21. August 2008. Leer. Auf eine „breite Front des Widerstands“ gegen die geplante Schließung des Call-Centers der Telekom in Leer setzt Landrat Bernhard Bramlage. Dieses sei nach seiner Einschätzung die einzige Chance zum Erhalt der mehr als 200 Arbeitsplätze, die hier auf dem Spiel stünden. Bramlage äußert sich „enttäuscht und entrüstet“ über das Vorgehen des Konzerns.
Wie berichtet, ist das Call-Center Leer eines von 60 Einrichtungen dieser Art in Deutschland, die den Rationalisierungs-Plänen der Telekom zum Opfer fallen sollen. Betroffen sind auch die Call-Center in Osnabrück und Bremen, während der Standort Oldenburg aufgestockt werden soll.
Noch im Mai hat Bramlage mit Verantwortlichen der Telekom für die Nordwest-Region über Strukturpläne gesprochen. Dabei habe man selbst auf seine ausdrückliche Nachfrage kein Wort über Schließungspläne verloren, so Bramlage.
Der Landrat sieht die Telekom – ebenso wie die Deutsche Post – auch nach der Privatisierung in der Verantwortung auch für den ländlichen Raum: „Es darf nicht sein, dass Telekom und Post sich aus der Fläche verabschieden und große Einheiten in Ballungszentren oder Großstädten konzentrieren, während die Fläche ausblutet.“ Gerade die Dienstleistungs-Arbeitsplätze wie die im Call-Center Leer seien für den Landkreis Leer wichtig.
Sofort nach Bekanntwerden der Schließungspläne hat Bramlage mit dem Betriebsrats-Vorsitzenden der Telekom Leer, Dieter Hunken, ein Gespräch über Folgen und Konsequenzen geführt. Beide sind sich einig, dass besonders für Teilzeitkräfte sich eine Fahrt zum angebotenen Arbeitsplatz Oldenburg in vielen Fällen nicht lohnt. Die Fahrkosten würden einen zu großen Teil des Lohns aufzehren. Immerhin arbeiten 58 der Call-Center-Mitarbeiter in Teilzeit, davon 52 Frauen.
Mit der Vorsitzenden des Wirtschafts-Ausschuss des Kreistages, Gitta Connemann, hat Bramlage bereits vereinbart, dass sich das Gremium am 1. September mit Mitarbeitern des Call-Centers und dem Betriebsrat zu einem Gespräch über die Situation und das weitere Vorgehen trifft.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Dieter Backer
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