Das Thema Wissenschaft hat seinen wichtigen Platz im Magdeburger Alltag gefunden, dieses Resümee wurde heute mit Blick auf das endende „Jahr der Wissenschaft“ gezogen. „Der Stolz der Menschen auf ihre Stadt ist gewachsen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. Das Aktionsjahr habe damit sein wichtiges Ziel erreicht, der Bevölkerung die Bedeutung Magdeburgs als Wissenschaftsstandort und als Stadt der Innovationen zu verdeutlichen. Dr. Lutz Trümper kündigte an, das wissenschaftliche Engagement auch in Zukunft fortzusetzen.
Sehr zufrieden äußerten sich auch die Vertreter der wissenschaftlichen Einrichtungen Magdeburgs. Das „Jahr der Wissenschaft“ sei nicht nur eine Imagekampagne gewesen, sondern hätte spürbare Ergebnisse gezeigt, äußerte unter anderem der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann. Es sei geschafft worden, das Thema Wissenschaft in der Stadt zu verankern und die Verbindung zu den Bürgern herzustellen, bekräftigte auch Prof. Dr. Andreas Geiger, Rektor der Hochschule Magdeburg-Stendal. Ein sehr viel stärkeres Interesse an wissenschaftlichen Inhalten stellte auch Prof. Dr. Michael Schenk fest, Institutsleiter des Fraunhofer Instituts für Fabrikbetrieb und –automatisierung: „Ich habe das Gefühl, dass Magdeburg angekommen ist“, so Schenk.
Besonders erfreulich sei es gewesen, dass vor allem Kinder und Jugendliche motiviert worden sind. Prof. Dr. Henning Scheich, Direktor des Leibniz Instituts für Neurobiologie, habe während zahlreicher Vorträge in Schulen bemerkt, dass die Schüler neugierig geworden sind. Man spüre, dass die jungen Leute sehr viel Zukunftspotential in Magdeburg sehen. Das fange sogar schon im Vorschulalter an. Der Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit Dr. Klaus Puchta, in dessen Dezernat das „Jahr das Wissenschaft“ angesiedelt war, erklärte, dass diese Wirkung auf junge Leute nicht an den Magdeburger Stadttoren halt gemacht habe. So habe er beispielsweise die Resonanz von einer Kindertagesstätte in Oschersleben erhalten, dass diese anknüpfend an das Magdeburger Aktionsjahr ebenfalls ein „Jahr der Wissenschaft“ für die Kita ausrufen wird.
Einigkeit besteht darin, dass an das Wissenschaftsjahr angeknüpft werden soll. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper kündigte unter anderem an, dass es im Jahr 2007 erneut eine „Lange Nacht der Wissenschaft“ geben werde. Die Erstauflage hatte in diesem Jahr mit über 8.000 Besuchern als eine der Höhepunktveranstaltungen im „Jahr der Wissenschaft“ stattgefunden. Um den Bestrebungen, Magdeburg als Wissenschaftsstandort weiterhin zu etablieren und zu stärken, Nachdruck zu verleihen, werden darüber hinaus die wissenschaftlichen Veranstaltungen in Magdeburg unter einem einheitlichen Label stattfinden. „MAGDEBURG WILLs WISSEN“ wird die Dachmarke aller Voraussicht nach heißen, mit der verdeutlicht werden soll, dass Magdeburg eine Stadt der Wissenschaft ist.
Zudem gebe es weitere Überlegungen für gezielte Aktionen. Dazu gehört zum Beispiel ein Wissenschaftsstammtisch, der alle Wissenschaftseinrichtungen in regelmäßigen Abständen zusammen bringen soll. Angedacht ist außerdem ein Wissenschaftsfond, mit dem junge Nachwuchswissenschaftler gefördert und motiviert werden könnten. Zudem plant die Stadt Magdeburg, die Bedeutung des entstehenden Wissenschaftshafens stärker zu betonen. Der Wissenschaftshafen könnte deshalb bald ein eigenständiger Stadtteil auf der Magdeburger Landkarte werden, so Trümper. Für alle möglichen Vorhaben signalisierten die Magdeburger Wissenschaftseinrichtungen Unterstützung. „Alles, was hilft die Wissenschaft voran zu bringen, unterstützen wir sehr gerne“, sagte Prof. Dr. Andreas Seidel-Morgenstern, Direktor des Max-Planck-Instituts für Dynamik komplexer technischer Systeme.
