Magdeburg.
Heute hat der Katastrophenschutzstab der Landeshauptstadt Magdeburg eine planmäßige Übung abgehalten. Dabei wurde simuliert, welche Maßnahmen im Falle einer Pandemie zu ergreifen sind, um die Ausbreitung der Erkrankung einzudämmen und die Bevölkerung zu schützen. Die Erkenntnisse aus der Übung fließen in die weitere Pandemieplanung der Stadt ein.
Kurz nach 7.00 Uhr klingelten heute morgen bei den Mitgliedern des städtischen Katastrophenschutzstabes die Telefone: Alarm! Innerhalb kürzester Zeit wurden alle erreichbaren Mitglieder des Stabes gebeten, sich in der Feuerwache Brandenburger Straße einzufinden. „Solche Alarmierungsübungen führen wir regelmäßig durch“, erläutert Holger Platz, der als Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung auch für den Katastrophenschutz zuständig ist. „Ziel ist es dabei, zu testen, wie schnell wir die Arbeitsfähigkeit des Stabes herstellen können.“ Bei der heutigen Übung, bei der ein neues System der telefonischen Alarmierung getestet wurde, konnten 75 % der angerufenen Stabsmitglieder erreicht werden. „Das ist eine sehr gute Quote.“
Seit einigen Jahren verbindet das Amt für Brand- und Katastrophenschutz, das für die Organisation von Übungen zuständig ist, die Alarmierungsübungen mit Weiterbildungen für die Mitglieder des Einsatzstabes. Dabei werden unterschiedliche Szenarien durchgespielt – beispielsweise der Absturz eines Flugzeuges oder der Zusammenstoß zweier Schiffe.
„Heute stand das Thema ‚Pandemie’ auf der Tagesordnung“, so Holger Platz, der die Übung leitete. „Das Thema beschäftigt uns nicht zum ersten Mal: Bereits im vergangenen Jahr hat eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Gesundheits- und Veterinäramtes einen Pandemieplan erarbeitet. Wir haben heute anhand konkreter Szenarien getestet, ob diese Planung im Ernstfall als Arbeitsgrundlage für den Stab geeignet ist.“
Unter einer Pandemie versteht man die länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit, im engeren Sinn einer Infektionskrankheit. Im Gegensatz zur Epidemie ist eine Pandemie somit örtlich nicht beschränkt.
„Das heißt, wir müssen grundsätzlich damit rechnen, dass eine Pandemie – wenn sie ausbricht - auch Deutschland und Magdeburg erreicht“, so Holger Platz. „In diesem Fall ist es wichtig, noch vor Auftreten der ersten Krankheitsfälle Maßnahmen zu ergreifen, um die ungehinderte Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.“
Gemeinsam mit Vertretern der Polizei, der örtlichen Versorgungsunternehmen und der Bundeswehr haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung darüber nachgedacht, was bei einer drohenden Pandemie zu tun ist und auch darüber, was es für die Stadt und ihre Einwohner bedeutet, wenn erste Krankheitsfälle die Stadt erreichen.
„Dabei wurde insbesondere deutlich, dass alle Verantwortlichen ihre Personaleinsatzpläne nochmals kritisch überdenken müssen, um im Falle einer Pandemie, bei der überall mit einem überdurchschnittlich erhöhten Krankenstand zu rechnen ist, ihre Aufgaben zur Versorgung der Bevölkerung absichern zu können“, fasst Holger Platz ein Ergebnis der Übung zusammen.
Da eine Pandemie nicht örtlich begrenzt bleibt, gibt es inzwischen auch Pandemiepläne des Bundes und der Länder. „Unsere Übung hat gezeigt, dass im Ernstfall klar sein muss, wer wofür verantwortlich ist“, so ein weiteres Ergebnis. Holger Platz: „Deshalb werden wir insbesondere mit dem Land Gespräche zu Detailproblemen führen.“
Die Übung wird nun detailliert ausgewertet, die Ergebnisse fließen in die städtische Pandemieplanung ein.