25. April 2008. Leer. Die meisten Menschen halten der bewährten Altpapier-Abfuhr des Landkreises die Treue. Sie lehnen die „Blaue Tonnen“ für Altpapier ab, mit denen private Müllentsorger seit Tagen das Kreisgebiet überziehen. Landrat Bernhard Bramlage macht den Bürgern dafür ein Kompliment: „Sie haben ein feines Gespür dafür, dass hier zu ihren Lasten Rosinen-Pickerei betrieben werden soll. Sie würdigen, dass der Landkreis die Einnahmen aus dem Papierverkauf direkt von den Müllgebühren abzieht“.
Der Landrat stellt in diesen Tagen ein „Wir-Gefühl“ unter den Menschen fest. Ganze Straßenzüge äußern auf Schrifttafeln ihre Abwehr gegen die „Blauen Tonnen“.
Bramlage macht noch einmal deutlich, dass sich die „Blauen Tonnen“ bei starker Nutzung nachteilig auf die Müllabfuhr-Gebühren auswirken würden: „Wenn Einnahmen wegbrechen, müssen sie ausgeglichen werden.“ Das sei keine Drohung, sondern eine Tatsache.
Manchmal werde er gefragt, warum der Landkreis selbst keine „blaue Tonne“ einführe. Diese Frage habe der zuständige Ausschuss im vorigen Jahr ausführlich diskutiert. Er sage nein dazu, weil das jetzige Sack-System sich bewährt habe und als gut empfunden werde. Außerdem sollen schwere Lkw die Siedlungen nicht zusätzlich belasten, nur um Papiertonnen zu leeren, und dabei auch noch Kosten zu Lasten der Gebührenzahler verursachen.
Bramlage dankt allen Bürgern für die Zustimmung zum bewährten Abfuhrsystem. Er verspricht, auch künftig an Verbesserungen zu arbeiten und dabei auf Wirtschaftlichkeit zu achten: „Wir haben seit zwölf Jahren stabile Gebühren auf niedrigem Niveau. Das soll so lange wie möglich so bleiben.“
Pressekontakt: Landkreis Leer, Dieter Backer
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