Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 06. September 2007

Elternbefragung und Workshops – Gemeinsam für eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung

Anfang 2006 hatte das Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit gemeinsam mit der AG Freie Träger „Kindertagesstätten“ und der Stiftung Evangelische Jugendhilfe „St. Johannis“ Bernburg in den Magdeburger Kindereinrichtungen eine Elternbefragung zur Qualität der Kinderbetreuung durchgeführt. Heute stellte Magdeburgs Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Beate Bröcker, gemeinsam mit den Partnern die Ergebnisse vor.

Fast 100 Seiten umfasst der Auswertungsbericht samt Anlagen. Er liegt demnächst in den Einrichtungen vor oder kann über das Jugendamt bezogen werden. „Die meisten Eltern sehen ihre Kinder in guten Händen und sind mit der Betreuung in den Einrichtungen zufrieden“, freuen sich die Initiatoren über das Ergebnis der Umfrage. „Aus den Wünschen und Kritiken der Eltern können die Stadt und die freien Träger entnehmen, wo die Betreuung flexibler gestaltet werden muss und wie die Zusammenarbeit mit den Eltern verbessert werden kann.“

Der Fragebogen, der Anfang 2006 an rund 4.180 Magdeburger Eltern im Rahmen einer repräsentativen und detaillierten Umfrage verteilt wurde, war recht umfangreich. „Wie zufrieden sind Sie derzeit mit dem Tagesablauf in der Einrichtung Ihres Kindes?“ „Was wünschen Sie sich im Rahmen des Bildungsauftrages und einer Schulvorbereitung?“ – diese und noch viele andere Fragen zur Raum- und Freiflächengestaltung, zu Entgelten und Öffnungszeiten bis hin zur Mitbestimmung von Eltern und Kindern waren Inhalt des Fragebogens, mit dem in Magdeburg Eltern erstmals umfassend und detailliert nach ihrer Zufriedenheit und ihren Wünschen zur Kinderbetreuung in Krippen, Kindergärten und Horten befragt wurden.

Fast 2500 Bögen – das entspricht 59 % – kamen ausgefüllt zurück. „Die überraschend große Resonanz auf unsere Umfrage ist ein Indiz, dass den Eltern die Qualität der Kinderbetreuung sehr am Herzen liegt und wir mit der Befragung den Nerv der Eltern getroffen haben“, erklärt Beate Bröcker, Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit der Landeshauptstadt Magdeburg. Initiiert wurde die Fragebogen-Aktion durch die Arbeitsgemeinschaft Freie Träger „Kindertagesstätten“, die gemeinsam mit dem Jugendamt und der Stiftung Evangelische Jugendhilfe „St. Johannis“ die umfassenden Vor- und Nacharbeiten übernahm.

„Mit der vorliegenden Datenbasis kann die Arbeitsgemeinschaft der freien Kita-Träger nun auf ein für die Kita- und Horteltern der Landeshauptstadt Magdeburg repräsentatives Meinungsbild zurückgreifen“, so die Bereichsleiterin in der Stiftung Evangelische Jugendhilfe, Dr. Andrea Schubert. „Alle Träger haben die Daten erhalten und in zwei Workshops gemeinsam eine Interpretation vorgenommen. Diese floss in den Auswertungsbericht der Landeshauptstadt Magdeburg ein, damit die Qualität der Kitas noch weiter verbessert werden kann.“

Die besondere Zufriedenheit der Eltern zeigte sich bei der Einschätzung der Fachkompetenz des Personals, der Qualität des Eingewöhnungsprozesses der Kinder und bei der Gestaltung des Übergangs von der Kita in den Hort. Die Eltern schätzten aber auch ein, dass bei der Freiflächengestaltung, den Öffnungszeiten und bei den Formen der Elternmitbestimmung Verbesserungen gewünscht werden.

