Magdeburg.
Magdeburg ist wieder ein Stück an die Elbe gerückt. Mit dem symbolischen Scherenschnitt übergab Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper heute den neu gestalteten Stadtplatz am ehemaligen Elbebahnhof. Die Freigabe des Platzes ist ein weiterer Beitrag Magdeburgs zur Internationalen Bauausstellung Stadtumbau (IBA) Sachsen-Anhalt 2010 und gleichzeitig die Initialzündung für die Neugestaltung des ehemaligen Bahngeländes an der Elbe.
"Entstanden ist ein Platz, der Magdeburger und Gäste an die Elbe locken und zum Verweilen einladen soll", freut sich der Oberbürgermeister über die beendete Baumaßnahme. "Unweit des Schleinufers weitet sich die verlängerte Keplerstraße zum Platz auf. Die neu gebaute Fläche lenkt den Blick auf die Elbe, die Hubbrücke, den Aussichtsturm und das Landesfunkhaus. Entstanden ist ein schöner Platz für Fußgänger und Radfahrer im Herzen Magdeburgs und ein weiterer Beitrag unserer Stadt zur Internationalen Bauausstellung Sachsen-Anhalt 2010."
Der Stadtplatz wertet sowohl die Elbuferpromenade als wichtige innerstädtische Fuß- und Radwegverbindung als auch den internationalen Elberadweg weiter auf. Ein großformatiger Plattenbelag und eine ganzjährig ansprechende Bepflanzung sollen der besonderen Lage des Platzes Rechnung tragen. Zum Verweilen und Kommunizieren laden mehrere Bänke ein. Das Kunstwerk "Zeitzähler" der Künstlerin Gloria Friedmann prägt den Platz. Es entstand im Rahmen des vom Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen – ebenfalls als IBA-Beitrag - durchgeführten Pojekts DIE ELBE [in]between.
Mit dem neuen Platz hat die Landeshauptstadt Magdeburg ein weiteres IBA-Vorhaben rund um den früheren Elbbahnhof umgesetzt. Neben der Verlängerung der Keplerstraße nach Osten gehören auch die Anfang dieses Jahres eröffnete Fußgängerbrücke über das Schleinufer und die künftige Straße zwischen Hammersteinweg und Stadtplatz dazu. Mit den städtischen IBA-Maßnahmen rund um den Elbbahnhof wird der Zugang zu dem Areal und zur Elbe aus dem südlichen Stadtzentrum deutlich verbessert. Gleichzeitig soll eine Initialzündung für die künftige Nutzung des Areals gegeben werden.
In den neuen Stadtplatz wurden insgesamt 348.000 Euro investiert. Der größte Teil der Kosten – rund 86 Prozent – sind Fördermittel von Bund und Land aus dem Förderprogramm Stadtumbau Ost/Aufwertung sowie aus der EU-Strukturfondsförderung. Die übrigen Kosten hat die Landeshauptstadt Magdeburg getragen. Die Finanzierung des Kunstwerkes erfolgte durch das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen.
Da die Fördermittel nur 2008 zur Verfügung standen und bis zum 30. September ausgegeben werden mussten, waren Stadtverwaltung, genehmigende Behörden, Planer und Baubetriebe gefordert, in einem Kraftakt die Maßnahme in kürzester Zeit umzusetzen.
Wegen der noch andauernden Bauarbeiten am Schleinufer ist der Zugang zum Stadtplatz zunächst nur über die Elbuferpromenade (von der Fußgängerbrücke bzw. der Elbbahnhofsbrücke/Hammersteinweg) möglich.
Hintergrundinformationen
Im Land Sachsen-Anhalt findet von 2002 bis 2010 die Internationale Bauausstellung (IBA) Stadtumbau 2010 in Regie des IBA-Büros Dessau und der SALEG Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft statt. Ziel der IBA ist es, Lösungen für den Stadtumbau in den schrumpfenden Städten Sachen-Anhalts zu entwickeln. Insgesamt beteiligen sich 19 Städte an der IBA.
Die Landeshauptstadt orientiert ihren Beitrag zur IBA am Leitbild "Leben an und mit der Elbe", denn der Fluss prägt maßgeblich die Identität des Stadtbildes. Aber Stadt- und Flusslandschaft waren im Prozess des stetigen gesellschaftlichen Wandels nachhaltigen Veränderungen unterworfen. Deshalb sollen die Elbe und ihre naturnahen Auen noch stärker als bislang in die Stadtlandschaft einbezogen werden.
Ziele der Magdeburger IBA-Beteiligung sind unter anderem die attraktive Gestaltung von Zugängen zur Elbe und Wegen entlang des Ufers, die Aufwertung der an die Elbe grenzenden Stadtgebiete, die Suche nach Nutzungen für Brachflächen, die Stärkung der städtischen Identität und die Schärfung des Profils als innovative Wissenschaftsstadt.
An drei IBA-Schauplätzen entlang der Elbe werden exemplarisch neue Wege der Stadtentwicklung aufgezeigt:
1. "Mehr Stadt – weniger Landschaft": Der ehemalige Handelshafen wird unter diesem Thema zu einem "Wissenschaftshafen" umgebaut. Er ist bereits heute ein schönes Beispiel für die erfolgreiche Entwicklung am Fluss. Die Landeshauptstadt entwickelt hier ein lebendiges Stadtquartier mit Flächen für Dienstleistungen, Freizeit und Tourismus. Die "Denkfabrik" und weitere wissenschaftliche Einrichtungen qualifizieren den Wissenschaftshafen zu einem Zentrum für Innovation und Wissenstransfer.
2. "Historisches Erbe am Fluss": Zweiter IBA-Schauplatz ist die Altstadt bis hin zum Elbbahnhof. Hier wird zum Beispiel mit der baulichen Entwicklung bisheriger Bahngrundstücke in unmittelbarer Nähe zum Fluss und zum südlichen Stadtzentrum eine neue Phase der Stadtentwicklung entlang der Elbe angestoßen. Ein Teil des Bereiches rund um die Elbe hat bereits wesentlich an Attraktivität gewonnen: die Elbuferpromenade wurde in vielen Bereichen verschönert, der Petriförder mit seinen Schiffsanlegestellen sowie die Lukasklause erstrahlen in neuem Glanz und die neue Brücke über das Schleinufer verbindet die touristisch attraktiven Bereiche des Domplatzes und des Fürstenwalls direkt mit einer begehbaren Ufermauer am Fluss.
3. "Weniger Stadt, mehr Landschaft": Unter diesem Thema sollen die im Südosten gelegenen Stadtteile aufgewertet werden. Hier geht es um die zukünftige Gestaltung großer ehemaliger Industrieareale. Ziel ist die Verlagerung von Gewerbestandorten – weg von der Elbe, hinein in den Bereich zwischen Hauptstraße und Trassen der Deutschen Bahn. Durch diese Verlagerung könnten neu gewonnene Landschafts-, Freizeit- und Wohnbereiche an der Elbe entstehen. Die Siedlungsstrukturen zwischen der Elbe und der Bahnlinie sollen entflochten, die Ortskerne gestärkt und ihr Bezug zur Elbe in den Mittelpunkt dieses IBA-Schauplatzes gerückt werden. Um diesen Prozess erfolgreich zu führen, hat die Stadtverwaltung Strategien für ein Flächenmanagement entwickelt.