| Pressemitteilung vom06. Januar 2009 |
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Altarmrenaturierung - Hochwasserschutz und Naturschutz arbeiten Hand in Hand Liebenau/Kreis Kassel. Die Zeiten, in denen neue Dammanlagen das „Nonplusultra“ im Hochwasserschutz waren, sind glücklicherweise vorbei. „Heute setzen wir auf die Renaturierung von historischen Flussläufen, um so modernen Hochwasserschutz zu praktizieren“, informiert Landrat Dr. Udo Schlitzberger, der auch Vorsitzender des Hessischen Wasserverbandes Diemel ist. Bei Flüssen, die in einem engen begradigten Bett fließen, führen Hochwasser immer wieder dazu, dass Ortslagen überschwemmt werden, da Retentionsräume, in die das Hochwasser abfließen können, fehlen. Dr. Schlitzberger: „Gerade die Diemel zwischen Liebenau und Trendelburg ist stark begradigt – der Wasserverband hat daher in den letzten vier Jahren drei verschiedene Renaturierungsprojekte umgesetzt“. „Diese Wasserbauvorhaben haben gleichzeitig auch positive Effekte für den Naturschutz“, ergänzt Vizelandrat und Kreisnaturschutzdezernent Uwe Schmidt. An der „Stadtwiese“ und am „Königsberg“ in Liebenau sowie am „Mähnepol“ bei Trendelburg-Sielen wurden seit 2004 insgesamt 18,5 Hektar Fläche renaturiert. Schmidt: „Die Gebiete entwickeln sich ausgezeichnet – bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben sich wieder angesiedelt und für die Fische bieten die neuen Altarme gute Laichmöglichkeiten“. Die größte Renaturierungsfläche ist die „Stadtwiese“ in Liebenau mit 11 Hektar. „Hier haben wir auf einer Länge von 500 Metern den kaum noch zu erkennenden Altarm wieder hergestellt“. Die Wassertiefe beträgt bei normalen Abflussverhältnissen in der Diemel zwischen 60 Zentimetern und einem Meter, so dass auch in trockenen Sommern keine Austrocknungsgefahr besteht. Im Zuge der Renaturierung wurde eine Insel aus Natursteinen als besonderer Lebensraum für Pflanzen und Tiere angelegt. Außerdem wurde eine große Mulde „geschoben, so dass eine Nasswiese entstanden ist“, ergänzt Wasserverbands-Geschäftsführer Rolf Enders. Auf einen direkten Anschluss an die Diemel wurde verzichtet, um einen höheren Grundwasserstand im Altarmbereich zu erreichen. Am „Königsberg“ unmittelbar unterhalb der Mündung der Warme in die Diemel wurde auf 300 Meter ein Altarm reaktiviert. „Hier war das Areal bisher kaum landwirtschaftlich genutzt, so dass ein ideales Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen entstehen konnte“, berichtet Enders. Am „Mähnepol“ – einem alten diemelnahen Tümpel bei Sielen – hat der Wasserverband Diemel die vorhandenen Geländemulden vertieft und die ehemaligen Flutgräben wieder geöffnet. Enders: „Für die drei Renaturierungsprojekte wurden rund 29.000 Kubikmeter Boden bewegt“. Die Kosten für die Altarmreaktivierung an der Diemel beliefen sich auf 520.000 Euro – 85 Prozent davon kamen als Zuschuss aus dem Programm „Naturnahe Gewässer“ des Landes Hessen. „Dieses Geld ist gut angelegt, da bei zukünftigen Hochwassern Liebenau und Sielen weniger Probleme bekommen und gleichzeitig in den reaktivierten Altarmen Biotope entstanden sind“, sind sich Dr. Schlitzberger und Vizelandrat Schmidt abschließend einig. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn |
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