Das zentrale Interesse der Eltern liegt natürlich bei der individuellen Entwicklung des eigenen Kindes. Wie wird diese Entwicklung in den Einrichtungen beobachtet, welche Aufzeichnungen helfen Eltern und Erzieherinnen dabei? Eltern wünschen sich hier beispielsweise mehr Einbeziehung und Informationen bzw. Gespräche.

So wichtig die Einbeziehung der Eltern ist, eine detaillierte Auswertung der Fragebögen war für den Erfolg der Befragung unabdingbar. Um eine trägerübergreifende Qualitätsdebatte zu initiieren und die damit verbundene Suche der Träger und jeder einzelnen Einrichtung nach Entwicklungsfeldern für die eigene Arbeit zu unterstützen, wurden Gesprächsrunden in Form von Workshops mit allen Trägern und Einrichtungen durchgeführt.


Workshop „Drei Jahre danach“
Im Mai 2007 hatte das Jugendamt den Workshop „Drei Jahre danach“ initiiert, um die Übertragung kommunaler Einrichtungen an freie Träger zu reflektieren und gemeinsam mit den Trägern das partnerschaftliche Zusammenwirken zu hinterfragen und den kooperativen Umgang zu befördern.

An der Veranstaltung am nahmen 118 Vertreter aus Politik, Vertreter der freien Träger,  Einrichtungsleiter und Elternvertretungen teil. Während des Workshops wurden in vier Arbeitsgruppen folgende Themen bearbeitet:

· Zusammenarbeit zwischen Träger und Verwaltung
· Umsetzung des Sicherstellungsauftrages
· bedarfsgerechte Angebote
· Entwicklung der Leitungstätigkeit
· Elternarbeit

Durch die Übertragung der Kindertageseinrichtungen an freie Träger ist in Magdeburg eine große Angebotsvielfalt, die Wahrnehmung hoher fachlicher Verantwortung für Qualität durch die freien Träger und eine größere Außenwirkung der Kinderbetreuung erreicht worden – so die Einschätzung der Workshop-Teilnehmer.
Eltern haben durch die Vielzahl der freien Träger mit ihren unterschiedlichen Konzepten und pädagogischen Ausrichtungen die Möglichkeit, ein ihren Vorstellungen entsprechendes Angebot für ihr Kind auszuwählen.

Die Anforderungen an die Tätigkeit der Leiterinnen haben sich erhöht. Sie tragen neben ihrer Aufgabe, die pädagogischen Prozesse in der Einrichtung zu führen, auch Mitverantwortung für die Finanzierung der Einrichtungen und bei Personalentscheidungen. Damit haben sich auch Ansehen und Stellenwert der Leiterin einer Kindertageseinrichtung erhöht.

Der Workshop machte zudem deutlich, dass auch die geänderten sozialen und demografischen Rahmenbedingungen wie Rückgang der Geburtenzahlen, Arbeitslosigkeit von Eltern, allein erziehende Mütter bzw. Väter, Patchwork-Familien und Wertewandel die Einrichtungen vor neue Herausforderungen stellen.

Gute Beispiele aus den Arbeitsgruppen stellen das Engagement der Träger und Einrichtungen bei der Umsetzung des Bildungsprogramms unter Beweis und zeigen auch, dass die Träger sich den Anforderungen, die sich aus den im Wandel befindlichen Familienstrukturen ergeben, mit vielen Ideen und Initiativen stellen.

Andererseits hat der Workshop auch deutlich gezeigt, wo die Zusammenarbeit von Träger und Verwaltung noch ausbaufähig ist: Neben der Vertragsgestaltung zur Finanzierung ab 2009 sowie der Minimierung des Verwaltungsaufwandes auf beiden Seiten gehört auch die gemeinsame Verantwortung für die Sicherung des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz zu den künftigen Schwerpunkten zielgerichteter Nachbesserungen.

Der Auswertungsbericht der Elternbefragung und die Workshop-Dokumentation stehen im Internet unter www.magdeburg.de (Bürgerportal > Kinder, Jugend und Familie) zur Verfügung.

 




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