16. Mai 2008. Leer/Emden/Meppen. Nur mit einem Gesamtkonzept kann dem Schlick-Problem in der Ems wirksam zu Leibe gerückt werden. Teillösungen sind nicht zielführend. Darin stimmen Ostfriesen und Emsländer überein. Landrat Bernhard Bramlage, Leer, sein emsländischer Kollege Hermann Bröring und der Emder Oberbürgermeister Alwin Brinkmann haben sich zusammen mit Klaus Frerichs, Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Aurich (WSD), darauf verständigt, in der Schlick-Frage gemeinsam vorzugehen und eine umfassende Lösung anzustreben.
Positiv werten sie, dass Bundes-Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) in die Arbeiten für ein Gutachten einbezieht. Die BAW ist die zentrale technisch-wissenschaftliche Bundesoberbehörde. Sie unterstützt das Ministerium und die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Aurich führt die Feder bei den Planungsarbeiten.
„Das Schlick-Problem hat nicht nur eine Ursache, darüber sind sich Fachleute einig“, sagt Landrat Bramlage, und weiter: „Deshalb muss es ganzheitlich angepackt werden, und das machen wir gemeinsam mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung.“ Einfache Patentlösungen gebe es aber nicht, stimmt Landrat Bröring zu. Wer über einen Dauerstau der Ems rede, müsse gleichzeitig auch über eine Anpassung vieler Siel- und Schöpfwerke vor allem im Rheiderland und die Finanzierung nachdenken. Wer eine Schleuse im Sperrwerk fordere, müsse sich mit der ausdrücklichen Notwendigkeit zusätzlichen Hochwasserschutzes in Emden befassen, so die drei Verwaltungs-Chefs. Deshalb werde in Verbindung mit der Vorbereitung des Sommerstauantrags unter Federführung des Landkreises Emsland an Lösungsansätzen für eine Reduzierung des Schlickeintrages gearbeitet. Dazu gebe es zwischen der WSD, der BAW unter Einbeziehung des Landkreises Leer intensive Überlegungen, erläutert Bröring. Bei der Lösung des Schlick-Problems geht es nach den Vorstellungen von Bramlage, Brinkmann und Bröring darum, die Dauerprobleme an der Ems und in den Emshäfen durch den Schlickeintrag zu lösen und auch die Fanggründe der Fischer zu schützen, zugleich aber auch die Perspektiven der maritimen Wirtschaft und viele tausend Arbeitsplätze zu erhalten.
Das umfassende Konzept dafür wird in Emden, Leer und Meppen nicht vor Ende dieses Jahres erwartet.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Dieter Backer
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