Magdeburg.
Im Magdeburger Wissenschaftshafen wurde heute Richtfest für die künftige Denkfabrik gefeiert. Am Mittag haben Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und Sachsen-Anhalts Minister für Landesentwicklung und Verkehr, Dr. Karl-Heinz Daehre, den symbolischen Richtnagel eingeschlagen. Im Anschluss wurde dem Oberbürgermeister eine Ehrentafel überreicht, die die Denkfabrik als einen "Ort im Land der Ideen" ausweist.
"Die Denkfabrik wird der Leuchtturm unseres Wissenschaftshafens", so Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper anlässlich des Richtfestes. "In unmittelbarer Nähe zur Otto-von-Guericke-Universität und den Instituten und Einrichtungen unserer Wissenschaftsmeile entstehen hier auf rund 4.600 Quadratmetern Forschungsflächen und Räume für innovative Unternehmen, die von der kreativen Atmosphäre des Wissenschaftshafens profitieren möchten."
9,5 Millionen Euro werden in die Denkfabrik investiert. Der größte Teil der Summe – rund 7,3 Millionen Euro – sind Urban-21-Fördermittel aus dem Europäischen Fonds zur Regionalen Entwicklung (EFRE) sowie aus der Städtebauförderung, die sich Bund, Land und Stadt teilen. Die offizielle Einweihung der Denkfabrik ist für den 27. Dezember dieses Jahres geplant.
Die künftige Denkfabrik besteht aus einem ehemaligen Speicher sowie einem früheren Silo für Getreide. Der Speicher wird komplett saniert und umgebaut, das Silo fast vollständig neu errichtet.
Die beiden Gebäude verbindet künftig ein Neubau mit zentralem Eingangsbereich im Erdgeschoss. Das völlig transparente Verbindungsbauwerk besteht in den Obergeschossen aus so genannten Brücken mit einer maximalen Breite von vier Metern. Aus denkmalpflegerischen Gründen werden die Kubatur, die Dachformen sowie wesentliche Gestaltungsmerkmale der Fassaden des früheren Silos wieder in ihrer ursprünglichen Form errichtet. Mit der Generalplanung beauftragt wurde die iproplan Planungsgesellschaft mbH aus Chemnitz, die auch das Entwurfskonzept erstellt hat.
Während des Richtfestes nahm Magdeburgs Oberbürgermeister eine Ehrentafel entgegen, die die Denkfabrik als einen "Ort im Land der Ideen" ausweist. Die KGE Kommunalgrund GmbH als städtischer Entwicklungsträger hatte sich im vergangenen Jahr mit der Denkfabrik erfolgreich an einer Standortinitiative von Bundesregierung und deutscher Wirtschaft um diese Auszeichnung beworben.
Die Denkfabrik gehört damit – wie auch das VDTC des Magdeburger Fraunhofer-Instituts – zu 365 Orten bundesweit, die für die Zukunftsfähigkeit und den Ideenreichtum in Deutschland stehen. Überreicht wurde die Ehrentafel vom Magdeburger Niederlassungsleiter der Deutschen Bank, Marc Melzer. Das Kreditinstitut ist Sponsor der Aktion. Zur Eröffnung der Denkfabrik am 27. Dezember dieses Jahres erhält die Stadt außerdem einen Pokal, der im Namen des Bundespräsidenten, Horst Köhler, verliehen wird.
Hintergrundinformationen
Der Wissenschaftshafen
Der frühere Magdeburger Handelshafen wird von der KGE Kommunalgrund GmbH als Entwicklungsträger der Landeshauptstadt Magdeburg zu einem Wissenschaftshafen entwickelt. In unmittelbarer Nähe zu den bereits bestehenden Wissenschaftseinrichtungen Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb- und Automatisierung (IFF), Max-Planck-Institut für die Dynamik komplexer technischer Systeme, VDTC des IFF und Experimentelle Fabrik werden Areale für innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen geschaffen. Entstehen wird ein vielfältiges, lebendiges Stadtquartier an Elbe und Hafen als Zentrum für Innovations- und Wissenstransfer sowie mit Flächen für Wohnnutzungen, Dienstleistungen, Freizeit und Tourismus. Der Umbau des Handelshafens ist ein Symbol für den Wandel Magdeburgs von der Stadt des Schwermaschinenbaus zur Stadt der Wissenschaft.
Der Wissenschaftshafen und die IBA
Der alte Handelshafen, der zu einem Wissenschaftshafen umgestaltet wird, ist einer von drei Schauplätzen, mit denen Magdeburg an der Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 teilnimmt. 2001 und 2005 hatte sich Magdeburg in zwei Workshops mit möglichen Perspektiven für diese Flächen auseinandergesetzt und eine Entwicklungskonzeption erstellen lassen. Schnell war klar, dass hier in unmittelbarer Nähe zu Universität und Forschungseinrichtungen Potenzial für weitere Wissenschaftsinstitutionen ist. Ein Grund: Die Flächen und alten Speichergebäude des früheren Handelshafens bieten gute Voraussetzungen für eine Sanierung und Neubebauung und befinden sich in attraktiver Lage direkt an der Elbe. Fluss und Hafenlandschaft bilden einen wichtigen "weichen" Standortfaktor zum Forschen und Arbeiten.
"Deutschland – Land der Ideen"
"Deutschland – Land der Ideen" ist eine gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Ziel der vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ins Leben gerufenen Initiative ist es, im In- und Ausland Deutschland als innovatives, weltoffenes und begeisterungsfähiges Land zu präsentieren. Schirmherr der Initiative ist Bundespräsident Horst Köhler. Koordniert wird die Initiative "Land der Ideen" von der FC Deutschland GmbH.
"365 Orte im Land der Ideen"
"365 Orte im Land der Ideen" ist eine von der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe, die die Zukunftsfähigkeit und den Ideenreichtum Deutschlands täglich widerspiegelt. Die Orte finden sich überall dort, wo Ideen entstehen, entwickelt und gefördert werden oder wo die Erinnerung an große Erfindungen und Ideen bewahrt wird.
Bis zum 15. November 2006 konnten sich kommunale Einrichtungen, Vereine, Verbände oder Initiativen aus den Bereichen Gesellschaft, Kunst, Kultur, Soziales, Bildung, Musik, Sport, Technik, Wissenschaft und Wirtschaft für den Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" 2007 bewerben. Eine Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Martin Roth, Generaldirektor Staatliche Kunstsammlungen Dresden, und Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, hat aus dem Bewerberkreis die 365 Orte des Jahres 2007 ausgewählt. Die getroffene Auswahl soll den Ideenreichtum Deutschlands in all seinen Facetten und in allen Regionen widerspiegeln.
Auswahlkriterien waren unter anderem die Zukunftsorientierung, die Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl, die Einzigartigkeit und die Vermittlung neuer, unerwarteter Aspekte. Die ausgewählten 365 Orte präsentieren sich an je einem Tag des Jahres und machen ihre Idee mit einer besonderen Veranstaltung für eine breite Öffentlichkeit erlebbar.