Magdeburg.
Am Abend des 21. Januar 2009 erhielt die Stadt Magdeburg unmittelbar vor dem Neujahrsempfang der Magdeburger Museen erstmals über eine Pressemitteilung von der Entdeckung des Editha-Grabes im Magdeburger Dom Kenntnis. Nachfragen beim Landesamt für Archäologie haben ergeben, dass dieser Fund bereits im November/Dezember 2008 im Magdeburger Dom gemacht und noch vor Ablauf des Jahres 2008 der Sarg samt Inhalt in das Landesmuseum für Vorgeschichte verbracht wurde. Gemeinsam mit dem Landesarchäologen beabsichtigt der Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt diesen sensationellen Fund nunmehr am 28. Januar 2009 in Halle einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Dieses empfinde ich als einen Vorgang, der jeden Respekt vor der Geschichte Magdeburgs vermissen lässt. Die historische Identität unserer Landeshauptstadt ist auf das Engste mit Kaiser Otto dem Großen und seiner ersten Frau Editha verbunden. Durch die Europarats- und Landesausstellungen „Otto der Große, Magdeburg und Europa“ 2001 sowie „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ 2006 wurde die Epoche der Ottonen überaus erfolgreich in das nationale und europäische Bewusstsein gehoben und Otto der Große und Editha untrennbar mit Magdeburg verbunden. Die Erstpräsentation der Editha-Grablege muss daher zwingend in Magdeburg, besonders im Hinblick auf das 800jährige Domjubiläum, erfolgen.
Bis auf die Landeshauptstadt Magdeburg wurden alle Kooperationspartner des Domjahres 2009 über diesen Fund rechtzeitig informiert. Es befremdet sehr, dass die Landeshauptstadt über Monate über diesen Sensationsfund in Unkenntnis gelassen wurde. Dieses nährt die Vermutung, die Landeshauptstadt zeitlich bewusst nicht in die Lage versetzt zu haben, Einspruch gegen die Erstpräsentation des Editha-Grabes in Halle einlegen zu können.
Unabhängig von Verwaltungszuständigkeiten halte ich dieses Vorgehen gegenüber der Öffentlichkeit vor diesem bedeutenden historischen Hintergrund für vollkommen unangemessen. Der kurzfristigen Einladung zur Vorstellung des Editha-Sarges in Halle wird die Landeshauptstadt Magdeburg deshalb nicht nachkommen.
gez. Dr. Lutz Trümper
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg
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