28. März 2008. „Die vorläufige Sicherung erhaltenswerter Hochmoor-Grünlandbereiche in Rhauderfehn und Westoverledingen ist notwendig und unausweichlich“, daran lässt Landrat Bernhard Bramlage keinen Zweifel. Nur so könne einem planlosen Kuhlen und der irreparablen Vernichtung von Hochmoorflächen Einhalt geboten werden. Während der vorläufigen Sicherung könne jetzt in Ruhe mit Beteiligung der Betroffenen geprüft werden, wie der endgültige Schutz aussehen solle. Gleichzeitig habe die Kreisverwaltung den Landwirten angeboten, in begründeten Fällen Ausnahmen zuzulassen, wenn sie den Maßstäben einer geordneten Landwirtschaft Rechnung trügen. Und noch einmal betont der Landrat vor dem Hintergrund von Kritik aus der Landwirtschaft: „Die bisher schon ausgeübte landwirtschaftliche Bodennutzung wird durch die vorläufige Sicherung nicht eingeschränkt“.
Zum Schutz der erhaltenswerten Hochmoor-Grünlandbereiche will der Landkreis Leer die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes prüfen. Einzelheiten dazu sollen mit Vertretern der Landwirtschaft und der Gemeinden Rhauderfehn und Westoverledingen noch erarbeitet werden. Die Bürgermeister hatten das Projekt begrüßt. Die betroffenen Gebiete gehören zum Niedersächsischen Moorschutzprogramm und sind im Regionalen Raumordnungsprogramm als Vorrang- und Vorsorgegebiete für Grünlandbewirtschaftung, -pflege und –entwicklung ausgewiesen.
Der Landkreis hatte mit der Sicherung der Fläche auf die „mit Sorge beobachteten zunehmenden Umbrüche von Hochmoor-Grünlandflächen in diesem Gebiet“ reagiert. Der Kreisverwaltung lagen bereits Hinweise aus der Bevölkerung und konkrete Anfragen von Antragstellern vor, wonach weitere Umbrüche geplant waren. Die Kreisverwaltung führt dies auf den großen Bedarf an Ackerbau zum Anbau von Futtermitteln, vor allem aber für den zunehmenden Bedarf an Biomasse zur Energiegewinnung, zurück. Dies stehe in Konkurrenz zur standortgerechten landwirtschaftlichen Hochmoor-Grünlandbewirtschaftung und zur Hochmoor-Renaturierung. Probleme entstünden so nicht nur für die Natur, sondern auch für einheimische Gründlandbetriebe.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Dieter Backer
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