Magdeburg.
Am 30. Oktober 1938 wurde das Schiffshebewerk in Magdeburg-Rothensee in Betrieb genommen. Zum 70. Geburtstag des Schiffsfahrstuhles in der kommenden Woche laden das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg und die Landeshauptstadt Magdeburg am 30. Oktober ein zu einem „Tag der offenen Tür“.
Auf dem Betriebsgelände des Schiffshebewerkes werden am kommenden Donnerstag von 13:00 bis 17:00 Uhr kostenlose Führungen angeboten. Das Wegeleitsystem führt auch bis zu den Schwimmerschächten.
Die Magdeburger URANIA ist mit sachkundigen Führern vor Ort und bietet ca. alle 30 Minuten eine Besichtung von diversen Funktionsbereichen des Hebewerks an. Im Rahmen der Führungen besteht auch die Gelegenheit zur Besichtigung einer Fotoausstellung zur Geschichte und Bedeutung des Schiffshebewerkes.
Im ehemaligen Traforaum des Hebewerkes können sich die Besucher außerdem über die elektrotechnischen Voraussetzungen zum Betreiben des Hebewerkes in der Vergangenheit informieren.
Außerdem werden das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg und die MMKT GmbH mit Informationsständen vor Ort sein.
Hintergrund
Das Schiffshebewerk in Magdeburg-Rothensee ist aufgrund seiner Technik und seiner Geschichte ein einzigartiges Denkmal. Es ist eine geniale Konstruktion und seine Errichtung war eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1938 funktionierte das Hebewerk nahezu störungsfrei. Darüber hinaus war das Bauwerk für die Ausflugsschifffahrt ein wichtiger Bestandteil der Routenplanung und hatte bald auch entscheidende Bedeutung für die Freizeitschifffahrt.
Aufgrund seiner Einzigartigkeit ist das Schiffshebewerk zusammen mit dem Wasserstraßenkreuz ein Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen. Jährlich haben die Anlagen rund 100.000 Besucher.
1938 erbaut, überwindet das Schiffshebewerk ein Gefälle von maximal 18,5 m Wasserstand. Der Trog wiegt mit Wasserlast 5400Tonnen. Er ist 85 m lang, 12 m breit und hat eine Wassertiefe von 2,5 m. Den Gewichtsausgleich bewältigen zwei Stahlschwimmer von 10m Durchmesser und 35 m Höhe, die sich in Betonschächten mit 11m Durchmesser und 60m Tiefe bewegen.
Die Schachtung im Grundwasserbereich erfolgte im Gefrierverfahren. Die Schwimmer sind in 3 Kammern unterteilt, die - der Tiefe entsprechend - mit Kompressoren unter Überdruck gehalten werden. Das bewegte System wird in senkrechter Richtung mit 4 Spindeln von 42 cm Durchmesser und 27 m Länge geführt, die auf Spezialdrehbänken hergestellt worden sind. Der Antrieb erfolgt mit acht 44kw-Elektromotoren. Die Leistung beträgt ca. 2000 Schiffe pro Monat bei einer Gesamtschleusungszeit von je 20 Min.
Weitere Informationen unter www.wasserstraßenkreuz.de