Am kommenden Donnerstag eröffnet in der Regierungsstraße das Magdeburger IBA-Kino. Bis zu viermal täglich können Besucher des IBA-Shops künftig in einem liebevoll eingerichteten Kinoraum ein besonderes Filmprogramm genießen. Zur Eröffnung des IBA-Kinos am 2. April um 18.00 Uhr lädt das Stadtplanungsamt alle interessierten Magdeburgerinnen und Magdeburger ein. Der Eintritt ist frei.
Insgesamt elf Filme werden im täglichen Wechsel gezeigt. Alle Streifen haben einen unmittelbaren Bezug zu Magdeburg oder zur Elbe. Die historischen Amateuraufahmen zeigen das Leben in der Stadt sowie an und auf dem Fluss. So stellt der Film "Magdeburg zur Schmalfilmzeit – die 30er Jahre" unter anderem die Arbeit eines Schleppers vor, der mit Hilfe einer in der Elbe liegenden Kette Lastzüge stromaufwärts transportiert. Auch der Rückblick auf die Fahrgastschifffahrt vergangener Zeiten ist imposant.
Ein weiterer Film spiegelt den Einsatz von Tauchern in einer Glocke am Domfelsen wider. "Taucherschacht 1" wurde in den 1960er Jahren vom Zentralen Amateurfilmstudio Magdeburg gedreht. Der Film zeigt atemberaubende historische Aufnahmen, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
"Die Elbe aus der Luft" gibt in zwei Teilen Flussaussichten, die man sonst eher selten hat, während "Land unter - Magdeburg im Sommer 2002" den Strom von seiner gefährlichen Seite zeigt. Zwei Filme über die Beteiligung Magdeburgs an der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 (IBA) dokumentieren den städtebaulichen Wandel an der Elbe in den vergangenen zwei Jahren.
Präsentiert werden die Filme von der IBA-Stabsstelle des Stadtplanungsamtes in Zusammenarbeit mit der Magdeburger Firma Eulenspiegel-Multimedia. "Mit der Eröffnung des IBA-Kinos setzt die Landeshauptstadt Magdeburg einen weiteren Baustein ihres IBA-Programms um", freut sich die Leiterin der IBA-Stabsstelle Liane Radike. "Mit den Filmen wollen wir den Fluss weiter in das Bewusstsein der Magdeburgerinnen und Magdeburger rücken. Das ist auch ein Ziel unserer IBA-Beteiligung, die unter dem Thema 'Leben an und mit der Elbe' steht."
Zum offiziellen Start des IBA-Kinos am kommenden Donnerstag, 18.00 Uhr, hat das Stadtplanungsamt ein Programm vorbereitet. Dazu gehören unter anderem spannende IBA-Informationen, die die Leiterin der IBA-Stabsstelle Liane Radike bereithält, ein Rückblick in die Schmalfilmzeit, den Lars Eichhorn von Eulenspiegel-Multimedia gibt, sowie die Präsentation eines Dokumentarfilmes über die Filmreihe "Magdeburg zur Schmalfilmzeit". Am Beginn der Veranstaltung spielt die Stadtführerin Doris Richter die Sage der "Elwine – die Beherrscherin der Elbe".
