Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 14. August 2008

Fahrzeugflotte der Stadt fährt mit Erdgas

23 umweltfreundliche Fahrzeuge in Dienst gestellt

Magdeburgs Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung Holger Platz hat heute insgesamt 23 neue Fahrzeuge in Dienst gestellt. Die Flotte, die künftig für sein Dezernat unterwegs ist, wird mit umweltfreundlichem Erdgas betrieben. Winfried Schubert, kaufmännischer Geschäftsführer der Städtischen Werke Magdeburg übergab einen symbolischen Scheck über 500 kg Erdgas pro Fahrzeug.

 

„Die Landeshauptstadt Magdeburg hat sich mit dem Beitritt zum Klimabündnis der europäischen Städte zum Erhalt der Erdatmosphäre zur Umsetzung energie- und klimapolitischer Ziele bekannt“, so Holger Platz heute anlässlich der Fahrzeugübergabe an die künftigen Nutzer. „Als Mitgliedskommune des Klimabündnisses hat sich Magdeburg u.a. dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß alle fünf Jahre um 10 % zu reduzieren sowie Klimaschutzmaßnahmen in kommunale Prozesse einzubinden und zu forcieren. Dass die Stadtverwaltung dabei mit gutem Beispiel vorangeht, versteht sich von selbst – die neuen Fahrzeuge des Dezernates Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung fahren deshalb umweltfreundlich mit Erdgas.“

 

Der gesamte Kfz-Bestand des Dezernates für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung, bestehend aus 18 Pkw sowie 5 Kleintransportern, wurde jetzt durch umweltfreundliche, erdgasbetriebene Kfz ersetzt. Bei den ausgemusterten Kfz handelt es sich um Fahrzeuge, die 2008 planmäßig aufgrund ihres Alters, ihrer Laufleistung sowie ihrer Kostenintensität zur Aussonderung anstanden.

 

Durch Einsatz der neuen erdgasbetriebenen Kfz liegt zukünftig der geschätzte durchschnittliche CO2-Ausstoß um ca. 45 t pro Jahr niedriger als der CO2-Ausstoß der alten  Fahrzeugflotte. Darüber hinaus wird aufgrund des niedrigeren Treibstoffpreises bei Erdgas eine dauerhafte Entlastung des städtischen Haushaltes erreicht.

 

„Sozusagen als Bonbon gibt es obendrauf noch 500kg Erdgas für jedes Fahrzeug, gesponsert von den Städtischen Werken Magdeburg“, freut sich der Beigeordnete, der für diese Unterstützung herzlich dankte. Das Guthaben reicht für ca. 19 Tankfüllungen pro Fahrzeug.  

 

Winfried Schubert, kaufmännischer Geschäftsführer der SWM: „Wir freuen uns, die Initiative der Stadtverwaltung zu unterstützen. Durch unsere Förderung ist es möglich, dass jedes der  insgesamt 23 Fahrzeuge  bis zu 7.500 Kilometer ohne zusätzliche Tankkosten gefahren werden kann und außerdem die Umwelt wesentlich geschont wird.“

 

 

Hintergrund

 

Die Landeshauptstadt ist bereits seit 1993 Mitglied im Klimabündnis der Städte zum Erhalt der Erdatmosphäre. Im Rahmen der Mitgliedschaft unterstützt Magdeburg seit 1996 jährlich Projekte zum Schutz des Regenwaldes, z.B. aktuell in Peru mit jährlich 2.500 €.

 

Gemeinsam mit den Städtischen Werken organisiert die Stadt seit vielen Jahren einen Energiespar-Wettbewerb für Schulen. Das Energie-Einsparmodell unter dem Motto "Fifty/fifty" trägt zur CO2-Reduzierung bei. Das vom Umweltamt ins Leben gerufene und vom Stadtrat beschlossene Projekt "Fifty/fifty an Magdeburger Schulen" ist fester Bestandteil des städtischen Maßnahmeplanes zum Klimaschutz. Ziel ist die Energieeinsparung in den drei Bereichen Wasser, Wärme und Strom durch energiebewusstes Verhalten. Gleichzeitig sollen den Schülern die Zusammenhänge im Klimaschutz zwischen dem eigenen Handeln vor Ort und den globalen Auswirkungen näher gebracht werden. Fifty/fifty heißt, dass die Schulen 50 Prozent der verhaltensbedingt eingesparten Energiekosten erhalten.

Verhaltensbedingte Energieeinsparungen lassen sich bspw. durch konsequente Stoßlüftung, Temperaturmessung in den Räumen und Drosselung der Heizung erzielen. An dem Energiesparprojekt nahmen bisher insgesamt 24 Schulen erfolgreich teil. Die Bildungseinrichtungen konnten gemeinsam 140.000 Euro einsparen. Das in der Praxis bewährte Projekt wird in den kommenden Schuljahren fortgesetzt.

Im Juli 2006 hatte der Stadtrat beschlossen, dass Magdeburg "Modellstadt regenerativer Energien" werden soll. Diesem Ziel dient nicht nur der Einsatz umweltfreundlicher Technologien, sondern auch der weitere Ausbau der Kreislaufwirtschaft und der Produktionsstandorte für regenerative Energien und Energiesysteme. Mit der Firma Enercon, dem größten Hersteller von Windenergieanlagen in Deutschland und der Biodieselerzeugung sowie Unternehmen, die Photovoltaikanlagen produzieren verfügt der Wirtschaftsstandort hier bereits über prägende Unternehmen.

 

Auch in Magdeburg ist inzwischen eine rege Klimaschutzszene entstanden, im November 2007 wurde das erste Bürgersolarkraftwerk Magdeburgs eingeweiht. Magdeburger Bürger finanzieren auf dem Dach der Grundschule Salbke eine Fotovoltaikanlage. Der produzierte Strom wird in das Stromnetz der SWM GmbH eingespeist. Über die bundeseinheitliche Einspeisevergütung wird die Anlage refinanziert.

 

Im Dezember 2007 ist Magdeburg der bundesweiten Kampagne „SolarLokal“ beigetreten und im Frühjahr 2008 wurde im Rahmen der Mitgliedschaft in dieser Kampagne eine Dachbörse mit Objekten, die für die Installation vom Fotovoltaik-Anlagen zur Verfügung stehen, ins Internet gestellt. Im Rahmen der internetbasierten Dachbörse können Objekte zum Zwecke der Errichtung von Fotovoltaikanlagen eingestellt oder gesucht werden. Dadurch bietet diese Plattform Interessierten, denen keine eigene Fläche zur Verfügung steht, die Möglichkeit Umweltschutz, Zukunftsvisionen, Engagement und Wirtschaftlichkeit zu verbinden.

 

Erstmals hat sich die Landeshauptstadt in diesem Jahr an der bundesweiten „Woche der Sonne“ mit Vorträgen zur Solartechnik, Sonnenbeobachtungen, Verbraucherberatung und einer Ausstellung beteiligt.

 

Neben dem Engagement von Wirtschaft und Bürgern geht auch die Verwaltung wichtige Schritte in Richtung Klimaschutz.  So ist z.B. das Sanierungsprogramm kommunaler Gebäude  verbunden mit erheblichen CO2-Einsparungen. Der Umstieg auf erdgasbetriebene Fahrzeuge setzt dieses Engagement fort.




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