Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 27. März 2008

Dachbörse zur Nutzung der Sonnenenergie seit heute am Netz

Kampagne SolarLokal in Magdeburg

Magdeburg.

 

Seit November letzten Jahres produziert die Erste BürgerInnensolaranlage in Magdeburg sauberen Strom mit Sonnenlicht. Heute schickte Magdeburgs Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung Holger Platz im Rahmen der Kampagne SolarLokal die Dachbörse ins Netz. Auf elf weiteren Gebäuden der Stadt könnten demnächst Solaranlagen installiert werden.  

 

„Die Dachfläche der Grundschule Salbke war die erste kommunale Dachfläche, die die Stadt zur Nutzung der Sonnenergie zur Verfügung stellte“, blickt Holger Platz zurück. „Bürger und Kommune gingen  gemeinsame Wege, die Stadt stellt die Dachfläche eines kommunalen Schulgebäudes für die Errichtung der Ersten BürgerInnenSolaranlage zur Verfügung.“

 

Jetzt sollen über eine Dachbörse unter www.solarLokal.de elf weitere Dachflächen vermarktet werden, davon zehn auf kommunalen Gebäuden. Dabei handelt es sich um die Dachflächen folgender Gebäude:

 

Objekte                                                          Nutzfläche (m2)

 

Sek. Schule Thomas Mann                              1.040

Sek. Schule Wilhelm Weitling                             971

Baudezernat/Mensa                                            810

Baudezernat                                                    1.500

GS „Am Grenzweg“                                        2.363

BbS III, Wohnheim                                            744

BbS III, Ausbildungsstätte                               1.251

GS „Am Kannenstieg“                                        801

Comenius-Förderschule                                     801

GS „Am Bördegarten“                            801

Gewerbezentrum Berliner Chaussee                 4.000

 

Weitere kommunale Dachflächen sollen nach und nach in die Dachbörse eingestellt werden. „Grundsätzlich sind alle Dächer, die schattenfrei und günstig in Richtung Sonne ausgerichtet sind und die statischen Bedingungen erfüllen, für die Errichtung einer Solaranlage geeignet“, so Holger Platz.

 

 

 

„Ich kann mir vorstellen, für den Ausbau der Dachbörse auch die Wohnungseigentümer als Partner zu gewinnen. Erste Gespräche mit der WOBAU haben wir dazu bereits geführt.“ Refinanziert werden die Anlagen über die bundeseinheitliche Einspeisevergütung von derzeit 46,75 ct je eingespeister Kilowattstunde.

 

 

So funktioniert die Dachbörse

Im Rahmen der internetbasierten Dachbörse www.SolarLokal.de können Objekte zum Zweck der Errichtung von Fotovoltaikanlagen eingestellt oder gesucht werden. Dadurch bietet diese Plattform Interessierten, denen keine eigene Fläche zur Verfügung steht, die Möglichkeit Umweltschutz, Zukunftsvisionen, Engagement und Wirtschaftlichkeit zu verbinden. Durch die finanziell attraktiven Rahmenbedingungen (Erneuerbare-Energien-Gesetz) sind Solaranlagen auch für die Bürger ein Gewinn.

 

Wie bei der Vermietung von Wohnungen wird zwischen den Vertragspartnern ein Vertrag abgeschlossen, der die Modalitäten wie Nutzungsdauer, Höhe der Pacht, Rückbau der Anlage usw. regelt.

 

Die Landeshauptstadt Magdeburg hat im Oktober 2007 einen “Musternutzungsvertrag für den Betrieb von Photovoltaikanlagen auf Dachflächen von Gebäuden der Landeshauptstadt Magdeburg” beschlossen, der unter www.magdeburg.de abrufbar ist. An diesem Musternutzungsvertrag können sich Bürger sowie andere potenzielle Partner orientieren, wenn sie beabsichtigen, kommunale Dachflächen der Landeshauptstadt Magdeburg zur Installation von Photovoltaikanlagen zu nutzen.

 

Weitere  Musterverträge finden sich unter www.SolarLokal.de.

