Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 15. Juni 2007

Ausstellung im Kunstmuseum

Tuschzeichnungen, Aquarelle, Collagen

Das Kunstmuseum Magdeburg würdigt mit Franz Johannknecht einen Künstler, dessen Biographie beinahe als Sinnbild deutscher Geschichte seit den dreißiger Jahren und künstlerischer Selbstbehauptung gesehen werden kann. Gleichzeitig wird mit dieser großen Retrospektive sein Werk zum ersten Mal in einem umfangreichen Katalog dargestellt.
1903 in Düsseldorf geboren, studierte Franz Johannknecht 1928 - 1933 an der Staatlichen Kunstakademie seiner Heimatstadt, unter anderem als Meisterschüler bei Werner Heuser und Ewald Mataré. 1933 gehörte er zu jenen Künstlern, die unter dem Verdikt der "Entarteten Kunst" mit Arbeitsverbot belegt wurden. Einer Dienstverpflichtung führte ihn 1938 nach Dessau. 1944 wurde er zum Volkssturm einberufen und geriet bald darauf in belgische Kriegsgefangenschaft. Als er 1946 nach Dessau zurückkehrte, war sein bis dahin Geschaffenes den Bomben zum Opfer gefallen.

Zunächst entstanden Aquarelle und Zeichnungen, figürlich bzw. nach der Natur. Obwohl (vermutlich) 1956 aus dem Verband bildender Künstler der DDR aus-geschlossen, dem er seit 1951 angehört hatte (seine Kunst war nun nach offizieller Lesart zu dekadent), verließ er die DDR nicht. Er blieb seinem künstlerischen Weg treu, der in einem erheblichen Maß von seinem katholischen Glauben geprägt war.
Kaum übersehbar ist die Fülle seiner Feder- und Pinselzeichnungen; daneben schuf er Linolschnitte und Collagen, teilweise auch in leuchtenden Farben als Hinterglasarbeiten. Außerdem gestaltete er Entwürfe für Teppiche und vor allem Kirchenfenster, von denen aber nur wenige zur Ausführung kamen.
Franz Johannknecht arbeitete in der Regel nicht rein gegenstandslos; er verschlüsselte vielmehr, abstrahierte ähnlich einem Kalligraphen. In der Regel aber lieferte er keinen konkreten Schlüssel, sondern setzte ausschließlich auf den Eindruck, das Gefühl beim Betrachten. Gleichwohl evoziert seine Formensprache durchaus immer wieder Assoziationen an Raum und Figur.
1974 starb Franz Johannknecht - nahezu unbekannt. Während er nach 1955 in der DDR nicht mehr ausstellen konnte, wurden seine Arbeiten - durch Freunde vermittelt - zwischen 1965 und 1975 gelegent-lich in westdeutschen Galerien gezeigt. Erst die zaghafte Öffnung der DDR gegenüber der Abstraktion um 1980 machte die Arbeiten Franz Johannknechts einem breiteren Publikum bekannt.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt und den Freundeskreis des Kunstmuseums.

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