Magdeburg.
Die neu gestaltete Anlage zwischen dem Breiten Weg, nördlich der Grünen Zitadelle von Magdeburg und der Verlängerung der Kreuzgangstraße nach Norden erhält den Namen Erhard-Hübener-Platz. Am kommenden Freitag wird Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper im Beisein der FDP-Landesvorsitzenden Cornelia Pieper das Namensschild enthüllen. Mit der Namensgebung wird der erste Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Prof. Erhard Hübener, gewürdigt.
Auf Initiative der FDP-Ratsfraktion und mit Beschluss des Stadtrates am 9. November wird der Platz nördlich des Hundertwasserhauses (verlängerte Leiterstraße) künftig den Namen Erhard-Hübener-Platz tragen. Am 1. Dezember erfolgt die feierliche Namensgebung. Die Magdeburger Bürgerinnen und Bürger sind hierzu recht herzlich eingeladen.
Prof. Dr. Erhard Hübener war der erste Ministerpräsident des 1947 neu errichteten Landes Sachsen-Anhalt. Er war damit der einzige Ministerpräsident in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), der nicht der SED angehörte.
Geboren am 4. August 1881 im brandenburgischen Tacken, studierte Hübener nach Absolvierung des Elite-Gymnasiums in Schulpforta Staatswissenschaften und Geschichte in Kiel und Berlin und promovierte 1905 zum Dr. phil.. 1919 trat er als Beamter im Ministerium für Handel und Gewerbe in den preußischen Staatsdienst über. Hübener zählte 1945 zu den Mitbegründern der LDP(D) in Halle. Bereits im Mai 1945 wurde er zunächst von der amerikanischen Besatzungsmacht zum Landeshauptmann und im Juli von der sowjetischen Militärregierung zum Präsidenten der Provinzialverwaltung Sachsen-Anhalt ernannt. 1946 erhielt er eine Professur für Verwaltungslehre und Verwaltungswissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle. Im selben Jahr wurde Hübener Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt und zugleich bis zu seinem Rücktritt im Oktober 1949 Minister der Justiz.
In seiner Festrede zum 125. Geburtstag Erhard Hübeners forderte Außenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher im Sommer dieses Jahres: "Der erste Ministerpräsident Sachsen-Anhalts muss zurück ins Bewusstsein der Bevölkerung." In Merseburg, wo sich einige Zeit der Amtssitz Erhard Hübeners befand, trägt heute ein Saal im Ständehaus seinen Namen. Hübener ist ebenfalls Namensgeber der "Erhard-Hübener-Stiftung e.V.", einer liberalen Stiftung für das Land Sachsen-Anhalt, welche 1993 gegründet wurde. Mit der Benennung eines Platzes im Zentrum der Landeshauptstadt gibt es ab Freitag einen weiteren Ort der Erinnerung und Würdigung des ersten Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts.
Zur feierlichen Namensgebung des Erhard-Hübener-Platzes am kommenden Freitag um 12.00 Uhr sind interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.