Magdeburg.
Zum 62. Mal wurde heute eine Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg verliehen. Am Nachmittag überreichte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper die Stadtplakette in Gold an die Firma Hollburg – ein Spezialbetrieb für Kreisel-, Kolben- und Schmutzwasserpumpen in der Babelsberger Straße 19. Anlass ist das 100-jährige Bestehen des Familienunternehmens. Die Ehrung wurde von der Firmeninhaberin Rosemarie Hollburg entgegengenommen.
"Ich gratuliere dem Familienunternehmen zu diesem seltenen Jubiläum", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper anlässlich der Verleihung. "Die Firma von Rosemarie Hollburg und ihrem Mann Eberhard gehört mit ihrer 100-jährigen Geschichte zu den traditionsreichsten ostelbischen Handwerksbetrieben."
Die Geschichte des Unternehmens geht bis in das Jahr 1907 zurück. Am 1. Februar jenes Jahres trat der Großvater von Rosemarie Hollburg, Hermann Laudan, in die damalige Schmiede-Innung ein. Ein Schriftstück aus dem selben Jahr dokumentiert die Teilnahme des Firmengründers an einer außerordentlichen Generalversammlung der Innung. Auf der Tagung beschlossen die Schmiedemeister neue Mindestpreise für ihre Leistungen. Das genaue Gründungsdatum der Traditionsfirma ist nicht bekannt.
Das Unternehmen in der Babelsberger Straße arbeitete zunächst als Hufbeschlag- und Schmiedebetrieb. In den 1950er Jahren übernahm Herbert Laudan, der Vater von Rosemarie Hollburg, die Geschicke der Firma. Schwerpunkt was damals vor allem die Reparatur von Pumpen.
1982 übergab Herbert Laudan das Unternehmen an seine Tochter. Die studierte Ingenieurökonomin sowie Schlosser- und Schmiedemeisterin Rosemarie Hollburg führt die Tradition des Betriebes in dritter Generation fort. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Stuckateur und Bauingenieur Eberhard, eröffneten beide 1991 zusätzlich ein Ladengeschäft.
Das Leistungsspektrum wurde in den Folgejahren deutlich ausgebaut. Heute gehören nicht nur der Verkauf, die Installation und die Reparatur von Pumpen aller Art, sondern auch Brunnenbohrungen, Swimmingpools und Wasseraufbereitungsanlagen zu den Leistungen des Jubiläumsunternehmens. Neben dem Ehepaar Hollburg ist in der Firma auch ein Servicemitarbeiter beschäftigt.
Hintergrundinformationen zur Stadtplakette
Vergeben wird die Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg an Vereine, Firmen, Körperschaften, Verbände und andere Einrichtungen, die ihren Sitz in Magdeburg haben. Sie wird in Bronze bei 50-jährigen Jubiläen verliehen, in Silber bei 75-jährigen Jubiläen und in Gold, wenn eine Firma, ein Verein oder eine Institution seit mindestens 100 Jahren besteht. Über die Verleihung entscheidet der Oberbürgermeister.
Zum ersten Mal wurde eine Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg 1996 an den Verband der Kleingärtner Magdeburg e.V. verliehen. Anlass war dessen 75-jähriges Jubiläum. Seitdem wurden 62 Stadtplaketten vergeben, darunter an alteingesessene Magdeburger Unternehmen, an Sportvereine, Freiwillige Feuerwehren und Verbände.
Zu den Geehrten gehören die Stadtsparkasse, die IHK und die Handwerkskammer ebenso wie die Paul Schuster GmbH, die Dombuchhandlung Holtermann, das Autohaus Lerchner und die Gerling & Rausch GmbH. Eine Stadtplakette ging seit 1996 unter anderem auch an die Freiwilligen Feuerwehren in Ottersleben und Pechau, an das Akkordeonorchester und das Folklore-Ensemble, an traditionelle Sportvereine und die Johannisloge "Ferdinand zur Glückseligkeit". Der Jubilar unter den Geehrten ist die Malerinnung Magdeburg, die 1997 ihr 800-jähriges Bestehen feierte und dafür eine Stadtplakette in Gold in Empfang nehmen durfte.
Die Stadtplakette hat einen Durchmesser von 105 mm. Sie zeigt auf der Vorderseite das Kloster Unserer Lieben Frauen, den Dom und das Alte Rathaus mit dem Magdeburger Reiter. Die Umschrift auf der Vorderseite lautet Landeshauptstadt Magdeburg. Auf der Rückseite stehen die Jahreszahl DCCCV (für 805) und FUNDATA EST (gegründet), darunter ist ein aufgeschlagenes Buch berühmter Persönlichkeiten Magdeburgs mit dem Stadtwappen als Siegel abgebildet.
Entworfen hat die Stadtplakette der Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel, gegossen wurde sie von der Firma Paul Schuster. Mit der Stadtplakette erhalten die Ausgezeichneten eine Ehrenurkunde, die von der Magdeburger Kalligraphin Gudrun Seffers gestaltet wird.