Landkreis Leer | Presseinformation

Schutzimpfung gegen Fachkräftemangel

Der Landkreis Leer möchte die Wirtschaft für die Einführung und Verankerung einer familienorientierten Unternehmenskultur gewinnen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

23. Januar 2009.

Gestern fiel im Kreishaus des Landkreises Leer der Startschuss für das Projekt „Regionales Entwicklungskonzept – Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt und Gewinnung von Fachkräften durch Einführung einer familienorientierten Unternehmenskultur“. Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung wurde das Projekt vorgestellt.

Für dieses Projekt, das landesweit Modellcharakter hat, erhält der Landkreis Leer aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und vom Land Niedersachen einen Zuschuss in Höhe von 65.000 €. Ziel ist es, die Wirtschaft für eine familienorientierte Unternehmenskultur zu gewinnen.

 

Damit die Region für Beschäftigte mit Familie attraktiv bleibt, hat der Landkreis Leer im letzten Jahr die Initiative ergriffen, die bestehenden vielfältigen Aktivitäten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf den gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Neben dem Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder und Familienangehörige sollen nun die Unternehmen mit Fokus auf die Maritime Wirtschaft für eine familienorientierte Unternehmenskultur gezielt angesprochen werden.

 

„In Zeiten des drohenden Fachkräftemangels kommt eine familienbewusste Arbeitswelt einer Schutzimpfung gleich“, so der Leeraner Landrat Bernhard Bramlage.

 

Eines ist sicher: der demographische Wandel führt zwangsläufig zum Fachkräftemangel. Die Unternehmen werden auch im Landkreis Leer zunehmend unter Druck geraten, da sie im Wettbewerb um Fachkräfte stehen. Die maritime Wirtschaft ist schon jetzt stark davon betroffen.

Studien belegen, dass für mehr als 90 Prozent der Beschäftigten mit Kindern familienfreundliche Maßnahmen mindestens so wichtig sind wie das Gehalt. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist Familienfreundlichkeit schon jetzt ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber. In vielen Betrieben hinkt das Bewusstsein dafür aber noch hinterher.

„Auch Väter und Mütter aus dem Landkreis Leer wollen Familie und Karriere unter einen Hut bringen“, ist sich Jutta Fröse, Leiterin der Stabsstelle Frauen- und Familienförderung, sicher. Dies erfordert ein familienfreundliches Denken und Handeln in den Unternehmen. Diesen Prozess will der Landkreis mit dem Regionalen Entwicklungskonzept aufgreifen und damit die Unternehmen bei der Bewältigung des Fachkräftemangels aktiv unterstützen, so Landrat Bernhard Bramlage.

Da das Projekt landesweit einmalig ist, wird es vom Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch aktiv begleitet.

Landrat Bernhard Bramlage zeigte sich über die gute Resonanz der gestrigen Veranstaltung erfreut. Die Eingeladenen haben ihre aktive Mitarbeit im Projekt signalisiert. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist die Mitwirkung aller regional Verantwortlichen aus Wirtschaft, Kammern, Verbänden, Gewerkschaften, Arbeitnehmer, Verwaltung und Politik erforderlich.

Pressekontakt: Landkreis Leer, Jens Stöter


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