Seit 2003 legt der Fachbereich Stadtplanung und Bauaufsicht jährlich den „Leverkusener Wohnungsmarktbericht“, der jeweils über Situation und Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt des Vorjahres berichtet. Der aktuelle, knapp 60 Seiten starke, „Wohnungsmarktbericht 2007“ hält für das Jahr 2006 als Quintessenz fest: „In Leverkusen kann nach wie vor von einem entspannten Wohnungsmarkt gesprochen werden.“ Er wird heute veröffentlicht und ist im Internet unter www.leverkusen.de/planen/immobilien im Detail nachzulesen.
Der Bericht ist wichtiger Teil der kommunalen Wohnungsmarktbeobachtung und richtet sich an Verwaltung und Politik, an die Fachwelt sowie interessierte Bürger. Ziel ist es, den Wohnungsmarkt transparent zu machen, aktuelle Trends frühzeitig zu erkennen und die lokale Wohnungspolitik daran auszurichten.
Basis des Berichts ist ein System aus rund einem Dutzend Indikatoren zur kommunalen Entwicklung, die Aufschlüsse über die Nachfrage- und Angebotsseite des Wohnungsmarktes geben: Rückschlüsse auf die Nachfrageseite lassen die Indikatoren Bevölkerungsentwicklung und -struktur sowie Wanderungsverhalten, aber auch sozialökonomische Daten wie Einkommen und Arbeitslosenquote zu.
Die Angebotsseite des Wohnungsmarktes wird über Daten zu Baugenehmigungen und Baufertigstellungen, aber auch anhand von Miet- und Kaufpreisen dargestellt.
Weitere Bausteine des Berichts sind die Auswertung einer Experten-Befragung sowie von allen in 2006 geschalteten Wohnungs- und Immobilienanzeigen in den einschlägigen Internetportalen für Leverkusen.
Wohnungsmarkt entspannt – niedrige Leerstandsquote – Mietwohnungen werden preiswerter angeboten
Der Wohnungs- und Immobilienmarkt in Leverkusen zeigte sich 2006 wie auch in den vergangenen Jahren entspannt. Sowohl die Miet- als auch die Kaufpreise sind weiterhin stabil bzw. sogar leicht sinkend. Nur in einzelnen Teilmärkten weisen steigende Angebotspreise auf Engpässe hin. Eine erhöhte Nachfrage besteht demnach auf dem Eigentumsmarkt nach preiswerten Reihenhäusern und höherwertigen Immobilien, auf dem Mietwohnungsmarkt nach großen Wohnungen ab vier Zimmern.
Positiv für eine vorausblickende Planung: Die Bevölkerungszahl in Leverkusen ist weiterhin stabil und liegt Ende 2006 bei rund 162.000 Einwohnern. Die natürliche Bevölkerungsentwicklung in Leverkusen zeigt zwar seit Jahren eine höhere Zahl an Sterbefällen als an Geburten, dies konnte aber bislang durch die positiven Wanderungssalden der letzten Jahre ausgeglichen werden. Die Zuwanderungen tragen damit wesentlich zur konstanten Einwohnerzahl in Leverkusen bei.
Die Bautätigkeit ist 2006 in Leverkusen trotz geringfügigem Anstieg weiterhin verhalten. Dabei werden deutlich mehr Ein- und Zweifamilienhäuser als Wohnungen im Geschosswohnungsbau fertig gestellt. Die Leerstandsquote bewegt sich mit 1,3% weiterhin auf niedrigem Niveau.
Die Kaufverträge, die dem Gutachterausschuss vorliegen, zeigen hinsichtlich der Preisentwicklung für Immobilien, dass Kaufpreise für gebrauchte Häuser seit Jahren stagnieren. Bei den neu gebauten Immobilien sind Doppelhaushälften gegenüber dem Vorjahr leicht teurer geworden. Neben den tatsächlichen Kaufpreisen auf diesem Teilmarkt zeigen die Immobilienanzeigen für Doppelhaushälften Preissteigerungen vor allem im höher- und hochpreisigen Segment. Für Reihenhäuser blieben die tatsächlichen Verkaufspreise in 2006 gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil. Hier zeigen die Immobilienanzeigen jedoch Preissteigerungen im unteren Preissegment. Die Grundstückspreise für den Einfamilienhausbau sind gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben.
Ein regionaler Vergleich der Kauf-, Miet- sowie Bodenpreise macht deutlich, dass Leverkusen innerhalb der teurer Region Rheinland derzeit zu den günstigeren Wohnstandorten zählt.
Auf dem Mietwohnungsmarkt werden hauptsächlich Zwei- und Dreizimmerwohnungen angeboten, kleinere und größere Wohnungen deutlich seltener. Die angebotenen Mietpreise sind gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Nur große Wohnungen ab vier Zimmern sind gegenüber dem Vorjahr teurer angeboten worden. Hier scheint die Nachfrage größer als das Angebot zu sein.
Die Experten erwarten für preiswerte und preisgebundene Mietwohnungen in den nächsten Jahren Anspannungen aufgrund einer erwarteten erhöhten Nachfrage in diesem Wohnsegment. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen sowie teuren Mietwohnungen soll hingegen in den nächsten Jahren zurückgehen.
Wohnungsmarktbericht 2006 im Kurzüberblick:
Der Bericht stellt auf Seite 5 anhand von ausgewählten Daten und Trends die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr sowie einen Städtevergleich vor. Es folgen zwei Seiten Zusammenfassung, die die wesentlichen Aussagen des Berichtes in Textform wiedergeben. Daran schließt sich für eine vertiefte Lektüre die Langfassung mit vielen Graphiken an, die die Wohnungsmarktsituation 2006 ausführlich darstellt. Der Bericht kann im Internet unter www.leverkusen.de/planen/immobilien/ nachgelesen werden.
Interessierte können sich auch an den Fachbereich Stadtplanung und Bauaufsicht der Stadt Leverkusen, Monika Mohr (0214/406-6124) oder Daniel Zerweck (0214/406-6123) wenden.