
Um diesem Trend entgegenzusteuern, führt der Kreis Unna erstmals flächendeckend in Fröndenberg und in Holzwickede die Aktion „Ich geh’ zur U! Und Du?“ in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), den Kindertageseinrichtungen sowie den Kinder- und Jugendärzten durch. Mit der Aktion sollen Eltern über die Kindertageseinrichtungen informiert und motiviert werden, die anstehen kostenlosen Früherkennungsuntersuchungen durchzuführen und den Impfstatus ihrer Kinder überprüfen zu lassen.
„Ich Geh’ zur U! Und Du?“ ist eine geeignete Aktion, um die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen zu steigern“, unterstreicht Norbert Hahn, Jugend- und Gesundheitsdezernent des Kreises, „denn häufig hat die mangelnde Teilnahme einfach mit fehlender Information zu tun. Hier wollen wir ansetzen.“ Über Plakate und Flyer in deutscher, türkischer und russischer Sprache sollen die Eltern über die Bedeutung der Früherkennungsuntersuchungen informiert und zur Teilnahme daran motiviert werden. Zur Belohnung bekommen alle Kinder, die bei den Vorsorgeuntersuchungen waren, von ihren Erzieherinnen ein peppiges T-Shirt. Am Ende der Aktion werden in den Kindergärten Gruppenfotos gemacht. Die originellsten Fotos können an einem Wettbewerb der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung teilnehmen.
"Das Konzept des Fachbereichs Familie und Jugend „Frühe Hilfen und Frühwarnsystem“ beinhaltet u.a. die notwendige Versorgung, Fürsorge und Erziehung von Kindern und Jugendlichen sowie deren Schutz bestmöglich sicherzustellen. Entwicklungsverzögerungen, Auffälligkeiten und Krankheiten, aber auch Anzeichen von Vernachlässigung und Misshandlungen von Kindern können bei den Früherkennungsuntersuchungen erkannt und rechtzeitig Hilfen zur Verfügung gestellt werden“, unterstreicht Friedrich-Wilhelm Rebbe, Leiter des Fachbereichs Familie und Jugend, das Anliegen des Kreises.
Seit September 2008 ist zudem die Verordnung des Landes zur Datenmeldung in Kraft getreten. Sie verpflichtet die Jugendämter zu entscheiden, ob gewichtige Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Wohls eines Kindes vorliegen, das nicht an der fälligen Vorsorgeuntersuchung teilgenommen hat. „Dieser Verpflichtung wird der Kreis Unna selbstverständlich nachkommen“, versichert Hahn, doch er setzt zunächst verstärkt auf Aufklärung und die freiwillige Motivation der Eltern. „Der Kreis Unna hat die Aktion bereits 2006 in Bönen durchgeführt – mit gutem Ergebnis: Dort stieg die Teilnahmequote an den Untersuchungen auf über 80%“, so Hahn, der sich in Fröndenberg und Holzwickede ebenfalls steigende Zahlen erhofft. Die Kindertageseinrichtungen dort haben sich alle schriftlich zur Teilnahme an der Aktion verpflichtet.
Bildzeile 1: Die Leiterinnen der Kindertageseinrichtungen in Fröndenberg mit Kreis-Gesundheitsdezernent Norbert Hahn (2.v.r.), dem Leiter des Fachbereiches Jugend und Familie des Kreises Unna, Friedrich-Wilhelm Rebbe (3.v.r.) und Monika Thünker, Mitarbeiterin im Fachbereich Familie und Jugend des Kreises (4.v.r.). Foto: Kreis Unna
Bildzeile 2:
Die Leiterinnen der Kindertageseinrichtungen in Holzwickede mit Kreis-Gesundheitsdezernent Norbert Hahn (obere Reihe, 2.v.r.), dem Leiter des Fachbereiches Jugend und Familie des Kreises Unna, Friedrich-Wilhelm Rebbe (obere Reihe, 1.v.l.) und Monika Thünker, Mitarbeiterin im Fachbereich Familie und Jugend des Kreises (obere Reihe, 1.v.r.).
Foto: Kreis Unna
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