Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 19. November 2008

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Prominente Gäste lesen und diskutieren

Am kommenden Dienstag im Schauspielhaus

Zum diesjährigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen laden das städtische Amt für Gleichstellungsfragen und die Hochschule Magdeburg – Stendal am kommenden Dienstag, 25. November 2008, von 15.00 bis 22.00 Uhr zu einem Aktionstag ein. Veranstaltungsort ist das Schauspielhaus Magdeburg in der Otto-von-Guericke-Straße 64.

 

Das Programm startet mit einer Podiumsdiskussion um 15.00 Uhr. Experten aus verschiedenen Bereichen erörtern Präventions- und Hilfsmöglichkeiten für Mädchen und Jungen als Opfer von häuslicher Gewalt in Magdeburg. Im Anschluss an die Diskussion findet um 17.00 Uhr eine Lesung mit prominenten Magdeburgerinnen zum Thema statt. Es lesen unter anderem die Justizministerin Sachsen-Anhalts, Prof. Dr. Angela Kolb, und die städtische Beigeordnete für Soziales Gesundheit und Jugend, Beate Bröcker, aus  persönlich ausgewählten Texten. Zum Abschluss des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen wird das Theaterstück "Breaking the Waves" von Lars von Trier aufgeführt. Es erzählt die Geschichte einer Frau auf dem schmalen Grat zwischen Liebe, Selbstaufgabe und Selbstzerstörung. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr.

 

Die Entstehung des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen geht auf die Forderung von lateinamerikanischen Feministinnen zurück, die erstmals 1981 einen Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen forderten. Die Vereinten Nationen erklärten 1999 den 25. November zum Internationalen Tag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt an Frauen. Weltweit machen seitdem alljährlich Frauenorganisationen, Vereine und Initiativen durch Veranstaltungen und Aktionen gegen Gewalt an Frauen mobil.

 

Allein in Deutschland wird laut einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend etwa jede zweite Frau Opfer von  körperlicher Belästigung, sexueller, physischer oder psychischer Gewalt. Im Rahmen der umfangreichsten Untersuchung in der Bundesrepublik zum Thema Gewalt gegen Frauen wurden 2003 über 10.000 Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren zu ihren Lebenssituationen befragt. Die Ergebnisse weisen nach, dass  besonders Frauen in Trennungs- und Scheidungssituationen gefährdet sind – aber auch Frauen, die als Mädchen in der Herkunftsfamilie Gewalt erleben mussten.

 

Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen ermittelte, dass bundesweit etwa 50 Prozent der von Beziehungsgewalt betroffenen Frauen schon in ihrer Kindheit häusliche Gewalt erlebten.

 

Die Ergebnisse der Befragungen zeigen, dass Gewalt gegen Frauen überwiegend durch männliche Beziehungspartner verübt wird und vorrangig im häuslichen Bereich erfolgt.

 

Bei körperlichen und sexuellen Übergriffen war in 50 Prozent aller Fälle der (ehemalige) Partner der Täter. Wichtig sind aus diesen Gründen präventive Maßnahmen und ein breites Wissen bei allen Betroffenen über Hilfsangebote in der Landeshauptstadt.

 

Die Veranstaltung am 25. November ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Amt für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg, dem Schauspielhaus Magdeburg, Studentinnen des Masterstudienganges Sozial- und Gesundheitsjournalismus der Hochschule Magdeburg – Stendal und dem Politischen Runden Tisch der Frauen Magdeburg.

 

Für weitere Fragen steht Heike Ponitka vom Amt für Gleichstellungsfragen unter der Rufnummer 03 91/5 40 22 05 zur Verfügung. Informationen sind auch im Internet unter www.frauen-magdeburg.de und unter www.bmfsfj.de (Forschungsnetz → Forschungsberichte) abrufbar.

 

 

Vollständiges Programm


15.00 Uhr:

Podiumsdiskussion "Mädchen und Jungen als Opfer von häuslicher Gewalt - Präventions- und Hilfsmöglichkeiten in Magdeburg"


- Beate Bröcker, Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit der
Landeshauptstadt Magdeburg

- Ilona Ellrich, Kriminalhauptkommissarin, Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord

- Katja Kaiser, Frauenhaus Halle, Autorin einer Diplomarbeit zum Thema Kinder als Opfer häuslicher Gewalt

- René Lampe, Deutscher Familienverband Sachsen-Anhalt e.V., Projekt Pro Mann

- Prof. Dr. Renatus Schenkel, Hochschule Magdeburg – Stendal (Fachbereich Kommunikation und Medien)

- Edita Beier, Leiterin des Amtes für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg

 

Moderation: Manuela Knabe-Ostheeren, Landesintervention und -koordination bei häuslicher Gewalt und Stalking (LIKO)


17.00 Uhr:

Lesung mit

 

- Prof. Dr. Angela Kolb, Justizministerin des Landes Sachsen-Anhalt

- Beate Bröcker  Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit der Landeshauptstadt Magdeburg

- Jutte Strehl, Magdeburger Unternehmerin

- Frau Joachim, Dipl. Sozialpädagogin und Studentin am Fachbereich Kommunikation und Medien

 

19.30 Uhr:

Theateraufführung des Schauspielhauses Magdeburg "Breaking the Waves" von Lars von Trier

(Eintritt: 14,00 Euro, ermäßigt: 7,00 Euro)

Das Stück erzählt die Geschichte einer Frau, die durch die psychische Abhängigkeit von ihrem Mann körperliche und sexuelle Gewalt erfährt.




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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
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