22. August 2008. Um den Brandschutz im Emstunnel bei Leer weiter zu verbessern, benötigen die Feuerwehren Jemgum und Leer spezielle Fahrzeuge, so genannte Hilfe-Leistungs-Löschfahrzeuge. Landrat Bernhard Bramlage hat sich bereits Anfang des Jahres gegenüber Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann dafür stark gemacht, dass das Land die Mehrkosten gegenüber normalen Löschfahrzeugen übernimmt. Jetzt hat der Landrat den Minister in einem Brief dringend darum gebeten, die noch ausstehende Entscheidung kurzfristig zu treffen.
Die Anschaffung weiterer spezieller Fahrzeuge für den Emstunnel sei richtig, um bei einem Brand im Tunnel den Zugang für die Rettungskräfte in die rund tausend Meter lange Tunnelröhre zu ermöglichen, erläutert Bramlage. Weder der Gemeinde Jemgum noch der Stadt Leer seien aber die Mehrkosten dafür zuzumuten. Kreisbrandmeister Folkmar Hellmers schätzt die Zusatzkosten für die beiden Spezialfahrzeuge auf rund 300.000 Euro. Damit sind sie etwa doppelt so teuer wie normale Feuerwehrfahrzeuge. Zur Spezialausrüstung gehören zum Beispiel Wärmebildkameras und von der Außenluft unabhängige Fahrzeugmotoren.
Außerdem hat der Landrat den Innenminister um einen Zuschuss von 120.000 Euro für Langzeit-Atemschutzgeräte für 32 Feuerwehrleute gebeten. Diese seien nötig, damit die Einsatzkräfte im Ernstfall bis zur Tunnelmitte vordringen können, um Menschen zu bergen.
Der Landkreis Leer, so Bramlage, habe seinen Beitrag bereits durch die Anschaffung des Lösch-Unterstützungsfahrzeugs „LUF 60“ vor rund zwei Jahren erbracht. Das ist praktisch eine ferngelenkte auf Ketten fahrende Wasserkanone, die in der Lage ist, bei einem Tunnelbrand in kurzer Zeit die Temperaturen abzusenken. Ein solches Fahrzeug für über 160.000 Euro gibt es bislang nur dreimal in Deutschland.
Bereits im März hatte das Ministerium dem Landkreis Leer wegen der Übernahme der „tunnelbedingten Mehrkosten“ mitgeteilt, dass die abteilungsinterne Abstimmung noch nicht abgeschlossen sei. Seitdem sei fast ein halbes Jahr vergangen, so Bramlage. Eine weitere Verzögerung sei weder der Stadt Leer und der Gemeinde Jemgum noch den Feuerwehren zu vermitteln.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Dieter Backer
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