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Heinrich Hertz inspiriert noch heute seine Bonner Erben
150 Jahre nach der Geburt des Physikers ist das Laserfernsehen fast marktreif

ib Bonn - Er starb bereits mit 37 Jahren, und dennoch kennt seinen Namen heute noch jedes Schulkind: Der ehemalige Bonner Physik-Professor Heinrich Hertz, der am 22. Februar 150 Jahre alt geworden wäre. Ihm zu Ehren hat die Deutsche Telekom AG im Jahr 2000 an der Universität Bonn den Heinrich-Hertz-Stiftungslehrstuhl eingerichtet. An seiner alten Wirkungsstätte entwickeln Hertz' Erben heute unter anderem Strategien, um Laserlicht zu manipulieren. Ihre Erkenntnisse könnten bald den Sprung in die Wohnzimmer schaffen: Schon in zwei Jahren sollen erste Laserfernseher auf den Markt kommen, die in Schärfe und Farbenpracht alle heute erhältlichen Geräte weit übertreffen.

 

Von 1889 bis zu seinem Tode fünf Jahre später lehrte und forschte der große Wissenschaftler in der Bundesstadt. Jeder Bonner Physikstudent kommt heute noch hautnah mit ihm in Berührung: In der Physikalischen Sammlung lagern zahlreiche Originalinstrumente, die Heinrich Hertz für seine Experimente mit elektromagnetischen Wellen nutzte. Darunter ist auch sein berühmter Dipol-Sender: Hertz ließ zwischen zwei halbrunden Kupferelektroden - dem Dipol - einen Funken überschlagen. Dadurch erzeugte er hochfrequente Radiowellen, die er mit einem ähnlichen Dipol in einigen Metern Entfernung wieder auffangen konnte. Wenn die Ausrichtung zwischen Sender und Empfänger stimmte, flogen dort dann ebenfalls die Funken. Das Radio verdankt (ebenso wie der Begriff „Rundfunk") diesem Effekt seine Existenz.

 

„Einen Dipol-Empfänger gibt es heute in jedem Handy", erklärt Professor Dr. Karsten Buse. Der 40-Jährige bekleidet an der Universität Bonn die nach Hertz benannte Stiftungsprofessur der Deutschen Telekom. Die Zusammenarbeit hat bereits zu knapp einem Dutzend Patenten geführt - meist im zukunftsträchtigen Gebiet der Laserphysik. Eines der Spezialgebiete von Buses Arbeitsgruppe ist eine exotische chemische Verbindung, das so genannte Lithiumniobat. Die Substanz bildet Kristalle, an denen Heinrich Hertz wohl seine helle Freude gehabt hätte: Sie stecken nämlich gewissermaßen voller mikroskopisch kleiner Dipol-Antennen. Für Laserforscher ist diese Substanz extrem interessant: Mit ihr lässt sich vergleichsweise einfach und kostengünstig farbiges Laserlicht erzeugen. „An unserem Lehrstuhl verbessern wir die Kristalle so, dass wir die Farbumwandlung mit sehr hoher Effizienz und bei großen Lichtleistungen hinbekommen", erklärt Buse.

 

Durch Kombination mit anderen Verfahren können die Bonner Physiker so genau die gewünschte Lichtfarbe erzeugen - wichtig unter anderem für die Entwicklung extrem brillanter und scharfer Bildschirme. Die großen Elektronikfirmen arbeiten daher momentan an Fernsehgeräten auf Laser-Basis. „Inzwischen steht die Technologie auch dank unserer Erkenntnisse kurz vor dem Durchbruch", versichert Buse. „Spätestens in zwei Jahren werden die ersten Laserfernseher auf den Markt kommen."

 

Zu Ehren von Heinrich Hertz planen die Bonner Physiker im Herbst eine Veranstaltung mit zwei großen öffentlichen Experimentalvorlesungen. Darin werden von Professor Dr. Karl-Heinz Althoff zahlreiche Originalexperimente gezeigt. Professor Dr. Karsten Buse wird zudem präsentieren, was die Erkenntnisse dieses Pioniers der elektromagnetischen Wellenlehre für die Forschung heute bedeuten.




  
   
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