 

 

Kampagne SolarLokal

SolarLokal ist eine bundesweite Imagekampagne für Solarstrom in Kreisen, Städten und Gemeinden mit dem Ziel, den Anteil des umweltfreundlichen Solarstroms an der Energieerzeugung auszubauen. SolarLokal knüpft hierbei an das positive Image der Solarenergie in der Bevölkerung an. Seit dem Start Mitte 2003 wird SolarLokal nach dem Konzept „Bundesweit aktiv – Individuell vor Ort“ durchgeführt. Teilnehmen können alle Kreise und Kommunen kostenlos. Derzeit sind mehr als 200 Kommunen in Deutschland in die Kampagne eingebunden. Die drei kommunalen Spitzenverbände, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag, unterstützen SolarLokal. Getragen wird die Kampagne von dem Naturschutzverband Deutsche Umwelthilfe e.V. und dem deutschen Solarstromkonzern SolarWorld AG. Magdeburg ist der bundesweiten Kampagne im Dezember 2007 beigetreten. In Sachsen Anhalt engagieren sich außerdem Halle, Dessau-Roßlau, Köthen und Nessa in dieser Kampagne.

 

Hintergrund

Im Juli 2006 hatte der Stadtrat hatte beschlossen, dass Magdeburg "Modellstadt regenerativer Energien" werden soll. Diesem Ziel dient nicht nur der Einsatz umweltfreundlicher Technologien, sondern auch der weitere Ausbau der Kreislaufwirtschaft und der Produktionsstandorte für regenerative Energien und Energiesysteme. Mit der Firma Enercon, dem größten Hersteller von Windenergieanlagen in Deutschland und der Biodieselerzeugung sowie Unternehmen, die Photovoltaikanlagen produzieren verfügt der Wirtschaftsstandort hier bereits über prägende Unternehmen.

 

Neben dem Engagement von Wirtschaft und Bürgern geht auch die Verwaltung wichtige Schritte in Richtung Klimaschutz. Das Sanierungsprogramm kommunaler Gebäude ist verbunden mit erheblichen CO2-Einsparungen. Im Rahmen der Mitgliedschaft im Klimabündnis der Europäischen Städte zum Erhalt der Erdatmosphäre unterstützt Magdeburg zudem seit 1996 jährlich Projekte zum Schutz des Regenwaldes, z.B. aktuell in Peru mit jährlich 2.500 €.

 

Auch der Umwelterziehung misst die Stadtverwaltung erhebliche Bedeutung zu. Gemeinsam mit den Städtischen Werken organisiert die Stadt einen Energiespar-Wettbewerb für Schulen.  Das Energie-Einsparmodell unter dem Motto "Fifty/fifty" trägt seit Jahren zur  CO2-Reduzierung bei.

Das vom Umweltamt ins Leben gerufene und vom Stadtrat beschlossene Projekt "Fifty/fifty an Magdeburger Schulen" ist fester Bestandteil des städtischen Maßnahmeplanes zum Klimaschutz. Ziel ist die Energieeinsparung in den drei Bereichen Wasser, Wärme und Strom durch energiebewusstes Verhalten. Gleichzeitig sollen den Schülern die Zusammenhänge im Klimaschutz zwischen dem eigenen Handeln vor Ort und den globalen Auswirkungen näher gebracht werden. Fifty/fifty heißt, dass die Schulen 50 Prozent der verhaltensbedingt eingesparten Energiekosten erhalten.

Verhaltensbedingte Energieeinsparungen lassen sich bspw. durch konsequente Stoßlüftung, Temperaturmessung in den Räumen und Drosselung der Heizung erzielen. An dem Energiesparprojekt nahmen bisher insgesamt 23 Schulen erfolgreich teil. Die Bildungseinrichtungen konnten gemeinsam 120.000 Euro einsparen. Das in der Praxis bewährte Projekt wird in den kommenden Schuljahren fortgesetzt.

 

Weiterführende Infos für Bürger

Informationen zur Solarenergie und zu Fördermitteln, kostenloses Informationspaket

SolarLokal-Infotelefon 01803 2000 3000

die bundesweite und kostenfreie Dachbörse unter www.solarlokal.de  bietet die Möglichkeit,   Dächer für die Solarstromnutzung zur Verfügung zustellen sowie nach geeigneten Dachflächen zu suchen, Musterverträge sind abrufbar

Informationen zu Fördermöglichkeiten und erneuerbaren Energien

 Klima-Hotline 0180 200 4 200

Informationen zu Energieberatern vor Ort www.dena.de / www.bafa.de




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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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