Das Magdeburger „Jahr der Wissenschaft“ wird in wenigen Tagen offiziell beendet. Den Abschluss bildet der Universitätsball, der in diesem Jahr ganz im Zeichen der Wissenschaft steht. Am Freitag, den 8. Dezember 2006, werden die Höhepunkte im „Jahr der Wissenschaft“ in Form von Showbeiträgen und Filmvorführungen noch einmal präsentiert. Erwartet werden etwa 600 Besucher.
Hintergrund „Jahr der Wissenschaft“
Das Magdeburger „Jahr der Wissenschaft“ knüpfte an die Bewerbung um den Titel „Stadt der Wissenschaft“ und an das Jubiläumsjahr „1200 Jahre Magdeburg“ in 2005 an. Das Aktionsjahr hat die außergewöhnliche Historie Magdeburgs und seine innovativen Zukunftsaussichten aufgegriffen. Ziel war es, das Selbstverständnis der Stadt, ihrer Bürger und Unternehmer als Stadt der Wissenschaft zu stärken und darauf aufbauend die wissenschaftlichen Potentiale für die innovative Stadtentwicklung und den nachhaltigen Strukturwandel zu nutzen.
Das „Jahr der Wissenschaft“ war eine Initiative der ganzen Stadt. Es wurde unterstützt von allen wissenschaftlichen Einrichtungen, Institutionen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, Wirtschaftsunternehmen und politischen Akteuren. Die zentrale Koordination und Organisation lag beim eigens eingerichteten Projektbüro „Magdeburg 2006 – Jahr der Wissenschaft“, das im Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit der Landeshauptstadt Magdeburg angesiedelt ist.
Im „Jahr der Wissenschaft“ wurden insgesamt etwa 200 Veranstaltungen ausgerichtet. Dazu zählten auch einige Großveranstaltungen als Höhepunkte. Zu ihnen gehörten die Auftaktveranstaltung (2. März 2006) in der Magdeburger Johanniskirche mit 700 Gästen, der von TV-Star Wigald Boning moderiert wurde. Weiterer Höhepunkt war das RoboCup Junior WM-Qualifikationsturnier (31. März - 2. April 2006), bei dem Teams aus ganz Deutschland nach Magdeburg gekommen waren, um sich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Erstmals wurde zudem eine Lange Nacht der Wissenschaft (20. Mai 2006) initiiert, bei der beinahe alle Magdeburger Wissenschaftseinrichtungen ihre Labore und Räumlichkeiten bis in die Nacht hinein für die Besucher geöffnet hatten. Beim Fest der Wissenschaft (22./23. September 2006) im neuen Wissenschaftshafen wurde unterstrichen, welches Entwicklungspotential der ehemalige Handelshafen birgt, wie dieser sich bis jetzt entwickelt hat und in Zukunft entwickeln wird. Zusätzlicher Höhepunkt mit überregionaler Wirkung war der Europäische Kongress der Wissenschaftsstädte (7. – 9. November 2006), bei dem Vertreter aus 50 Städten aus ganz Europa an drei Kongresstagen über die „Stadt der Zukunft“ debattiert haben, mit einer „Magdeburger Erklärung“ haben sie sich zu Städten der Wissenschaft zusammen geschlossen.
Die zahlreichen Veranstaltungen im „Jahr der Wissenschaft“ wurden komplettiert durch verschiedene Aktionen und Projekte. So fuhren beispielsweise Science Busse das ganze Jahr über im öffentlichen Personennahverkehr, in ihnen wurden die Magdeburger Wissenschaftseinrichtungen mit kleinen Filmen vorgestellt. Zudem waren Science People im Dienste der Wissenschaft im Einsatz. Sie sind im „Jahr der Wissenschaft“ zu Maskottchen geworden und waren unter anderem präsent bei allen Großveranstaltungen sowie Werbeaktionen inmitten der Stadt. Zudem wurden alle Veranstaltungen, Neuigkeiten und Aktionen im Wissenschaftsjahr sowie Hintergründe zum Wissenschaftsstandort Magdeburg auf einer speziell eingerichteten Website www.wissenschaft.magdeburg.de kommuniziert.
Pressekontakt:
Projektbüro „Jahr der Wissenschaft“
Susann Blum
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