Magdeburg.
Seit dem 14. August 2007 werden im Neustädter See vermehrt Blaualgen beobachtet. Das Gesundheitsamt mahnt zu Vorsicht und verstärkt seine Kontrollen. Die Sperrung des Sees ist bisher nicht erforderlich.
Die Anreicherung von Pflanzennährstoffen im Wasser - vor allem phosphor- und stickstoffhaltiger Verbindungen - kann zu Massenentwicklungen von Blaualgen (Cyanobakterien) in Gewässern führen. Verschiedene Blaualgenarten vermögen unter bestimmten Bedingungen Giftstoffe (Toxine) zu bilden, die auch für den Menschen sowie für warmblütige Tiere, z.B. für Hunde, gefährlich sein können.
Vor allem in den Sommermonaten sind Massenentwicklungen von Blaualgen und eine dadurch bedingte Verringerungen der Sichttiefe des Wassers möglich. Manche Blaualgen sammeln sich bevorzugt an der Wasseroberfläche und werden durch den Wind in Ufernähe getrieben, wodurch teppichartige Beläge auf dem Wasser und in der Nähe des Ufers gebildet werden können.
Die von den Blaualgen gebildeten Giftstoffe können bei Badegästen durch Verschlucken des Wassers sowie durch Hautkontakt zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber und Hautreizungen führen. Je mehr Wasser verschluckt wird - auch an aufeinanderfolgenden Tagen - und je länger ein Hautkontakt besteht, um so eher kann eine Gefährdung der Gesundheit durch Giftstoffe der Blaualgen vorliegen. Vor allem gefährdet sind Kleinkinder und Kinder, wenn sie in Ufernähe spielen, da dort die Konzentration von Giftstoffen durch das Anschwemmen der Algen besonders groß sein kann.
Zum Schutz der Gesundheit der Badegäste empfiehlt das städtische Gesundheits- und Veterinäramt aus Vorsorgegründen:
- Falls an einer Badestelle eine intensive Grünfärbung des Wassers, verbunden mit einer Minderung der Sichttiefe (Faustregel: im knietiefen Wasser sollten die Füße noch erkennbar sein) oder gar ein Algenteppich in Ufernähe beobachtet werden, besser auf das Baden verzichten.
- Kleinkinder und Kinder sollten nicht in diesem Wasser spielen.
- Wer trotzdem Baden möchte, sollte den Körper nach dem Bad gründlich abduschen.
- Wer nach dem Baden Symptome der geschilderten Art bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen und das Gesundheits- und Veterinäramt über seine Beobachtungen informieren.
Auf Grund der aktuell niedrigen Konzentration der Blaualgen ist eine Sperrung des Sees bisher nicht erforderlich. Selbstverständlich führt das zuständige Gesundheits- und Veterinäramt kurzfristig weitere Kontrollen des Badewassers durch und leitet die erforderlichen Schritte ein.