
Kreis Steinfurt/Hörstel. „Dialoge“ lautet das Thema eines Ausstellungs- und Kunstvermittlungsprojektes, zu dem nun seit knapp zwei Wochen acht Studentinnen und Studenten der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn in den Künstlerateliers des DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst in Hörstel arbeiten.
Am kommenden Samstag, 1. September, laden das Kunsthaus und die Kunststudenten zur Vernissage in die Ausstellungsräumlichkeiten des ehemaligen Klosters ein. Kreisdirektor Dr. Wolfgang Ballke wird die Ausstellung um 19 Uhr eröffnen.
Die jungen Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Werke vom 1. bis zum 8. September im Westflügel des Klosters und vermitteln sie mit Performances, Künstlergesprächen und Führen selbst.
Das Thema „Dialoge“ bietet ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten, das die Kunststudenten auf unterschiedliche Weise bearbeiten.
Für Eva Maria Rebmann bedeutet dieses Thema die Auseinandersetzung mit sehr persönlichen Texten aus ihren Tagebüchern, die sie am Abend der Vernissage und über die darauf folgende Woche hinweg als Luftpost an Luftballons in den Himmel entlassen wird. Der Finder eines solchen Luftballons ist aufgefordert zu entscheiden, ob dieser Text veröffentlicht werden soll oder nicht, und ihn gegebenenfalls zurückzusenden. Eva Maria Rebmann tritt also nicht nur in einen inneren Dialog mit ihren ehemals verfassten privaten Texten, sondern auch in einen Dialog mit den Findern der von ihr versendeten Luftpost.
Mit der Dokumentation ihres Alltags beschäftigen sich auch Verena Veit und Carolin Eidner. Sie ließen sich auf eine gemeinsame Arbeit und somit auf einen Dialog zu zweit ein. Per Handy tauschten sie über mehrere Wochen Anweisungen für kleinformatige Zeichnungen aus, als einzige weitere Vorgabe legten sie gemeinsam das Papierformat fest. Es entsteht ein Wandfries bestehend aus einer chronologischen Aufreihung dieser zeichnerisch gelösten Dialoge.
Betrachtet man nun Lena Frings bunte Installation „Waschtag“ mit ungefähr 70 malerisch erarbeiteten Figuren, die im großen Saal installiert sein wird und den Außenraum mit einbezieht, fühlt man sich an die Comickultur Japans erinnert. Die einzelnen Bilder sind auf Leinwandstoff gemalt und werden an einer Wäscheleine installiert sein. Hier besteht das besondere Anliegen, ein malerisches Werk ‚beweglich’ und von allen Seiten betrachtbar zu machen.
Marzena Lehmann fasst das Thema Dialog hingegen in einem viel intimeren Rahmen um das Thema Krebs auf. Sie portraitierte die krebskranke Marion als klassische ‚Liegende’ ebenso wie verschiedene Passanten, die sie am Rheiner Hauptbahnhof aufforderte, sich in ein von ihr aufgebautes Bett zu legen. Sie stellt die inszenierten Portraits dem Portrait der Marion gegenüber und findet dadurch zu einem Dialog.
In seinem Werk „Aufschnitt 07“ schafft Muyan Ole Lindena ein filigranes raumgreifendes Werk, bestehend aus verschiedenen alten Stühlen, die von ihm ‚aufgeschnitten’ wurden und nun eine eigene Sprache bilden. Es entsteht eine Situation aus ungewohnt zusammengestellten Raumobjekten.
Désirée Wickler ließ sich in ihrer zeichnerischen Arbeit besonders auf die nähere Umgebung und Geschichte des Klosters Gravenhorst ein. Ihre transparente Arbeit, bestehend aus feinen teilweise collagierten und bedruckten Zeichnungen, wird ausschließlich in den Fenstern der Ausstellungsräume zu sehen sein.
Einen farblichen und inhaltlichen Kontrast hierzu bietet die Arbeit von Verena Meyer mit einer Wandinstallation scheinbar unauffälliger Alltagsdinge, ausschließlich in rosa und pink. Die gefundenen Materialien setzt sie in ihrer Arbeit neu zusammen und schafft somit einen neuen Sinnzusammenhang. Diese Arbeit wird an der größten Wandfläche des Ausstellungsraumes installiert sein.
Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung laden die Künstler zu einer Party ein. Weitere Infos: www.da-kunsthaus.de.