Gestaltung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.