Die kommunale Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen der Landeshauptstadt trifft sich am kommendem Donnerstag, dem 20. November 2008, um 13.30 Uhr zu ihrer 41. Sitzung. Sie findet im Franckesaal des Alten Rathauses statt.
Ein Schwerpunkt der Beratung sind diesmal Fragen der ambulanten medizinischen Versorgung in Magdeburg unter dem Aspekt der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen. Eingeladen sind dazu Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt und des Magdeburger Gesundheits- und Veterinäramtes. Das Thema stand bereits auf der Tagesordnung der Septembersitzung, musste aber kurzfristig auf diesen Monat verschoben werden.
Die Arbeitsgruppe wird sich außerdem mit dem so genannten "Trägerübergreifenden Persönlichen Budget" in Magdeburg befassen. Behinderte Menschen haben auf diese Budget seit Anfang dieses Jahres einen Rechtsanspruch und können zur Deckung ihres persönlichen Hilfebedarfs unter bestimmten Voraussetzungen statt Sachleistungen verschiedener Träger eine Geldleistung erhalten. "Derzeit wird dieses persönliche Budget erst von 27 Magdeburgern in Anspruch genommen", so der Magdeburger Behindertenbeauftragte Hans-Peter Pischner. "Trotzdem liegt Magdeburg mit diesem Wert in Sachsen-Anhalt. an der Spitze."
An der AG Behinderte beteiligen sich seit 1999 Mitglieder von Behindertenverbänden und -vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen und Ämtern der Stadtverwaltung und engagierte persönlich betroffene Aktive. Auf der Tagesordnung der Arbeitsgruppe stehen regelmäßig Fragen der barrierefreien Gestaltung von Bauvorhaben und des ÖPNV.
In Sachsen-Anhalt leben ca. 171.600 anerkannte Schwerbehinderte (7,1 % der Bevölkerung). In der Landeshauptstadt sind mit Stand vom Dezember 2007 rund 17.000 Menschen amtlich als Schwerbehinderte anerkannt (7,4 %), einschließlich der Behinderten mit einem Grad der Behinderung (GdB) unter 50 sind rund 25.000 Menschen betroffen (11 %).
Von den Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 10.000 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G), weit über 1.000 von ihnen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. 361 sind blind, 195 gehörlos und ca. 4.000 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten knapp 2.000 Menschen (Merkzeichen H).
Rund 60 % der Betroffenen sind bereits 65 Jahre und älter. 53,3 % der Behinderten sind weiblich, wobei dieser Anteil mit zunehmendem Lebensalter ansteigt. Etwa 6.000 Einwohner sind pflegebedürftig, rund 2.600 von ihnen werden in stationären Einrichtungen gepflegt.
Nähere Informationen:
Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter, Telefon 03 91/5 40 23 42
E-Mail: behindert@magdeburg.de
Der Behindertenbeauftragte ist im Alten Rathaus, Alter Markt 6, Südflügel Erdgeschoss, Zimmer 043, zu erreichen. Seinen Sprechzeiten sind dienstags von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.30 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung.