Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 17. April 2008

„Landwirtschaft“ kommt auf die Zollbrücke

Behinderungen an der Zollstraße

Magdeburg.

Im Rahmen der Rekonstruktion der Zollbrücke wird am Donnerstag kommender Woche (24. April)  die vierte noch fehlende allegorische Figur „Landwirtschaft“ von Guntram Kretschmar aufgestellt. Aus diesem Grund muss die Zollstraße am 24. April in der Zeit von 7:00 bis ca. 15:00 Uhr für den Fahrzeugverkehr im Bereich der ersten 50 m ab der Einmündung Zollbrücke/Zollhaus gesperrt werden. Die Sperrung ist zur Aufstellung des Autokranes und des Transportfahrzeuges nötig.

 

Eine Umleitung für Kraftfahrer, die in die Zollstraße abbiegen wollen, erfolgt über die Mittelstraße und die Kahnstraße. Fahrradfahrer, die über die Zollbrücke stadteinwärts fahren, werden gebeten abzusteigen, da es auf der nördlichen Brückenseite für Fahrradfahrer und Fußgänger zu Einschränkungen kommt. Der Straßenbahnverkehr ist von der Sperrung nicht betroffen. Die Umleitungsstrecke wird ausgeschildert. Im Bereich der Zollstraße Ecke Zollbrücke muss mit geringen Behinderungen gerechnet werden.

 

 

Hintergrund

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper die anderen drei  allegorischen Figuren der Zollbrücke enthüllt. Die Fertigstellung der vierten Figur „Landwirtschaft“ hatte sich aufgrund einer Erkrankung des Bildhauers verzögert. Am 9. Februar 2004 hatte der Stadtrat die Wiederherstellung der Brückenfiguren beschlossen. Da eine Restaurierung der Originale aufgrund der starken Verwitterung und der großen Substanzverluste nicht mehr zweckmäßig war, wurde gemeinsam mit Denkmal-Fachbehörden entschieden, Kopien aufzustellen. Die Originale haben heute v.a. einen musealen Wert.

 

Mit großer Wahrscheinlichkeit bestehen die vier originalen Plastiken aus einem Thüster Kalkstein, einem sehr weichen Naturstein aus dem Weserbergland zwischen Hildesheim und Hameln. Für die Kopien wurde ein marmorähnlicher, weißer, fester Kalkstein aus Lens (Frankreich) verwendet, da das Originalmaterial steht heute nicht mehr in solch großen Blöcken zur Verfügung steht und das Material aus Frankreich weniger witterungsanfällig ist.

 

 

Die vier allegorischen Figuren symbolisieren die Schifffahrt, den Handel, die Industrie und die Landwirtschaft. Sie wurden nach einem Auswahlverfahren durch die  Bildhauer und Steinrestauratoren

-         Wieland Schmiedel, Crivitz („Schifffahrt“)

-          Markus Gläser, Leipzig („Handel“ und „Industrie“)

-         Guntram Kretschmar, Müggendorf („Landwirtschaft“)

neu gefertigt.

 

Für die Neuanfertigung der vier Zollbrückenfiguren wurden insgesamt 365.000 € aufgewandt, davon 320.000 € aus dem städtischen Haushalt. 45.000 € wurden von Sponsoren zur Verfügung gestellt, darunter der Stadtsparkasse Magdeburg, der ÖSA, der Städtischen Werke Magdeburg und von Lotto Toto.

 

Geschichtliches

Der Bau der Zollbrücke war 1876 beschlossen worden. Sie gilt als älteste Steinbrücke Magdeburgs, die bildkünstlerisch anderen Städten entlang der Elbe und den weiten Handelsverbindungen der Stadt die Referenz erweisen sollte.

 

Mit den bekrönenden – seinerzeit keineswegs unumstrittenen -  Figuren sollten um 1880 nicht namhafte Persönlichkeiten oder „hervorragende Männer“ der Magdeburger Stadtgeschichte dargestellt werden, sondern Eigenschaften „der gesamten Bürgerschaft“ wie „Mannhaftigkeit, Entschlossenheit, Einmüthigkeit und Tüchtigkeit für glorreiche Thaten“.

 

Deshalb symbolisieren die vier Figuren als Allegorien die wirtschaftlichen Hauptaufgaben einer Stadt des ausgehenden 19. Jahrhunderts.  Alle vier Skulpturen stellen jeweils eine männliche stehende Figur und ein Kind oder Jüngling dar - beide sind jeweils mit symbolischen Attributen versehen.

 

Jede der stehenden männlichen Figuren hält ein für den Beruf typisches Werkzeug in der Hand:

-         die „Schifffahrt“ ein Ruder

-         die Industrie einen Zirkel,

-         der Handel ein Buch und Schreibgerät (Füller)

-         die Landwirtschaft eine Sichel.

-          

Die vier allegorischen Skulpturen wurden in den Jahren 1880 bis 1882 von Emil Hundrieser entworfen, einem der bedeutendsten Bildhauer der Wilhelminischen Kunstepoche. Sie wurden speziell für die Zollbrücke Magdeburg in einer heute nicht mehr bekannten Werkstatt geschaffen.

 

An den Originalen waren um 1990 ca. 50 % der Oberflächen um ca. 0,5 bis 1,5 cm abgewittert. Somit waren feingliedrige Teile der Arme und Hände der Kinderplastiken sowie die Gesichter schon verloren gegangen. Dies beeinträchtigte die ästhetische Wirkung sehr. Trotzdem ist jede Figurengruppe für sich noch erkennbar und in ihrer Grundsubstanz erhalten.




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