11.10.2007
Klinikums-Kapelle verbindet Tradition und Moderne
Gütersloh (gpr).
Es ist ein Raum, in dem sich Ruhe finden lässt, der zum Gebet und zum Nachdenken einlädt. Die neue Kapelle im Städtischen Klinikum vermittelt Geborgenheit durch kreis- und bogenförmige Elemente und dezentes, warmes Licht. Tageslicht fällt durch ein Buntglasfenster gegenüber der Eingangstür und eine Lichtkuppel mit anderthalb Metern Durchmesser über dem Altar. Das Buntglasfenster stammt noch aus der alten Kapelle und wurde jetzt waagerecht in die Seitenwand eingelassen. „Die Gütersloher hängen daran“, weiß Pastorin Dorothea Schneider.
So ist die neue Kapelle eine Symbiose aus Tradition und Moderne geworden. Der Boden aus Solnhofener Naturstein sei mindestens 20 bis 25 Millionen Jahre alt, so Architekt Norbert Beckmann. Altar, Ambo, Taufstein und Kanzel werden aus der seit Juni geschlossenen Jakobuskirche in die Klinikumskapelle gebracht. Neu ist dagegen das Kreuz in der Rundung hinter dem Altar. Es stammt von dem südtiroler Künstler Paul Moroder-Doss, der ein Metallkreuz in einen vom Blitz gespaltenen Baumstamm einfügte. „Das Kreuz ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Es ist wie bei einer Krankheit: Man muss sich langsam nähern, um alles genau zu sehen“, sagt Schneider. Außerdem rege es zum Gespräch an. „Durch die Lichtkuppel wird der Blick aufwärts zum Kreuz hin gerichtet“, fügt Pastorin Susanne Westrupp hinzu. Das Kreuz aus Südtirol greift das Symbol der Krankenhausseelsorge auf, das ebenfalls in der Kapelle auf einem gewebten Altarbild zu sehen ist: Ein abgeschlagener Baum, aus dem ein neuer Trieb wächst.
Architekt Beckmann wollte dem Raum eine kirchliche Würde geben. „Ich halte es für wichtig, dass ein Krankenhaus einen solchen Ort hat. Besonders in einer Zeit, in der viele Kirchen aufgegeben werden müssen“, sagt er. „Es ist ein besonderer Raum und ich würde mich freuen, wenn er vielfältig genutzt wird.“
Eine vielfältige Nutzung ist auf jeden Fall durch eine Schiebetür mit Schallschutz möglich, durch die sich die Kapelle erweitern lässt. Bei geschlossener Tür passen etwa 30 Personen hinein, dann kann der hintere Teil als Konferenzraum genutzt werden, ohne das dabei die Stille in der Kapelle gestört wird. Ist die Tür geöffnet, können bis zu 100 Menschen am Gottesdienst teilnehmen. So wird eine Verbindung von Klinikum und Kapelle geschaffen. Und auch moderne Technik hat Einzug gehalten: Per Kamera werden die Gottesdienste demnächst über den Klinikumskanal auf die Patientenzimmer übertragen. Doch auch außerhalb der Gottesdienstzeiten würde der Raum gut angenommen, berichten die beiden Seelsorgerinnen. In der Tag und Nacht geöffneten Kapelle säßen oft Patienten, um Kerzen anzuzünden oder zu beten. „Die Kapelle hat den Leuten gefehlt. Auch wenn das Klinikum in den vergangenen drei Jahren mit viel Einsatz für Übergangslösungen gesorgt hat. Aber das Warten hat sich gelohnt“, sagt Westrupp.
Offiziell eingeweiht wird die Kapelle am Samstag, 13. Oktober, um 16.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Die Festpredigt wird von der Pfarrerin Helga Henz-Gieselmann, Vorstandsmitglied der Westfälischen Krankenhausseelsorge, gehalten. Musikalisch wird die Eröffnung vom Bachchor und Markus Tietzeck an der Orgel eingerahmt.
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| Klinikum - Kapelle //Kreuz |
| Gesprächsanregung: Das Kreuz greift das Symbol der Krankenhausseelsorge auf. |
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| Klinikum - Kapelle //Pastorinnen |
| Sind stolz auf ihre neue Kapelle: Die Pastorinnen Susanne Westrupp (links) und Dorothea Schneider. |
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| Klinikum - Kapelle //Fenster |
| Ein Ort zum Verweilen: Durch eine Kuppel über dem Altar und das Buntglasfenster fällt Tageslicht in die Kapelle. |
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