Ab Freitag, dem 3. April, werden im IBA-Kino die folgenden elf verschiedenen Filme montags bis freitags jeweils 10.00 Uhr, 12.00 Uhr, 14.00 Uhr und 16.00 Uhr sowie am Wochenende 10.00 Uhr, 12.00 Uhr und 14.00 Uhr gezeigt:
Montag: "Magdeburg zur Schmalfilmzeit – Die 30er Jahre"
Dienstag: "Magdeburg zur Schmalfilmzeit – Die 40er Jahre"
Mittwoch: "Magdeburg zur Schmalfilmzeit – Die 50er Jahre"
Donnerstag: "Magdeburg zur Schmalfilmzeit 1925 – 1990"
Freitag: "IBA-Magdeburg – Leben an und mit der Elbe" Teil 1 und 2
Samstag: "Die Elbe aus der Luft“ Teil 1 und 2
sowie "Das Schiffshebewerk Magdeburg"
Sonntag: "Land unter - Magdeburg im Sommer 2002" – Die Jahrhundertflut"
"Taucherschacht 1" (Taucher am Domfelsen in der 60er Jahren)
Die Öffnungszeiten des IBA-Shops sind montags bis freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 10.00 bis 16.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Hintergrundinformationen
Die Landeshauptstadt orientiert ihren Beitrag zur IBA 2010 am Leitbild "Leben an und mit der Elbe", denn der Fluss prägt maßgeblich die Identität des Stadtbildes. Aber Stadt- und Flusslandschaft waren im Prozess des stetigen gesellschaftlichen Wandels nachhaltigen Veränderungen unterworfen. Deshalb sollen die Elbe und ihre naturnahen Auen noch stärker als bislang in die Stadtlandschaft einbezogen werden.
Ziele der Magdeburger IBA-Beteiligung sind unter anderem die attraktive Gestaltung von Zugängen zur Elbe und Wegen entlang des Ufers, die Aufwertung der an die Elbe grenzenden Stadtgebiete, die Suche nach Nutzungen für Brachflächen, die Stärkung der städtischen Identität und die Schärfung des Profils als innovative Wissenschaftsstadt.
An drei IBA-Schauplätzen entlang der Elbe werden exemplarisch neue Wege der Stadtentwicklung aufgezeigt:
1. "Mehr Stadt – weniger Landschaft": Der ehemalige Handelshafen wird unter diesem Thema zu einem "Wissenschaftshafen" umgebaut. Er ist bereits heute ein schönes Beispiel für die erfolgreiche Entwicklung am Fluss. Die Landeshauptstadt entwickelt hier ein lebendiges Stadtquartier mit Flächen für Dienstleistungen, Freizeit und Tourismus. Die "Denkfabrik" und weitere wissenschaftliche Einrichtungen qualifizieren den Wissenschaftshafen zu einem Zentrum für Innovation und Wissenstransfer.
2. "Historisches Erbe am Fluss": Zweiter IBA-Schauplatz ist die Altstadt bis hin zum Elbbahnhof. Hier wird zum Beispiel mit der baulichen Entwicklung bisheriger Bahngrundstücke in unmittelbarer Nähe zum Fluss und zum südlichen Stadtzentrum eine neue Phase der Stadtentwicklung entlang der Elbe angestoßen. Ein Teil des Bereiches rund um die Elbe hat bereits wesentlich an Attraktivität gewonnen: die Elbuferpromenade wurde in vielen Bereichen verschönert, der Petriförder mit seinen Schiffsanlegestellen sowie die Lukasklause erstrahlen in neuem Glanz, der neue Stadtplatz und die Ginkgo-Allee laden zum Verweilen ein und die neue Brücke über das Schleinufer verbindet die touristisch attraktiven Bereiche des Domplatzes und des Fürstenwalls direkt mit einer begehbaren Ufermauer am Fluss.
3. "Weniger Stadt, mehr Landschaft": Unter diesem Thema sollen die im Südosten gelegenen Stadtteile aufgewertet werden. Hier geht es um die zukünftige Gestaltung großer ehemaliger Industrieareale. Ziel ist die Verlagerung von Gewerbestandorten – weg von der Elbe, hinein in den Bereich zwischen Hauptstraße und Trassen der Deutschen Bahn. Durch diese Verlagerung könnten neu gewonnene Landschafts-, Freizeit- und Wohnbereiche an der Elbe entstehen. Die Siedlungsstrukturen zwischen der Elbe und der Bahnlinie sollen entflochten, die Ortskerne gestärkt und ihr Bezug zur Elbe in den Mittelpunkt dieses IBA-Schauplatzes gerückt werden. Um diesen Prozess erfolgreich zu führen, hat die Stadtverwaltung Strategien für ein Flächenmanagement entwickelt.