Magdeburg.
Das Sturmtief „Kyrill“ hat in der Landeshauptstadt erhebliche Schäden angerichtet. Feuerwehr und THW waren seit gestern Abend ununterbrochen im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu entfernen und abgedeckte Dächer zu sichern. Seit Anbruch des Tages laufen die Aufräumarbeiten, die voraussichtlich über das Wochenende andauern werden. Auch wenn der Sturm langsam abflaut, der Aufenthalt im Freien bleibt riskant: „Mit Böen muss man weiterhin rechnen, sie können lockere Dachziegel oder angeknickte Äste endgültig abstürzen lassen“, so Helge Langenhan, Chef der Magdeburger Feuerwehr.
Insgesamt 210 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren, der Berufsfeuerwehr und des Technischen Hilfswerkes waren seit gestern Abend rund 150mal im Einsatz. Im Lilienweg wurde z.B. mehrere Dächer abgedeckt und auch die Ringanker angehoben. Wegen der Gefährdung durch herumfliegende Teile wurden die Bewohner dort vorsorglich angewiesen, ihre Häuser nicht zu verlassen.
Auch in Ottersleben, Reform und und Westerhüsen wurden zahlreiche Dächer beschädigt. Beim Neubau der BbS „Dr. Otto Schlein“ trug der Wind zwei Drittel der Dachfläche ab. Weitere Schulgebäude wurden beschädigt, der Schulbetrieb muss dadurch jedoch nirgendwo eingestellt werden. Auch an den öffentlichen Gebäuden der Stadt sind keine Schäden entstanden, die den normalen Dienstbetrieb behindern.
Umgestürzte Bäume legten vielfach den Verkehr lahm, auf dem Cosberg (Wanzleber Chaussee) knickte der Sturm zwei Starkstrommasten ab, dabei wurden zwei Fahrzeuge getroffen, ein Fahrer wurde verletzt. In der Lübecker Straße wurde die Oberleitung der Straßenbahn durch einen umstürzenden Baum stark beschädigt, im Freibad Süd fiel ein Baum so unglücklich, dass er die Oberleitung der Straßenbahn in der Leipziger Straße beschädigte.
Glück im Unglück hatte hingegen ein Hausbesitzer in Fermersleben. Dort drohte eine 12-Meter-Tanne in ein Haus zu stürzen, nachdem eine 8-Meter-Tanne bereits umgekippt war. Der kleinere Baum richtete keine wesentlichen Schäden an, den großen konnte die Feuerwehr schrittweise abtragen, so dass Schäden an Gebäuden vermieden wurden.
Derzeit sind ca. 40 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und mehrere Freiwillige Feuerwehren mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Beim Aufenthalt im Freien ist weiterhin Vorsicht geboten, auch der nachlassende Wind kann lockere Äste oder Dachziegel endgültig lösen.