Unter den Augen von rund 7.200 begeisterten Zuschauern haben Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und der Präsident der International Handball Federation (IHF) Dr. Hassan Moustafa am Nachmittag die in Magdeburg stattfindenden Spiele der Handball-Weltmeisterschaft eröffnet. Das Auftaktspiel gewann Island gegen Australien mit 45:20. Seit 18:00 Uhr läuft die Begegnung Frankreich gegen die Ukraine.
Vor dem Auftaktspiel gab es in der Magdeburger Bördelandhalle ein buntes Eröffnungsprogramm zur Einstimmung der Zuschauer. Mit dabei waren unter anderem die Breakedance-Weltmeister "Da Rookies" und der Musiker Joe Carpenter, der seine für Magdeburg komponierte WM-Hymne vorstellte.
Gut zwei Stunden vor der Eröffnung trugen sich der IHF-Präsident sowie DHB-Präsident Ulrich Strombach und die vier Botschafter der vier in Magdeburg spielenden Mannschaften Ian Kemish (Australien), Claude Martin (Frankreich), Ólafur Davíðsson (Island) und Dr. Igor Dolgov (Ukraine) in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein.
In der Landeshauptstadt treffen vom 20. bis 22. Januar 2007 die Mannschaften von Australien Frankreich, Island, und der Ukraine aufeinander.
WM-Splitter
Stimme zum Spiel vom australischen Trainer Morten Fjeldstad:
Australische Mannschaft Gewinner der Herzen
„Für uns ist es ein unheimliches großes Erlebnis bei den WM-Spielen in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts dabei zu sein. In der Halle war eine fantastische Atmosphäre. Dem Magdeburger Publikum gilt ein besonders großer Dank. Es hat meine Mannschaft in der zweiten Halbzeit, als die Kräfte allmählich nachließen, angefeuert und motiviert. Ich setze auch morgen beim Spiel gegen Frankreich auf das tolle Magdeburger Publikum.“
Stimme des isländischen Trainers Alfred Gislason nach dem Auftaktspiel gegen Australien:
Welcome back home in Magdeburg
„Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Start meiner Mannschaft in den Wettbewerb. Während es in der ersten Halbzeit kaum etwas zu kritisieren gab, hat meine Mannschaft nach zahlreichen Wechseln zu Beginn der zweiten Halbzeit gut zehn Minuten gebraucht um wieder ins Spiel zu kommen. Wir hatten unsere Linie vorübergehend verloren, gerade in der Deckung aber auch im Tor. Ich bin froh als ehemaliger Magdeburger wieder hier zu sein, der Empfang war rührend, es ist einfach fantastisch hier. Thank you for the warm welcome.“
Stefan Kretzschmar auf „Sports Walk of Fame“ verewigt
Auch ein deutscher Handballer stand heute in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts im Mittelpunkt: Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar. Unter den Augen zahlreicher Sportfans wurde der Linksaußen des SC Magdeburg am Mittag mit einer Bodenplatte aus Granit und Bronze auf dem neuen Magdeburger „Sports Walk of Fame“ verewigt. Mit dem Ruhmesweg mitten im Magdeburger Stadtzentrum würdigt die Landeshauptstadt ihre erfolgreichsten Sportler.
Magdeburg macht Druck
Dass unsere Handballer nicht mit einer mit Federn und Haaren gefüllten Lederhaut werfen müssen, verdanken sie dem Erfindergeist eines pfiffigen Sachsen-Anhalters. Der aus Magdeburg stammende Forscher Otto von Guericke entwickelte im 17. Jahrhundert die Luftpumpe, um damit die Existenz des Vakuums zu beweisen. Eine geniale Erfindung, ohne die es keinen Druck im Ball gäbe. Und wäre der Ball nicht prall und rund, blieben für die Schützlinge von Heiner Brand gezielte Fernschüsse wohl eher unmöglich.
Stürmischer Empfang für die französische Nationalmannschaft
Dank seiner guten Kontakte in seiner derzeitigen Wahlheimat Magdeburg hatte Joel Abati bereits am Vorabend des WM-Startes eine Trainingshalle aufgetan. „Kyrill“ sorgte allerdings auch hier für Stromausfall. Die französischen Spieler gaben dennoch nicht auf und sollen bei Notbeleuchtung noch ein einstündiges Konditionstraining absolviert haben, bevor sie mit einem zünftigen Bier auf den 30. Geburtstag ihres Teamkollegen Didier Dinart anstießen.
Sonderschicht zur Handball-WM
Damit die von der IHF eigens angelieferten Sponsor-Logos rechtzeitig auf die Ärmel sämtlicher Spieler-Trikots genäht werden konnten, legten die Schneiderinnen des Magdeburger „Änderungs-Atelier“ eine nächtliche Sonderschicht ein. Erst nachdem die australische Nationalmannschaft am späten Abend die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt mit ihren Hemden im Gepäck erreicht hatte, konnten die letzen der über 400 Aufnäher in Angriff genommen werden. Schon vor dem Frühstück war alles abholbereit.
Vom Zuschauer zum Nationalspieler
Tim Jackson (20) wurde die Begeisterung für den Handball nicht in die Wiege gelegt. Erst bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney sah er sein erstes Handballspiel, war so begeistert, dass er sich entschloss in Schweden das Handball-Handwerk zu erlernen. Heute ist er Kreisspieler der australischen Nationalmannschaft und dreifacher Torschütze seiner Mannschaft im heutigen Vorrundenspiel.